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Neues Raumkonzept erhöht die Qualität
"Filder-Zeitung", 22.12.2011 02:40 Uhr
Esslingen Trotz des Rekordbesuchs hat es auf dem Mittelalter- und Weihnachtsmarkt keine Engpässe gegeben. Von Kai Holoch

Weniger ist manchmal eben doch mehr. Diese Erkenntnis haben die Organisatoren des Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkts in der Vergangenheit gewonnen. Und sie haben auf das oft unangenehme Gedränge in der Altstadt reagiert: Der Verzicht auf einige Stände und das neue Raumkonzept mit großzügigeren Wegen zwischen den 180 Ständen haben sich auf dem Markt, der heute zu Ende geht, bewährt.

Der Chef der Esslinger Stadtmarketing und Tourismusgesellschaft (EST) Michael Metzler schätzt, dass in diesem Jahr rund 20 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr nach Esslingen gekommen sind. Zwar habe niemand die konkrete Zahl der Gäste ermittelt. Man könne aber davon ausgehen, dass weit mehr als eine Millionen Menschen seit dem 22. November über den Markt gebummelt seien. Das ist ein Rekord. Dennoch habe es nicht einmal am besucherstärksten Tag, dem Samstag vor dem dritten Advent, Engpässe zwischen den Ständen und in den Altstadtgassen gegeben.

"Unser Konzept setzt auf Qualität", sagt Petra Pfeiffer, die seit Jahren bei der EST den Mittelalter- und Weihnachtsmarkt organisiert. "Dazu zählt auch die Aufenthaltsqualität. Schließlich sollen die Besucher Esslingen in guter Erinnerung behalten und dann auch mal im Frühling, Sommer oder Herbst zurückkommen." Dieser Aspekt steht auch für Michael Metzler im Vordergrund: "Der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt ist und bleibt das Leuchtturmprojekt bei der nationalen und internationalen Vermarktung der Stadt." Rund 700 Reisebusse hat die EST auf den von der Stadt ausgewiesenen Parkplätzen gezählt. Rund 20 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland, vorrangig aus der Schweiz, Österreich und Italien, verstärkt aber auch aus dem asiatischen Raum, aus Russland und sogar aus Brasilien.

Aber nicht nur deshalb hat man bei der Abschlusspressekonferenz nur zufriedene Gesichter gesehen. Anders als im Vorjahr, als ein extrem kalter und schneereicher November und Dezember viele Gäste vom Besuch des Mittelalter- und Weihnachtsmarkts abgehalten habe, sei in diesem Jahr am Wetter überhaupt nichts auszusetzen gewesen. Besonders die regenfreien ersten 14 Tage hätten dazu geführt, dass der Markt selbst an den Montagen gut besucht gewesen sei. In den vergangenen Jahren hätten sich die Händler dann nämlich immer wieder von den anstrengenden Wochenenden erholen können.

Profitiert davon haben vor allem die Gastronomen auf dem Markt. Der Umsatz bei den handwerklichen Angeboten sei dagegen gleich geblieben oder sogar leicht rückläufig. Für die EST selbst sei, so Metzler, der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt ein Nullsummenspiel. Jeder Euro, der eingenommen werde, fließe zurück in die Verbesserung des kulturellen Angebots. Den Etat beziffert er mit 400 000 Euro.

Hat es in diesem Jahr 31 Markttage gegeben, so müssen sich die Mittelalterfreunde im kommenden Jahr auf eine deutlich kürzere Veranstaltungszeit einstellen. Weil der 1. Advent im kommenden Jahr erst am 2. Dezember ist und der Heilige Abend auf einen Montag fällt, die Stände aber nicht am Sonntag abgebaut werden dürfen, ist das Zeitfenster begrenzt. Eröffnet wird der Markt am 27. November. Am 21. Dezember wird schon wieder Schluss sein. "Wir rechnen aber damit, dass trotzdem ähnlich viele Besucher nach Esslingen kommen wie in diesem Jahr", sagt Petra Pfeiffer. Um den Andrang ein wenig zu entzerren, denke man über verlängerte Öffnungszeiten zumindest an den Wochenenden nach.

Und noch ein Problem muss möglicherweise bis zum kommenden Jahr gelöst werden. Momentan wohnen rund 50 Beschicker des Mittelaltermarkts auf dem Vogelsangareal. Wenn sich die Überlegungen konkretisierten, das innerstädtische Gebiet zu bebauen, müsste man nach einem Ausweichquartier für die in Wohnmobilen angereisten Händler Ausschau halten.

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