Nord-Süd-Dialog Das Staatsministerium hat bei Anwerbung von Sponsoren geholfen
Andreas Müller, 24.01.2012 09:12 Uhr
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (links) und der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger am 17.12.2008 beim Nord-Süd-Dialog in der Phoenixhalle im Römerkastell in Stuttgart-Bad Cannstatt. Foto: dpa
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (links) und der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger am 17.12.2008 beim Nord-Süd-Dialog in der Phoenixhalle im Römerkastell in Stuttgart-Bad Cannstatt. Foto: dpa
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Stuttgart - Das baden-württembergische Staatsministerium war zumindest indirekt an der Anwerbung von Sponsoren für den Nord-Süd-Dialog 2008 in Stuttgart beteiligt. Nach StZ-Recherchen hat der damalige Chef des Landesmarketings, Michael Hörrmann, potenzielle Geldgeber angesprochen und die Kontaktaufnahme durch den Partyveranstalter Manfred Schmidt avisiert. So lief es etwa im Fall der Messe Stuttgart, die sich an allen drei Länderdialogen in Hannover und Stuttgart jeweils mit einem fünfstelligen Betrag beteiligte.

Schmidt hatte für die Sponsorenanwerbung seinerseits einen Kommunikationsexperten aus dem Land engagiert, weil er in Baden-Württemberg - anders als in Niedersachsen - nicht über die notwendigen Verbindungen verfügte. Dabei handelt es sich um einen Berater mit besten Verbindungen zum damaligen Ministerpräsidenten Günther Oettinger (CDU) und anderen CDU-Größen.

Die Messe Stuttgart engagierte sich nach eigenen Angaben zweimal mit 25.000 und einmal mit 20.000 Euro an den Nord-Süd-Dialogen. Im Gegenzug habe man die Veranstaltung zur Kontakt- und Kundenpflege sowie für Akquisitionsgespräche genutzt, sagte ein Messesprecher. So erschien das Messelogo auf der Pressewand und auf Bildschirmen, zudem lagen verschiedene Broschüren aus. Das Forum "war und ist geeignet, unsere bestehenden und potenziellen Kunden anzusprechen", konstatierte die Messe.

Sponsoring inzwischen zurückgefahren

Auch der Energiekonzern EnBW bestätigte sein Engagement als Sponsor. Man habe sich in Stuttgart an einem Gemeinschaftsstand mit dem Oldenburger Versorger EWE präsentiert und dafür "eine Miete im fünfstelligen Bereich" gezahlt, teilte ein Sprecher mit. Im Gegenzug sei dem Unternehmen die Standfläche überlassen worden. Im vergleichbaren Rahmen habe man sich in Hannover engagiert und "die Marke präsentiert", allerdings nur einmal gemeinsam mit den Oldenburgern. Die EnBW ist inzwischen mit 25 Prozent an EWE beteiligt und hat deswegen erheblichen Ärger.

Die BW-Bank korrigierte unterdessen Medienberichte, sie selbst habe sich als Sponsor an den Länderdialogen beteiligt.Tatsächlich habe das Mutterinstitut, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die Veranstaltung 2008 in Stuttgart gefördert. Zum finanziellen Umfang des Engagements mache man wie üblich keine Angaben, sagte ein Sprecher. Nach StZ-Informationen belief es sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Seit 2009 habe der LBBW-Konzern das Sponsoring in allen Bereichen "drastisch zurückgefahren". "Vergleichbare Veranstaltungen würden heute nicht mehr gesponsert", sagte der Sprecher. Aus damaliger Sicht sei das Engagement aber sinnvoll und schlüssig gewesen. Insgesamt waren Schmidt und seine Firma mit dem Engagement baden-württembergischer Firmen bei dem Länderdialog nicht zufrieden. Dies dokumentierte er offenbar auch gegenüber dem Staatsministerium. Das Land selbst engagierte sich wohl nur mit einem vierstelligen Betrag für Werbegeschenke.

Kommentare (8)
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JAN
24
Volltreffer, 20:27 Uhr

sauber und ordentlich glattgebügelt

sogar die Outfits sind abgestimmt... ja, die sauberen Herren mit ihren gebügelten Hemden können doch nicht lügen, oder doch ?

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JAN
24
Gaston, 14:09 Uhr

Zeitungsanzeige in der Stuttgarter Zeitung?

In wie weit stimmen denn die Aussagen in der Publikation "W&V" (Werben und Verkaufen), dass die Werbeagentur "Scholz & Friends" ("Wir können alles, außer Hochdeutsch") eine Werbung erstellt hat, die dann in Printmedien auf Landeskosten (von B-W) geschaltet wurde? Nach Angaben der "W&V" in der "Stuttgarter Zeitung" am 17 Dez. 2008. Das Gesamtvolumen der Kosten belaufen sich lt. W&V für die Maßnahme auf rund 22.400 Euro. Das passt irgendwie, wenn es zutrifft nicht zu den eiligen Äußerungen Oettingers am Wochenende. Der Artikel, als dem ich die obigen Informationen bezogen habe: http://www.wuv.de/nachrichten/unternehmen/nord_sued_dialog_oettinger_hat_anzeige_von_scholz_friends_spendiert

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JAN
24
Yeah, 13:36 Uhr

Trocknet endlich diesen schwarzen Filzsumpf aus ...

... diese Vetterleswirtschaft zwischen Wirtschaftsbossen, Bangstern und Amigo-Politik, Macht-Kumpanei und das gegenseitige Schulterklopfen dieser schwarzgelben Politikergurkentruppen ist unerträglich geworden! ... Liebe Medien, untersucht endlich mal diese unendlichen Verzahnungen machtgeiler Amigos, die Spendenwirtschaft und den Sumpf von "Gefälligkeiten" und "Bestechungen" --- Eigennutz, Vorteilsnahme und persönliche Bereicherung als Antriebsfeder konservativer Kleingeistfürsten --- viele Köpfe werden rollen! Auch bei den untertänigen Sozis!

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