Neues Stadtquartier in Stuttgart Hohe Erwartungen in die Killesberghöhe

Von oss 

Im neuen Stadtquartier auf dem alten Messegelände haben die ersten Geschäfte eröffnet. Die meisten Wohnungen am Rande des Höhenparks sind auch schon vergeben.

Auf dem Killesberg hat ein neues Stadtteilzentrum eröffnet. Foto: Horst Rudel
Auf dem Killesberg hat ein neues Stadtteilzentrum eröffnet.Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Messegelände? Dieser Begriff wird bald vollends in Vergessenheit geraten, denn am Donnerstag hat im Gebiet Am Kochenhof/Stresemannstraße im Stuttgarter Norden die Zukunft begonnen. Im neu entstandenen Stadtquartier Killesberghöhe haben trotz noch unvollendeter Baustelle die ersten Geschäfte eröffnet. Die Erwartungen des Investors Franz Fürst an das Laden- und Dienstleistungszentrum mit direktem Stadtbahnanschluss sind hoch. „Wir rechnen mit 4000 bis 6000 Besuchern täglich“, sagte er am Rande der Eröffnungsfeier. Vier von fünf Kunden, so das Kalkül, werden wohl aus dem Umfeld kommen. Denn im Einzugsbereich von 25000 Einwohnern fehlte bisher ein Nahversorgungszentrum.

Nach vier Jahren der Planung und 20 Monaten Bauzeit sprach Fürst von einem „Meilenstein“ und einer „neuen Mitte“ für den Killesberg. Die Anwohner hätten immer wieder gedrängt, „wann sperrt ihr auf“, deshalb habe man jetzt den Anfang gemacht. Bis zum Frühjahr werden alle Läden und Lokale nach und nach eröffnen, ebenso die Kindertagesstätte und das Ärztehaus, die Außenanlagen sollen bis April angelegt sein. „Die Freitreppe zum Höhenpark wird das Highlight und der neue Treffpunkt des Killesberg werden“, so die Prognose des in sein 160 Millionen Euro teures Projekt hörbar verliebten Investors.

Der Versuch, ein offenes Quartier zu gestalten

„Ich bin sicher, dass die Stuttgarter das Quartier beleben und gerne hierher kommen werden“, sekundierte Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, bevor er mit Franz Fürst bei windiger Kälte das rote Band durchschnitt. Die Stadt habe auf dem ehemaligen Messegelände eine hohe architektonische Qualität und eine Vielzahl von Nutzungen für das Quartier gewollt und mit der Killesberghöhe auch bekommen. Apropos Architektur: die Killesberghöhe, die zunächst unter dem Namen „Think K“ gestartet war, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Büros Ortner/Ortner, Berlin-Wien, Kcap architects Büro Zürich, Baumschlager und Eberle, Vorarlberg, und David Chipperfield architects, Berlin. Architekt Manfred Ortner sprach von einem „Paradebeispiel für öffentlichen Raum“, das mit den offen gruppierten, sachlich gehaltenen Gebäuden gelungen sei. Die Besucher der Eröffnungsfeier bekamen allerdings deutlich zu spüren, dass Offenheit auch einen Preis hat: „Hier zieht es ja an jeder Ecke“, befand ein Killesberger. Gelungen sei es aber trotzdem, das neue Stadtteilzentrum.

„Das kulturelle Erbe des Weißenhof wird aufs Beste fortgeführt“, betonte Ortner im Hinblick auf die architektonische Herausforderung des Areals. Dann mochte er sich einen Seitenhieb auf die aktuelle Entwicklung nicht verkneifen: „Das Quartier bräuchte eine Ergänzung auf der anderen Seite des Killesbergs, der Stadtteileingang ist ein wichtiger öffentlicher Raum“, sagte Ortner unter Beifall.

Zur Erinnerung: eigentlich sollte Franz Fürst auch den einstigen Messeparkplatz an der Brenzkirche bebauen, doch Pläne für eine Modemeile zerstoben ebenso wie die für eine neue Adresse der Kreativwirtschaft. Jetzt plant die Stadt Wohnungen – vor allem mit Baugemeinschaften.

Ein Großteil der Wohnungen ist vergeben

Apropos Wohnungen: von 74 Eigentumswohnungen der Killesberghöhe sind laut Investor 68 verkauft, von den 33 Mietwohnungen 20 vermietet. Wegen der starken Nachfrage nach kleineren Wohnungen sollen die restlichen Mietwohnungen jetzt doch als Teileigentum verkauft werden.

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9 KommentareKommentar schreiben

15.-17. Minute: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturfragen/1931064/ -->> Weniger Pressekonferenz, mehr Recherche.

Werbung oder Artikel?: Oder Hofberichterstattung? Ein Bericht im Deutschlandfunk zum Thema Zeitungen und Qualitätsjournalismus: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturfragen/1931064/ Ist aber auch erstaunlich, dass nicht alle Wohnungen bereits verkauft/vermietet sind. D.h. doch nur, dass das Preis-Leistungsverhältnis nicht i.O. ist. Und das in Stuttgart, wo doch so ein Nachfrageüberhang besteht.

Wer pflanzt da mal ein bisschen Efeu und Knöterich, damit die Schande recht: schnell hinter grünen Blättern verschwindet? Schusters Stadtarchitektur - es dreht mir den Magen um! Wie sollen in so was Menschen miteinander sozial verträglich leben?

Komisch...: Früher nannte man das Plattenbausiedlung. Heute ist es modern. Komische Welt...

Wohnkultur 'Kälteblock': Das wäre treffender gewesen. Nicht geschenkt wollte ich da wohnen. Fürchterlich kalt. Freundlich würde anders aussehen und Flair fehlt definitiv. Wohl dem, der sich da wohl fühlt. Viel Spaß und gute Zeit!

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