OB-Wahlkampf im Netz „Werbeprofi“ Turner rasselt durch

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Die Stuttgarter OB-Wahl wird auch im Internet gewonnen. Ein Wahlkampfberater hat die Online-Präsenzen und -Strategien von vier OB-Kandidaten analysiert. Ausgerechnet Sebastian Turner macht im Netz eine schlechte Figur.

Der OB-Wahlkampfberater Dirk Leibfried hat die Online-Auftritte der von den im Gemeinderat vertretenen Parteien und Fraktionen unterstützten OB-Kandidaten analysiert (Stand: Ende Juli) Foto: Screenshot 11 Bilder
Der OB-Wahlkampfberater Dirk Leibfried hat die Online-Auftritte der von den im Gemeinderat vertretenen Parteien und Fraktionen unterstützten OB-Kandidaten analysiert (Stand: Ende Juli)Foto: Screenshot

Stuttgart - In Städten von der Größe Stuttgarts können OB-Kandidaten längst nicht alle Bürger persönlich ansprechen. Auf ihrer Homepage oder auf Facebook ist das aber möglich. Doch dafür muss der Online-Auftritt gut gemacht sein. Der Kaiserslauterner Wahlkampfberater Dirk Leibfried hat im Auftrag der StZ die Onlineauftritte und -strategien der von den im Gemeinderat vertretenen Parteien und Fraktionen unterstützten OB-Kandidaten analysiert.

Ausgerechnet der „Werbeprofi“ Sebastian Turner (unterstützt von CDU, FDP, Freien Wählern) kriegt von Leibfried ein glattes „mangelhaft“. Er sei über die Webpräsenz Turners „entsetzt“, sagt Leibfried, „Herr Turner scheint das Netz gar nicht als relevanten Kommunikationskanal zu betrachten“. Zwar ist Turner online durchaus zu finden – er hat eine Homepage, eine Facebook-Seite und daneben ein halb privates, persönliches Facebook-Profil. Aber wie er es macht, darüber ist der Wahlkampfberater „entsetzt“: „Turners Homepage ist grafisch höchst bieder, extrem textlastig und seine Vita eine halbe Autobiografie“, lästert Leibfried.

Besonders befremdlich findet der Pfälzer Turners „Miteinander-Brezel“, in die zwei sich grüßende Hände eingearbeitet sind: „Das war in den Siebzigern schon schlecht.“ Der Wahlkampfberater fragt sich gar, „ob das der selbe Turner ist, der mal Chef bei Scholz & Friends war“. So heißt die Werbeagentur, wegen der Turner gerne als „Werbeprofi“ bezeichnet wird. Aber Kommunikation in eigener Sache, mutmaßt Dirk Leibfried, sei eben etwas anderes als Werbung für andere. „Und Herr Turner ist ja Autodidakt in Sachen Politik“, fügt Leibfried hinzu.

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Brezel ja, Turner nein.: Recht geschieht ihm, meint Baudolino, und wünscht sich, dass „Politiker“ wie namens Turner so durchrasseln, dass sie in irgendeinem, möglichst unbedeutenden, Mondkrater landen. Die Bürger brauchen keine Politiker, die ihre Zielsetzungen manipulativ über populistische Werbung durchsetzen wollen. Und Werbung als Massenbeeinflussung ist immer manipulativ, weil sie sich für die Erreichung ihrer Ziele teuer bezahlen lässt. Auch Baudolino isst gerne gute Brezel. Wäre dabei aber ein Turner in seiner Nähe, würde ihm der Appetit an der Brezel vergehen.

Verleumdung?: Zu der vorgeschobenen Meinungsmache, Hannes Rockenbauch sei ein „Krawallmacher“ und wolle von diesem Image weg, will Baudolino anmerken, dass Hannes Rockenbauch sich mit der Befreiung eines solchen Image in keiner Weise beschäftigen muss. Es ist völlig gewaltfrei, hat sich nie an so genannten Krawallen im Sinne von Tumult mit Tätlichkeiten beteiligt. Ein Krawallmacher ist eine Person, die einfach Rabatz macht, ohne einen sozialen, gesellschaftsrelevanten oder politischen Hintergrund anzuzeigen. Es ist hinreichend bekannt, dass Aktive mit hervorstechendem politischen Erneuerungspotential von den etablierten politischen Kräften stets und grundsätzlich verleumdet wurden, zum Teil auf die feine, zum Teil auf die grobe Art.

Tofu ist schwules Fleisch: Dies ist ein Slogan von Scholz&Friends aus dem Jahre 2009. Sebastian Turner war bis 2011 Partner der Scholz & Friends Gruppe.

Verlogenheits-Amnesie: Besonders schäbig an dieser verdeckte Wahlkampffinanzierung ist, dass Turner sich wenige Wochen vorher von der Lokalpresse als angeblicher Saubermann präsentieren ließ. Kuhn war damals gut beraten, die von Turner offerierten Schienbeinschützer dankend abzulehnen. Die PR-Bilder mit den Schienbeinschützern druckte diese 'Zeitung' groß ab - jetzt hat sie diese verlogene Aktion offenbar 'vergessen'.

Nebelkerze: Etwas stutzig macht es einen schon: Warum lässt die StZ die Internetauftritte nicht von einem Internet-Spezialisten analysieren, sondern von einem FDP-Journalisten und selbsternannten 'Bürgermeister-Berater'? Hauptziel dieses pseudo-kritischen Artikels ist offenbar, den CDU-VorTurner mal wieder in die Überschrift zu hieven, Werbung für seine 'Brezel-Seite' zu machen und - ganz nebenbei - die systematische Propaganda dieser 'Zeitung' für den CDU-Werbefuzzi zu vernebeln.

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