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Wirtschaft & Finanzen
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Neuheiten Automesse in Detroit

Von Andreas Geldner, Detroit, vom 11.01.2010 07:09 Uhr
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Die großen Spritschlucker finden in den USA immer noch ihrern Absatz. Foto: apd
Die großen Spritschlucker finden in den USA immer noch ihrern Absatz. Foto: apd
"Die Prognosen für den Automarkt in den USA sind noch immer sehr unsicher. "

Detroit - Minus 12,4 Prozent - das ist die Verkaufsbilanz von General Motors im Dezember 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat gewesen. Solch ein Wert würde in normalen Jahren ziemliche Unruhe auslösen. Doch für GM-Chef Edward Whitacre gibt diese Zahl Anlass zum Optimismus. Im Vergleich zu einem Absturz um fast ein Drittel in der gesamten Jahresbilanz war der Dezember in der Tat ein erfolgreicher Monat.Für das Jahr 2010 kündigte Whitacre deshalb vor einigen Tagen das erste Mal nach fünf Jahren wieder einen Gewinn an. Zum Auftakt der ersten wichtigen Autoshow des Jahres, die am Montag in Detroit ihre Pforten öffnet, stehen die jüngsten Zahlen einerseits für den aufkeimenden Optimismus auf dem US-Automarkt, andererseits stehen sie aber auch für den weiten Weg zurück zur Normalität.

700 Modelle und 30 Weltneuheiten wollen die Aussteller in diesem Jahr präsentieren. Die großen drei aus Detroit, General Motors, Ford und Chrysler, haben sich im Katastrophenjahr der US-Autoindustrie sehr unterschiedlich entwickelt. Chrysler und GM haben nur mit staatlicher Hilfe überleben können, während der Rivale Ford seinen US-Konkurrenten davongezogen ist. Mit einem Verkaufsplus von 23,9 Prozent im Dezember 2009 liefert Ford zurzeit die besten Nachrichten. General Motors und Chrysler hängen hingegen weiter am staatlichen Tropf.

Kurz vor Weihnachten wurde der von General Motors gegründete Autofinanzierer GMAC vollständig verstaatlicht. Ohne Rücksicht auf Verluste vergibt die Bank nun billige Autokredite. Diese staatliche Starthilfe hat zur Belebung des Automarktes beigetragen. Das größte Sorgenkind bleibt der vom italienischen Autokonzern Fiat übernommene Chrysler-Konzern. Er hat nicht nur weiterhin die schlimmsten Absatzeinbrüche zu verkraften, sondern ihm fehlen auch neue Modelle.

Die zusammen mit Fiat erarbeiteten Plattformen kommen frühestens 2011 auf den Markt. Fast trotzig stemmt sich Chrysler deshalb gegen den Zeitgeist und präsentiert auch viele dicke Pick-ups und Jeeps, die bisher noch auf einen loyalen Kundenstamm zählen können. Die anderen Aussteller hingegen, unter ihnen BMW und Volkswagen, setzen auf Elektrofahrzeuge. Die 3500 Quadratmeter große "Electric Avenue" kaschiert aber auch die Tatsache, dass bei General Motors der Ausstellungsstand im Vergleich zu 2009 deutlich geschrumpft ist. Die Elektroausstellung nimmt den Platz ein, der für die inzwischen aufgegebenen GM-Marken Pontiac, Saturn, Hummer und Saab reserviert war. Doch ob das Elektroauto wirklich die Zukunft ist oder nur gut fürs Image, ist offen.

Auch die Chinesen spielen mit


Im Sommer 2010 will General Motors sein lange angekündigtes Elektrovehikel Volt auf den Markt bringen und damit Nissan zuvorkommen, das sein erstes Elektroauto für den Dezember angekündigt hat. Auch die Chinesen spielen in Gestalt des Autoherstellers BYD mit, der in Detroit ein neues Hybridfahrzeug präsentieren will.

Weniger spektakulär, aber für den Erfolg der Hersteller viel wichtiger dürften konventionelle Kleinwagen sein wie der für den US-Markt angepasste Ford Focus oder der neue GM-Kleinwagen Chevrolet Cruze. Die amerikanischen Konsumenten könnten den grünen Planungen aber noch einen Strich durch die Rechnung machen. Seit Anfang 2008 gleicht der der US-Automarkt einer Achterbahn. Während sich zum Höhepunkt der Benzinpreise im Sommer 2008 die Amerikaner in einem Anfall von Herdentrieb auf sparsame Autos stürzten, kehrten sie nach dem Rückgang des Spritpreises um die Jahreswende 2009 allmählich zu den gewohnten Benzinschluckern zurück. "Es gibt immer mehr kleinere Autos, doch bisher gibt es keine bedeutend gestiegene Nachfrage der Konsumenten nach diesen Fahrzeugen", sagt die Autoexpertin Rebecca Lindland von der Consultingfirma IHS Global Insight.

In den vergangenen Wochen sind die Kraftstoffpreise allerdings wieder über die für die Amerikaner schmerzliche Schwelle von drei Dollar je Gallone gestiegen - das sind umgerechnet 55 Eurocent je Liter. Doch alles hängt von der Entwicklung der amerikanischen Konjunktur ab, bei der sich in den vergangenen Tagen Hoffnungszeichen mit schlechten Nachrichten, etwa einer hartnäckig hohen Arbeitslosenzahl, abgewechselt haben. Kein Wunder, dass die Absatzprognosen für den US-Markt weit auseinanderklaffen. Sie reichen von 10,3 Millionen beim pessimistischen Hersteller Chrysler bis zu den 12,3 Millionen des optimistischen Konkurrenten Ford. Damit würde der amerikanische Markt aber immer noch weit unter den Verkaufszahlen von 16 Millionen Fahrzeugen liegen, die vor der Krise üblich waren.
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