OB-Wahl in Ravensburg
Oswald Metzger wird Zweiter
dpa/lsw,
14.03.2010 19:26 Uhr
Ravensburg - Rund 36.000 Ravensburger waren am Sonntag dazu aufgerufen, einen Nachfolger für Oberbürgermeister Hermann Vogler (CDU) zu wählen. Sieben Politiker, darunter auch recht bekannt, hatten kandidiert - unter anderen Oswald Metzger, der frühere Bundestagsabgeordnete der Grünen, der inzwischen zur CDU gewechselt ist.
Metzger erreichte bei der OB-Wahl 29,1 Prozent und lag damit an zweiter Stelle. Der Sigmaringer Bürgermeister Daniel Rapp (CDU) kam auf 46,3 Prozent der Stimmen und geht dadurch mit deutlichem Vorsprung in den zweiten Wahlgang, bei dem nur die einfache Mehrheit erforderlich ist. Die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch kam auf 15,0 Prozent.
Metzger erreichte bei der OB-Wahl 29,1 Prozent und lag damit an zweiter Stelle. Der Sigmaringer Bürgermeister Daniel Rapp (CDU) kam auf 46,3 Prozent der Stimmen und geht dadurch mit deutlichem Vorsprung in den zweiten Wahlgang, bei dem nur die einfache Mehrheit erforderlich ist. Die grüne Landtagsabgeordnete Brigitte Lösch kam auf 15,0 Prozent.
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Metzger
Der Ravensburger Bauunternehmer Matthias Hangleiter lobte auf einer Wahlveranstaltung in der Zehntscheuer die "Kom- petenz" und "Geradlinigkeit" von Oswald Metzger, und CDU-Gemeinderäte hoffen auf dessen „richtige Kontakte“, die Ravensburg im Falle seiner Wahl zum OB zugutekämen… Tatsächlich sind Metzgers "Kompetenz" und "Geradlinigkeit" beindruckend; Ravensburg steht offenbar ein politischer Tausendsassa ins Haus. Nachdem er im linksalternativen „Motzer“, der einmal auch kurz vor einem Verbot gestanden haben soll, gegen CDU-Politiker Front gemacht hatte, folgten fünf Jahre als SPD-Genosse und 20 Jahre Mitgliedschaft bei den Grünen. Dort wandelte er sich "geradlinig" weiter zum „Ordo-liberalen“ und geißelte, gewissermaßen als Westerwelle-Vorhut, die Hartz-IV-Empfänger, die „Kohlehydrate und Alkohol in sich hinein stopfen“. Als strikter Gegner einer „Volksbeglückungspolitik“ und Befürworter u. a. von Studiengebühren fand er schließlich in der CDU eine neue politische Heimat, wurde Mitglied der Ludwig-Erhard-Stiftung und fand Zugang zu hochkarätig besetzten Organisationen wie den Verein „Konvent für Deutschland“ und der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM). Welcher Studienabbrecher sonst hat sich schon eines solche Karriereleiter emporhangeln können? Weniger Glück war dem wortmächtigen Streiter für die lupenreine Marktwirtschaft und Beisitzer im Bundesvorstand der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung in seiner Rolle als (kontrollierendes!) Aufsichtsratsmitglied des Hamburger Solarunternehmens Conergy AG beschieden. Dort stand 2009 wegen des Verdachts auf Bilanzfälschung der Staatsanwalt vor der Tür, die Akten der Firma gelten laut „Handelsblatt“ als „Zockerpapiere“, und seit Beginn des Jahres sucht man dort händeringend nach Investoren. Nach zwei misslungenen Versuchen, CDU-Bundestagskandidat zu werden, scharrt Metzger jetzt vor der Ravensburger Rathaustür. Die Bürger der Welfenstadt dürfen gespannt auf jemanden sein, der für einen rigorosen Stellenabbau im öffentlichen Dienst und eine Minimalisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge plädiert.
Einfach nur tragisch
"...wird er zur tragischen Figur!" Genau so ist es. Und es wird leider mit jedem Wahlversuch schlimmer. Der Mann sollte schnellstens mal zu sich selbst finden - sonst wird er irgend wann gefährdet.
Herr Metzger fühlt sich überall zu Hause...
....von daher stellt sich die Frage welche Stadt/Kreis/Amt als nächstes von ihm angestrebt wird. Wenn irgendwo gewählt wird, dann findet Herr Metzger wieder einen "wichtigen" Grund, was ihn genau mit dieser Wahl verbindet und warum nur er der einzig wahre Mann für den Job ist. Aber da er damit ja schon überregional bekannt ist, fällt zum Glück keiner mehr auf ihn rein. Demnächst wird er sein Glück wahrscheinlich außerhalb Baden Württembergs versuchen. Sein Stammbaum gibt, wenn man weit genug zurückschaut, sicher Wurzeln weit im Norden Deutschlands her, das wäre ja dann für ihn sicher Grund genug es dort zu versuchen. Eventuell wechselt er auch noch zur Linkspartei, da war er ja glaub noch nicht Mitglied, und versucht sein Glück im Osten. Ich traue diesem Mann wirklich alles zu!