Notlandung in Valencia Ryanair spart an Treibstoff für ihre Maschinen

Von , Madrid 

Über Valencia kamen gleich drei Maschinen der Billigfluglinie Ryanair in Bedrängnis – sie mussten einen Notruf absetzen, weil sie nicht genügend Treibstoff getankt hatten. Die Flugaufsicht leitet Untersuchungen ein.

Gleich drei Maschinen des Billigfliegers müssen einen Notruf absetzen. Foto: dpa
Gleich drei Maschinen des Billigfliegers müssen einen Notruf absetzen.Foto: dpa

Madrid - Die Tonaufzeichnungen klingen dramatisch. „Mayday, Mayday, Mayday, we are low on fuel“, ist eine Stimme zu hören, die aus einer Ryanair-Maschine beim Anflug auf Valencia stammen soll. Der Sender Intereconomía sendete den mitgeschnittenen Notruf vor drei Wochen im Nachrichtenprogramm. Gleich drei Flugzeuge der irischen Airline hätten am Abend des 25. Juli ähnlich lautende Hilferufe ausgesandt, um die Erlaubnis zur Notlandung auf dem Flughafen der spanischen Mittelmeerstadt Valencia zu erhalten – weil ihnen der Treibstoff ausging.

Diese Woche nun hat die spanische Flugsicherheitsbehörde Aesa Untersuchungen gegen Ryanair aufgenommen, um herauszufinden, wieso innerhalb kurzer Zeit gleich drei ihrer Flieger der Treibstoff ausging. Die Fluggesellschaft streitet die Zwischenfälle nicht ab. Die Maschinen waren von ihrem ursprünglichen Zielflughafen Madrid-Barajas nach Valencia umgeleitet worden, weil an diesem Abend über der spanischen Hauptstadt ein heftiges Gewitter niederging. Nach Informationen der Tagezseitung „La Gaceta“ mussten deswegen insgesamt 17 Flugzeuge auf andere Flughäfen ausweichen – doch offenbar kamen einzig die drei Ryanair-Maschinen, die nach Valencia dirigiert worden waren, wegen knappen Treibstoffs in Bedrängnis.

Lange Warteschleifen

Ein Ryanair-Sprecher begründete die Probleme seiner Fluggesellschaft damit, dass die Maschinen besonders lange Warteschleifen über Valencia fliegen mussten – angeblich 50, 68 und 69 Minuten lang. Erst als die Piloten absehen konnten, dass der Treibstoff nur noch für eine weitere halbe Stunde ausreichen würde, baten sie um die Erlaubnis zur Notlandung.

Die Aesa wird nun überprüfen müssen, ob diese Behauptung zutrifft. In einem Netzforum für Berufspiloten bestreitet ein offenbar gut informierter Teilnehmer die Darstellung von Ryanair: „Sie landeten, sobald sie den Flughafen erreicht hatten.“ Die irische Zeitung „Sunday Independent“ zitierte aus einem Rundschreiben an die Ryanair-Piloten vom 19. Dezember letzten Jahres. Darin beklagt sich der zweite Chefpilot Shane McKeon darüber, dass es „immer noch eine kleine Zahl von Kapitänen“ gebe, die „Schwierigkeiten“ hätten, mit geringstmöglichem Treibstoff unterwegs zu sein. Manche Piloten bestünden darauf, mit drei zusätzlichen Tonnen Treibstoff zu starten, das sei „vollkommen unakzeptabel und nicht das, wofür Sie bezahlt werden“.

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Selber schuld!: Kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen, wieso die Paxe entsetzt aufschreien - was erwartet man von Flügen, die tlw. genausoviel kosten wie ein 6-Zonen-Einzelfahrschein des VVS? Irgendwo muß ja gespart werden, und wenn Otto Normalbürger eine Geiz-ist-geil-Mentalität an den Tag legt, braucht er sich auch nicht zu wundern, wenn ihn diese Einstellung eines Tages buchstäblich Kopf und Kragen kostet.

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