O-Ton Berlinale
Die Schwaben und das Festival
Katja Bauer,
17.02.2011 07:36 Uhr
Der schwäbische Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (mitte)hat die Berlinale zu dem gemacht, was sie heute ist - wichtiger und glamouröser. Foto: dapd
Berlin - Es gibt Gegenden in Berlin, da gehört das Schwaben-Bashing zum guten Ton, und Maultaschenwitze muss sich eigentlich jeder Baden-Württemberger an der Spree ab und zu anhören. Das ist ein bisschen besser geworden, seitdem es die Proteste um Stuttgart 21 gibt - manchmal hört man Reaktionen wie: "Ihr seid ja gar nicht so sediert, wie wir dachten!" Man könnte sich jetzt überlegen, was das aussagt und vor allem über wen.
Aber darum geht es in dieser Kolumne nicht, sondern um Kino. Und dass Baden-Württemberger Herzen fürs Kino schlagen, kann man bei der Berlinale jedes Jahr beobachten: erstens in Gestalt des Direktors Dieter Kosslick, der gerade sein Zehnjähriges feiert und schwäbische Dickköpfigkeit beweist; in seinem Büro wartet auf ihn Tag und Nacht Gabriele, seine elektrische Schreibmaschine. Einen Computer, das Internet gar, lehnt Kosslick eiskalt ab. Und Schwäbisch spricht er nach wie vor viel besser als Englisch. Seine Berufsausübung scheint das nicht zu beeinträchtigen. "Mr. Berlinale" hat das Festival - der wachsenden Konkurrenz zum Trotz - wichtiger, beliebter und glamouröser gemacht, als es vorher war.
Zweitens gehört die baden-württembergische Landesvertretung zu den gesuchten Orten des Festivals. Wer hier zum Kodak-Filmmakers-Empfang eingeladen ist, bei dem Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren sich über Mittag treffen, schätzt sich glücklich. "Für mich der wichtigste Termin der Berlinale", sagt uns eine befreundete Aufnahmeleiterin.
Es gibt aber noch einen wichtigen Termin in der Landesvertretung: Am Mittwoch verlieh die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) ihren Strittmatter-Preis für Drehbuchautoren. Unter 41 Einreichungen setzte sich Stefan Schaller mit seinem Projekt "Fünf Jahre" durch. Ebenfalls nominiert waren Steffen Weinert für "Finn und der Weg zum Himmel" sowie Gerd Schneider für "Die Verantwortlichen". Ausgangspunkt von Schallers Drama ist die Geschichte des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz. Wie die Figur überlebe, sich mit inneren Monologen selbst stärke und die Peiniger niederringe, lobte die Jury, "ist beeindruckend und weckt Emotionen". Schaller verstehe es mit großer Geschicklichkeit, auf verschiedenen Ebenen zu erzählen. Der Autor strebt mit dem Buch sein Regiediplom an der Ludwigsburger Filmakademie an. Realisiert wird der Film von teamworx gemeinsam mit der Akademie.
Aber darum geht es in dieser Kolumne nicht, sondern um Kino. Und dass Baden-Württemberger Herzen fürs Kino schlagen, kann man bei der Berlinale jedes Jahr beobachten: erstens in Gestalt des Direktors Dieter Kosslick, der gerade sein Zehnjähriges feiert und schwäbische Dickköpfigkeit beweist; in seinem Büro wartet auf ihn Tag und Nacht Gabriele, seine elektrische Schreibmaschine. Einen Computer, das Internet gar, lehnt Kosslick eiskalt ab. Und Schwäbisch spricht er nach wie vor viel besser als Englisch. Seine Berufsausübung scheint das nicht zu beeinträchtigen. "Mr. Berlinale" hat das Festival - der wachsenden Konkurrenz zum Trotz - wichtiger, beliebter und glamouröser gemacht, als es vorher war.
Zum Kodak-Empfang geladen zu sein, ist etwas Besonderes
Zweitens gehört die baden-württembergische Landesvertretung zu den gesuchten Orten des Festivals. Wer hier zum Kodak-Filmmakers-Empfang eingeladen ist, bei dem Regisseure, Produzenten, Drehbuchautoren sich über Mittag treffen, schätzt sich glücklich. "Für mich der wichtigste Termin der Berlinale", sagt uns eine befreundete Aufnahmeleiterin.
Es gibt aber noch einen wichtigen Termin in der Landesvertretung: Am Mittwoch verlieh die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) ihren Strittmatter-Preis für Drehbuchautoren. Unter 41 Einreichungen setzte sich Stefan Schaller mit seinem Projekt "Fünf Jahre" durch. Ebenfalls nominiert waren Steffen Weinert für "Finn und der Weg zum Himmel" sowie Gerd Schneider für "Die Verantwortlichen". Ausgangspunkt von Schallers Drama ist die Geschichte des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz. Wie die Figur überlebe, sich mit inneren Monologen selbst stärke und die Peiniger niederringe, lobte die Jury, "ist beeindruckend und weckt Emotionen". Schaller verstehe es mit großer Geschicklichkeit, auf verschiedenen Ebenen zu erzählen. Der Autor strebt mit dem Buch sein Regiediplom an der Ludwigsburger Filmakademie an. Realisiert wird der Film von teamworx gemeinsam mit der Akademie.
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