Nordbahnhofstraße Jetzt wohnen Flüchtlinge im Studentenheim

Von Ina Schäfer 

Drei Häuser sind umgebaut worden.

Hier wohnen jetzt Flüchtlinge. Foto: Ina Schäfer
Hier wohnen jetzt Flüchtlinge.Foto: Ina Schäfer

S-Nord - Wo früher Studenten gewohnt haben, kommen seit vergangenem Monat Flüchtlinge aus aller Welt unter. Am 19. November sind die ersten Flüchtlinge in die drei Häuserblocks in der Nordbahnhofstraße gezogen. Im Moment wohnen dort rund 90 Menschen, bis Mitte Januar soll die Unterkunft mit etwa 30 weiteren Bewohnern komplett belegt sein.

Einiges wurde für die Umnutzung des ehemaligen Studentenwohnheimes umgebaut, anderes ist auch jetzt noch provisorisch. So wurden die Bäder erneuert, neue Anschlüsse gelegt und alles so umgeändert, dass die Brandschutzauflagen erfüllt werden. Zwei bis drei Personen teilen sich jetzt ein Zimmer. Die Zimmer wiederum sind zu Wohneinheiten zusammengefasst, die Bewohner der Einheiten teilen sich jeweils eine Küche und ein Bad.

Verständigung unter Flüchtlingen gestaltet sich häufig schwierig

Nach und nach werden Büromöbel für die Mitarbeiter geliefert, seit vergangener Woche gibt es einen Telefonanschluss, aber noch kein Internet. „Wir stehen im ständigen Austausch mit den Ämtern. Das ist unter den momentanen Bedingungen noch etwas schwierig und umständlich“, sagt Gerhard Zettl-Reinthaler. Der Sozialarbeiter ist bei der AGDW angestellt, der Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt. Die Koordination des Flüchtlingsheims, die Sozialbetreuung und pädagogische Heimleitung übernimmt die AGDW zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Das ist nicht die Norm. Aber bei einem so großen Haus ist die Zusammenarbeit von zwei Verbänden durchaus sinnvoll“, sagt Gerhard Zettl-Reinthaler. „Die Kombination ist ganz interessant. Wir arbeiten jeweils anders und haben unterschiedliche Sichtweisen. Aber gleichzeitig haben wir alle die gleich Einstellung zu unserer Tätigkeit“, meint Uschi Dalhäusser von der Arbeiterwohlfahrt. Neben Gerhard Zettl-Reinthaler und Uschi Dalhäusser gibt es noch zwei weitere Mitarbeiter im Haus.

Im Moment wohnen überwiegend Familien aus Afghanistan, dem Irak, Syrien, Serbien, dem Kosovo, Gambia, Nigeria, Herzegowina und China in der Nordbahnhofstraße. Die Verständigung gestaltet sich häufig schwierig. „Alltägliche Dinge klären wir meist auf Englisch oder mit Händen und Füßen“, erzählt Gerhard Zettl-Reinthaler. Oftmals aber haben die Flüchtlinge Bekannte oder Verwandte, die schon in Stuttgart wohnen und übersetzen können.Unter den Bewohnern sind im Moment 25 Kinder und Jugendliche, seit Anfang Dezember gibt es ein Neugeborenes. Die Kinder im schulpflichtigen Alter werden nach und nach an der Schule angemeldet. Diejenigen, die kein Deutsch sprechen, besuchen zunächst die internationale Vorbereitungsklasse an der Rosensteinschule. Auch zu Kindergärten wurde inzwischen Kontakt aufgenommen. „Eine Vernetzung im Stadtteil ist sehr wichtig“, sagt Uschi Dalhäusser, „Die Bewohner sollen auch das Haus verlassen und sich im Stadtteil wohlfühlen und richtig hier wohnen.“

Ein Unterstützerkreis hat sich im Bezirk gleich zu Beginn gefunden. Er besteht unter anderem aus der Nordgemeinde um Pfarrerin Monika Renninger, dem Kinder- und Jugendhaus Nord und dem Arbeitskreis Asyl. Kurz vor Weihnachten war die Diakonin der Nordgemeinde Linda Gugelfuß im Haus, um Weihnachtsgeschenke an die Kinder zu verteilen.

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2 KommentareKommentar schreiben

@ bekien, 11:37 Uhr: Zitat: 'Lohnt es sich?' >>> Sehen Sie, guter Mann: SIE lohnen sich für mich auch nicht, denn meine Steuern zahle ich selber. Womöglich sind SIE chronisch krank und zehren meine Krankenkassenbeiträge auf. Womöglich haben SIE Kinder in die Welt gesetzt, die keine Arbeit haben und von meinen Steuergeldern leben. Womöglich haben SIE eine Solaranlage auf dem Dach und kassieren von meinen Steuergeldern bezahlte Subventionen. Ich sehe keinen Anhaltspunkt, nach dem SIE sich für mich mehr lohnen als diese Flüchtlinge, die nur mit dem Notwendigsten versorgt werden. Diese Leute verlassen ihre Heimat nicht zum Vergnügen, diese Leute sind in ihrer Heimat Lebensbedingungen ausgesetzt, die SIE sich nicht mal vorstellen können. Also mal halblang hier, denn, daß SIE zufällig in Deutschland, einem der reichsten Länder der Erde, aufgewachsen sind, ist nicht IHR Verdienst, sondern nur IHR Glück.

Was kostet uns das als Steuerzahler?: Lohnt es sich? Würden das andere Länder für uns auch machen? Wie viele nehmen wir noch auf?

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