Oberbürgermeister-Wahl Wolfgang Schuster will nicht kandidieren

Von Text: StZ/dpa, Fotostrecke:  

Die Entscheidung ist gefallen: Oberbürgermeister Wolfgang Schuster will nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Das gab er am Montag bekannt.

Wolfgang Schuster blickt auf 15 Jahre als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt zurück. In der folgenden Bildergalerie zeigen wir seinen mitunter steinigen Weg ins Amt… Foto: Steinert 11 Bilder
Wolfgang Schuster blickt auf 15 Jahre als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt zurück. In der folgenden Bildergalerie zeigen wir seinen mitunter steinigen Weg ins Amt…Foto: Steinert

Stuttgart - Die Entscheidung ist gefallen: Oberbürgermeister Wolfgang Schuster will nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Das gab er am Montag beim Neujahrsempfang im Großen Sitzungssaal des Rathauses bekannt. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um die Dinge in andere Hände zu geben, sagte er.

Drei Gründe seien für seinen Verzicht ausschlaggebend gewesen: Stuttgart stehe im Vergleich mit allen Großstädten in Deutschland und Europa hervorragend da. Außerdem seien die wesentlichen Weichen für die Zukunft gestellt. Und schließlich habe Stuttgart 21 - das in seiner 30-minütigen Ansprache in nur einem Absatz erwähnt wurde - bei seiner Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt. "Das Verkehrsprojekt Stuttgart 21 ist im Bau und muss noch acht Jahre lang kraftvoll begleitet werden", sagte Schuster. Er wolle sich intensiv bemühen, eine Brücke zu den Stuttgart-21-Gegnern zu schlagen und respektiere, dass jeder seine eigene Meinung habe. Die Stuttgart-21-Gegner wiederum sollten jedoch auch respektieren, dass eine Mehrheit in Stadt und Land Stuttgart 21 positiv bewerte.

In seiner Ansprache dankte Schuster seiner Familie, "gerade weil ich mit der Stadt so lange und intensiv "verheiratet" bin." Seine Familie freue sich, nach 27 Jahren, die Schuster als Bürger- und Oberbürgermeister in der Verantwortung gestanden habe, ihn als Ehemann, Vater und Großvater nicht irgendwann, sondern 2013 öfter zu sehen.

Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Stadtverwaltung sowie den Stuttgarter Bürgern kündigte Wolfgang Schuster an, dass seine Agenda 2012 anspruchsvoll und umfangreich sei und er alles sein wolle, nur keine "lame duck" .

Im Vorfeld hatte es im Rathaus zahlreiche Spekulationen gegeben, dass der Oberbürgermeister sich eine weitere Amtszeit durchaus vorstellen könne. Schusters Familie allerdings soll sich gegen eine Kandidatur ausgesprochen haben – damit der 62-Jährige mehr Zeit mit seinen Enkelkindern verbringen könne.

Die Kandidatensuche beginnt

Wer nun für die CDU bei der OB-Wahl im Herbst kandidiert, ist unklar. Auch die politische Konkurrenz hat sich noch nicht auf einen Bewerber festgelegt. Schuster ist seit 1996 Rathauschef in der Landeshauptstadt, die mit rund 600.000 Einwohnern zu den größten und wirtschaftsstärksten Kommunen in Deutschland gehört. Der gebürtige Ulmer ist der politische Ziehsohn seines Vorgängers Manfred Rommel.

Seit dem Spätherbst 2007 ist Schuster für die Gegner von Stuttgart 21 der Buhmann. Damals lehnte der Jurist ein Bürgerbegehren gegen das Milliardenprojekt aus formalen Gründen ab. Die Demonstrationen gegen den Tiefbahnhof erreichten Mitte 2010 ihren Höhepunkt, als es im Schlossgarten zu Ausschreitungen kam.

Doch der landesweite Volksentscheid am 27. November 2011 brachte Schuster Rückenwind: Denn nicht nur eine Mehrheit der Bürger im Land, sondern auch in der Landeshauptstadt sprach sich für den Weiterbau des Milliardenbahnprojekts aus.

Hier geht es zur Rede von Wolfgang Schuster.

  Artikel teilen
75 KommentareKommentar schreiben

Mineralquellen: Die Deckschicht über den Mineralquellen in der S21 Baugrube wird nun wohl nicht mehr in der Amtszeit von Dr. Schuster angekratzt. Die Presse wird dann hoffentlich auch bei ihm anklingeln und seine Stellungnahme einfordern.

@ Matthias: CBL: Wieviel Verlust die Stadt Stuttgart durch die Cross-Border-Leasing-Abenteuer der Herren Schuster und Föll erlitten hat, wird sich vielleicht nach einem Machtwechsel im Stutgarter Rathaus herausstellen. Solange Föll und Schuster dort alles kontrollieren, ist es ihnen ein Leichtes, die vermutlich angefallenen Verluste zu verschleiern, und natürlich haben sie großes Interesse daran, dies zu tun. Herr Schuster hat sich bis heute nicht zu der Aussage durchringen können, dass der Abschluss dieser Verträge ein Fehler war (so sehen es fast alle anderen Bürgermeister und Landräte im Verband der Landeswasserversorger.) Er ließ sich lediglich zu der halbherzigen Aussage herab, dass man solche Verträge 'heute wohl nicht mehr abschließen würde' - warum wohl nicht, wenn sie doch angeblich vorteilhaft sind? Siehe http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/1952559_0_9223_-zweifel-am-cross-border-leasing-stadt-soll-ausstieg-aus-mietgeschaeften-pruefen.html Die extrem Schuster-freundliche Stuttgarter Zeitung hier als Kronzeugin anzuführen, ist schon recht naiv. Und was die Neue Messe betrifft: Ein Teil ihres bisherigen Erfolges geht auf Kosten anderer Messestandorte in Baden-Württemberg. Wenn die Neue Messe mehr Hallen bauen will und der Platz dafür da ist, dann soll sie es tun, aber bitte aus ihren eigenen Erträgen und nicht aus Steuermitteln. Es geht nicht an, dass man sich beim Geschäftsgebaren und bei den Direktorengehältern an den Usancen der Privatwirtschaft orientiert, die Investitionen jedoch aus der Staatskasse finanziert.

Alternativen zu Stuttgart 21: Werter Matthias, hätten Sie sich die Mühe gemacht sich zu informieren, wüssten auch Sie, daß es sehr sinnvolle, ökologische und ökonomische Gegenvorschläge zu Stuttgart 21 gibt.http://kopfbahnhof-21.de/ Die Vorschläge der Architekten für K 21 waren erst vor kurzem im Stuttgarter Schlossgarten vorgestellt, wurden dann aber leider mutwillig zerstört. Auch Herr Schuster sind diese Vorschläge bekannt. Das Problem ist nur, daß das Gleisvorfeld bei diesen Alternativvorschlägen nicht bzw. nur teilweise frei wird. Die Immobilienspekulan- ten, die daran verdienen, wollen sich dieses Milliarden- geschäft natürlich nicht verderben lassen. Dies ist der einzige Grund, weshalb Stuttgart 21 gebaut werden soll. Der Kopfbahnhof, der bereits heute leistungsfähiger ist, als Stuttgart 21 je sein wird, existiert bereits. Eine Modernisierung würde diese Leistungfähigkeit noch steigern. Und dies alles ohne die sinnlose Zerstörung der Natur, von Kulturdenkmälern und dem Eingehen unkalulierbarer geologischer und finanzieller Risiken.

Chance nutzen: Schusters Verzicht auf eine erneute Kandidatur ist doch die Chance für den Teil der Bevölkerung, der seit geraumer Zeit in der Gewissheit lebt die Mehrheit zu sein, aus ihren Reihen eine unabhängige Person aufzustellen. Diese wird mit unermüdlichem, edelmütigem Einsatz die Stadt erfolgreich zum demokratischen Konsens zurück führen.

14:26 Uhr, geschrieben von Beobachter: ....na groß in der Welt herumgekommen scheinen Sie ja nicht zu sein....wenn Sie den Schuster im 'Wettbewerb' loben wollen... Welche Wohltaten hat er denn vollbracht?? ENBW verkauft... CrossBoarder Leasing... Wasspfennigumlage erhöht um ebendiese wieder zu relativieren.... Trumptower....Olympiabewerbung...in der LBBW 900 Millionen Euro versenkt... das ließe sich übrigens noch fortsetzen... Nennen Sie mir EINEN wirklichen VErdienst, denn dieser OB seiner Stadt vererbt... Speiübel wird einem eher bei anderen Sachen, z.B. bei diesen geistlosen Zukunftsvisionären a la Schuster... jede Menge Staub aufwirbeln und dann schnell die Kurve kratzen! Frage: wer von den Herrschaften, die vor wenigen Jahren das berüchtigte 'Memorandum of Understanding' zu S21 unterzeichnet haben, ist jetzt noch in Amt und Würden, kraft derer er seinen Servus daruntersetzen durfte?? Na.....?? Und gehen wir mal in 2013, dann bleibt KEINER... und das Ding namens S21 hat nicht mal angefangen Form anzunehmen... Ja ich finde es schade, dass Schuster nicht antritt! Ich hätte es uns allen gewünscht! Mit dem Votum wäre dann auch klar geworden, für was Stuttgart steht! Zukunft von vorgestern oder wirkliche Stadtentwicklung... Wir Stuttgarter haben noch ein Hühnchen zu rupfen mit Schuster...und der flattert davon... nun bleibt nur noch dieser 1BM Föll.. der ist aber zu feige sich aufstellen zu lassen... Als einzig ernstzunehmende CDU Kandidatin sehe ich nur Frau Eisenmann.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.