Nürtingen - Wow, hier verliert man ja total den Überblick. So viele Ideen, Anregungen und Meinungen, und am liebsten würde ich zu allem meinen Senf dazugeben. Das hat Potenzial für einen Workshop. Wir treffen uns, sammeln die Themen und besprechen je nach Anzahl der Teilnehmer in kleineren Gruppen oder gemeinsam. Von mir aus besorge ich auch gerne ein Flippchard :-). Dann machen wir ein Protokoll und schicken es an Herrn Heirich. Was haltet ihr davon?“
Den Eintrag postet Martina Rudolf am 20. Januar auf der Facebook-Seite „ Nürtingen – was uns bewegt “. Er zeigt, mit welchem Elan sich Bürger, befeuert durch die neuen Medien, auch ohne Mandat in Kommunalpolitik einmischen. Ob Oberbürgermeister Otmar Heirich und der Gemeinderat zumindest einen Teil der Vorschläge aufgreifen und – lächelnd – am Ende in politische Entscheidungen ummünzen, steht auf einem anderen Blatt.
Die Gruppe gründete im November einer, der den Politikbetrieb kennt. Vor dem Urnengang im vergangenen Herbst hatte Reinmar Wipper zunächst eine OB-Wahl-Gruppe eingerichtet. Die Erfahrung ermuntert den Stadtrat der Fraktion Nürtinger Liste/Grüne, mit „ Bürgerbeteiligung – Jetzt “ einen Nachfolger an den Start zu bringen. Immer mehr Leute klinken sich ein. Diskutiert wird, was Bürgerbeteiligung überhaupt bedeutet. Wie weit geht Partizipation? Wie soll Beteiligung im Einzelfall ablaufen? Was unterscheidet sie von bürgerschaftlichem Engagement? Mit denselben Fragen befasst sich derzeit auch eine vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe , die ein zeitgemäßes Gewand für die Nürtinger Bürgerbeteiligung schneidern soll.
Im Facebook-Forum kommen über den eigentlichen Kern der Bürgerbeteiligung hinaus vielerlei Einzelthemen zur Sprache. Es geht um die Belebung der Innenstadt, um Verkehrsfragen, den Konflikt bei den Haushaltsberatungen oder um strittige Inhalte des geplanten Wohnparks Wörth. Literatur- und Veranstaltungstipps werden auch gegeben.
Es diskutiert meist nur ein kleiner Teil der Gruppe mit
Ein Forum für Debatten jenseits der Beteiligung installiert Wipper daher am 18. Januar mit „Was uns bewegt“. Aktuell zählt die Gemeinde 73 Mitglieder. Viele davon sind auch in der Parallelgruppe mit ihren 99 Mitgliedern. Auffällig ist, dass sich in beiden Foren überwiegend dieselben „Verdächtigen“ zu Wort melden. Die Mehrheit schweigt. Aktiv sind nicht zuletzt die Stadträte, die sich im sozialen Netzwerk tummeln. Peter Rauscher (Nürtinger Liste/Grüne) etwa: meinungsstark wie immer tut er auch über den Onlinekanal seine politischen Vorstellungen kund. Und auch in dieser Arena liefert er sich in gewohnter Manier Wortgefechte mit dem CDU-Fraktionschef und Landtagsabgeordneten Thaddäus Kunzmann.

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