Rohr - Das Warten hat ein Ende. Im kommenden Jahr soll der TSV Rohr seinen neuen Kunstrasenplatz bekommen. Der Gemeinderat hat dafür 590 000 Euro im Doppelhaushalt 2012/2013 bereitgestellt. „Wir freuen uns sehr, dass sich unser Wunsch nun erfüllen soll“, sagt Albrecht Metzger, der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins. Seit 2002 kämpft der TSV für die neue Anlage auf seinem Gelände an der Dürrlewangstraße. In der Vergangenheit ist er jedoch immer wieder vertröstet worden, andere Vereine hatten stets Vorrang.
„Für jeden Doppelhaushalt haben wir seit 2002 einen Antrag gestellt“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende. Ein ganzer Aktenordner habe sich seitdem angesammelt. „Mal standen wir an achter Stelle, zwei Jahre später an zweiter, weil sechs Vereine unterstützt wurden, und dann ist aber wieder neu durchgemischt worden, sodass wir wieder nach hinten gerutscht sind“, erinnert sich Metzger. Er habe Verständnis, dass diejenigen Sportplätze von Vereinen zuerst gerichtet würden, die keine alternativen Spielfelder zur Verfügung hätten. Dennoch sei es für den TSV Rohr immer wieder ein Dämpfer gewesen.
„Der Platz ist schon alt, da habe ich sogar schon drauf gespielt“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Und: „Wenn jemand in einen Verein eintreten will, schaut er sich im Vorfeld das Gelände an und vergleicht es mit denen von anderen Vereinen“, so Metzger. Mit dem neuen Spielfeld werde das Vereinsgelände eine deutliche Aufwertung erhalten.
Dass es diesmal geklappt hat, kommt nicht vollkommen überraschend. Von Anfang an standen die Chancen diesmal gut für den TSV. Eine Koalition aus CDU, SPD, Freie Wählern und FDP hatte sich dafür stark gemacht, das notwendige Geld im Haushalt zu verankern. Voraussichtlich im Frühjahr 2013 werden an der Dürrlewangstraße die Bagger anrollen. Für die Bauarbeiten und die Verlegung des Kunstrasens sollte es möglichst trocken und wenigstens 15 Grad warm sein, sagt Günther Kuhnigk, Leiter des Amts für Sport und Bewegung, auf Anfrage der Filder-Zeitung. „Nach den Unterbauarbeiten könnte dann im Juni oder Juli der Kunstrasen eingebracht werden“, sagt Kuhnigk. „Die Spielpause würde sich anbieten.“ Die genauere Planung werde noch mit dem Verein abgesprochen. Die Stadt erhofft sich indes noch einen Zuschuss des Landes in Höhe von 80 000 Euro. „Wir werden für alle Maßnahmen einen Antrag stellen, das Geld aber nicht für alle bekommen“, sagt Kuhnigk.
Der künftige Kunstrasenplatz wird ein wenig breiter und ein wenig länger als der bisherige Hartplatz. „Insgesamt wird er 60 auf 90 Meter groß sein“, sagt Ralf Schumann, der technische Leiter des Vereins. Die Flutlichter, von denen der Verein zwei erst im vergangenen Jahr erneuert hat, müssen nicht versetzt werden. „Sie rücken wegen des größeren Spielfelds einfach näher ran“, sagt Metzger.
Im Sommer, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, will der Verein sein neues Schmuckstück mit einem Fest offiziell eröffnen. „Dann wird auch das 90-jährige Bestehen der Fußballabteilung gefeiert“, sagt Metzger. Die würde zwar genau genommen bereits dieses Jahr ihren runden Geburtstag begehen, „wir haben aber beschlossen, dass wir die Feier ins kommende Jahr verschieben“, so Metzger.


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