Neues von der Baustelle Dann eben weiter im Stau stehen

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Die Bahn will den separaten Baustellenanschluss vom Fildertunnel zur A 8 voraussichtlich nicht weiter verfolgen. Dabei klagen die Unternehmer in dem Gewerbegebiet bereits jetzt über Lastwagen, die die Straßen verstopfen und Autos die Rückspiegel abreißen.

Die Arbeiter sind bereits mehrere hundert Meter in den Untergrund vorgedrungen. Foto:  
Die Arbeiter sind bereits mehrere hundert Meter in den Untergrund vorgedrungen.Foto:  

Möhringen - Dieser Tage stand Gürkan Gür im Stau. Für die paar hundert Meter von der B-27-Abfahrt Fasanenhof bis zu seinem Arbeitsplatz im Gewerbegebiet brauchte er 25 Minuten. Nichts ging mehr, weil weiter vorn irgendwo mal wieder ein Laster festhing. Gür ist der Direktor des Hotels Mercure am Eichwiesenring. Und wie ihm geht es hin und wieder auch seinen Kunden, die in dem Vier-Sterne-Haus nächtigen. Das wirbt mit dem Titel „Stuttgart Airport Messe“, der Nähe zu eben diesen und dem kostenlosen Shuttleservice. „Und da kann es nicht sein, dass wir bis zum Flughafen teilweise 30 Minuten brauchen“, sagt Gür. Schließlich tickt die Uhr, und die Flugzeuge warten nicht.

Wenn die Probleme schon am Anfang aufkommen

An Stau werden sich seine täglich rund 100 Gäste und die 50 Hotelbediensteten gewöhnen müssen. Denn die Bahn baut seit Kurzem am Südende des Gewerbegebiets am Fildertunnel, und zwar auf einer Wiese neben der Autobahn. Um das Gewerbegebiet vom Baustellenverkehr zu entlasten, plante die Bahn eine separate Zufahrt auf die A 8. Diese scheint nun aber erst einmal zu den Akten gelegt zu sein. „Es ist ja noch nicht einmal richtig losgegangen, und die Situation ist jetzt schon nicht berauschend“, sagt Gür. „Mir passt das mit Sicherheit nicht, aber ich werde daran nichts ändern können.“

Geplant war, dass zumindest ein Teil der Lastwagen über Feldwege geführt werden sollten, um eine eigens gebaute Auf- und Abfahrt zwischen dem Messeparkhaus und dem Echterdinger Ei nutzen zu können. Die Bahn forderte für die nachträgliche Änderung ein vereinfachtes Verfahren vom Regierungspräsidium Stuttgart. Doch die Stadt wollte die verfahrenstechnische Abkürzung nicht mittragen und forderte den höchstoffiziellen Gang zum Eisenbahn-Bundesamt – obwohl sie selbst ebenfalls den zusätzlichen Baustellenanschluss gutheißen würde. Auch der Möhringer Bezirksbeirat hatte sich mehrfach dafür stark gemacht. Unter diesen Umständen wollte die Bahn aber nicht mehr und kündigte jüngst an, den separaten Anschluss nicht weiter verfolgen zu wollen.

Die nahende Zukunft: Hunderttausende rollende Lastwagen

Aber um was geht es eigentlich? Die Suse genannte und 2000 Tonnen schwere Bohrmaschine der Bahn wühlt sich seit zwei Monaten in die Innenstadt hinab, mehr als 200 Meter hat sie in einer der später einmal zwei jeweils 9,5 Kilometer langen Röhren bereits geschafft. Der Erdaushub wird auf Lastwagen verladen und durch das Gewerbegebiet gekarrt, um über die B 27 auf die A 8 zu gelangen und von dort aus zu einer der vielen Erddeponien, die den Schutt aufnehmen. Hunderttausende Lastwagen werden deshalb in den nächsten Jahren durch das Gewerbegebiet rollen, die meisten davon voller Dreck, andere mit übergroßen Bauteilen für die Tunnel, sogenannten Tübbings, die aber nur nachts angeliefert werden.

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13 Kommentare Kommentar schreiben

Schlemenwasenstr LKW-verkehr: Die LKW müssten eigentlich die Schelmenwasenstr. durchfahren. In den Einwiesenring dürften sich die LKW überhaupt nicht verirren. Ansonsten herrscht im Eichwiesenrng ja auch überhaupt kein LKW-Verkehr, noch nie einen LKW dort gesehen. Was natürlich nicht sein muss, dass da im Schelmenwasen Erschwernisse aufgebaut werden und Verengungen wie in einem Wohngebiet oder die Baustelle, die die Umleitung durch den Eichwiesenring erzwingt könnt auch mal verschwinden (wenn das nicht schon ist). Weiter könnte das Halteverbot in den Kreuzungsbereichen ggf etwas ausgedehnt und auch überwacht werden. Es ist ja auch ein Unding, dass da im Mittelstreifen die Parkplätze an Mietwagenfirmen vermietet werden udn die Angestellten ihre Mühlen links und rechts auf der Straße parken udn so die Durchfahrt auf unter 3m einengen. Man könnte den Parkstreifen markieren und wer drüber raus ragt, der kriegt seinen Zettel. In einem Industriegebiet kann es nicht sein, dass da die LKW Slalom fahren müssen. Die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. Im übrigen wäre über die Stadtbahngleise die Anlieferung möglich, wenn die SSB nicht den Anschluss in Vaihingen abgebaut hätte um dem künftigen, sehr künftigen, Busbahnhof für die Fernbusse Platz zu machen.

Beeinträchtigungen: Vielleicht sollte sich Herr Gür mit seinem Anliegen doch einfach mal an einen Stuttgarter Ehrenbürger mit Vornamen "Wolfgang" wenden! Dieser hatte vor nicht allzulanger Zeit noch behauptet die Bürgerschaft Stuttgarts würde vom Baubetrieb rund um S 21 nichts mitbekommen, passiert ja schliesslich alles unter der Erde . .

Planungsdesaster: kurze Frage: Seit wann weiss die Bahn, dass an dieser Stelle ein Tunnel Richtung Innenstadt gebohrt werden soll? Seit wann weiss die Bahn, dass beim Tunnelbohren Erdaushub anfällt? Also, schon wieder ein Planungsdesaster, welches man anderen in die Schuhe schieben will !!!!

Vorsicht, hier baut die Bahn: Weil sich die Bahn wegen mangelhafter Planung und ihrem untauglichen Grundwassermodell nicht an den Nesenbachdüker herantraut, bohrt sie entgegen ihrer eigentlichen Planung lieber von oben nach unten, dabei hat sie es versäumt, das Planfeststellungsverfahren für die Autobahnausfahrt rechtzeitig in die Wege zu leiten. Man sollte den Projektkritikern für ihre detaillierte Dokumentationen dankbar sein, so können noch in Tausend Jahren viele Generationen über diesen Schildbürgerstreich lachen.

Ja und?!: Bei der Volksabstimmung wurde doch so abgestimmt. Nun braucht sich doch wirklich keiner Beschweren, wenn er im Stau steht. Wer auf die Progaganda-Kampagne der Schräghaltestellen-Befürworter hereinfällt ist selber Schuld.

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