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Karlsruhe - Am 2. Dezember sind die Karlsruher Wahlberechtigten aufgerufen, ihre neue Verwaltungsspitze zu bestimmen. Diesen Termin hat der Gemeinderat auf Vorschlag des Amtsinhabers Heinz Fenrich (CDU) beschlossen. Kann kein Bewerber die absolute Mehrheit auf sich vereinigen, wird am Sonntag, 16. Dezember, der entscheidende Urnengang stattfinden.
Der Christdemokrat Fenrich wird kommende Woche 67 Jahre alt, eine neue Kandidatur ist damit erledigt. Er ist seit 1998 Oberbürgermeister in der Fächerstadt und wurde 2006 im Amt bestätigt. Bei seiner ersten Wahl war er für die Karlsruher kein unbeschriebenes Blatt: Seit 1991 war er Beigeordneter, zuvor seit 1980 Gemeinderat.
Über die Stadtgrenzen hinaus
Seit 1970 stellt die CDU in Karlsruhe die Oberbürgermeister. Otto Dullenkopf stand bis 1986 an der Spitze der Stadt, sein Nachfolger Gerhard Seiler bis 1998. Beide brachten es zu einer über die Stadtgrenzen hinaus reichenden Anerkennung. Fenrich blieb dagegen eher blass. Von 1948 bis 1970 regierten in der badischen Residenzstadt SPD-Oberbürgermeister. Anders als in der Landeshauptstadt Stuttgart zeichnet sich in Karlsruhe nicht nur ein breites Kandidatenfeld ab. Mehrere Interessenten haben ihre Ambitionen auch schon offen erklärt.
Die Erste war die derzeitige Erste Bürgermeisterin der Stadt, Margret Mergen. Schon am 6.Januar tat die Christdemokratin kund, dass sie sich bei der CDU um die OB-Kandidatur bewerben wolle. Mergen ist seit 2007 Finanz- und Wirtschaftsbürgermeisterin in Karlsruhe und seit 2009 Erste Bürgermeisterin und damit die erste Vertreterin des Oberbürgermeisters. Die 50-Jährige kam von Heilbronn nach Karlsruhe; dort füllte sie seit 2000 diesselbe Funktion aus - nachdem sie zuvor als Trainee in der Karlsruher Stadtverwaltung gelernt hatte.
Trumpf im Ärmel: Präsident des KSC
Mergen gilt als ehrgeizig und ist auch im Landesvorstand der CDU. Ob sie die Kandidatur in Karlsruhe aber bekommt, ist offen. Denn seit einiger Zeit gilt auch Ingo Wellenreuther als Interessent für den OB-Stuhl. Der 52-Jährige ist seit 2002 Vorsitzender der CDU Karlsruhe und Bundestagsabgeordneter. Seit 1999 sitzt er im Gemeinderat der Stadt. Zuvor war Wellenreuther im Hauptberuf Richter. Sein Trumpf könnte sein, dass er seit 2010 Präsident des Karlsruher Sportclubs ist. Ähnlich wie Mergen, die in Rastatt vergeblich versucht hat, Oberbürgermeisterin zu werden, musste auch Wellenreuther einen Fehlversuch wegstecken. Er hatte sich 2007 vergeblich bemüht, die SPD-Vorherrschaft in Mannheim zu brechen. Er unterlag schon im ersten Wahlgang dem heutigen Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD).
Die Sozialdemokraten wollen ihrerseits die CDU-Herrschaft in Karlsruhe beenden. Seit dieser Woche bemühen sich zwei Interessenten um die Kandidatur bei der SPD. Der eine ist Frank Mentrup. Der 47-Jährige ist erst seit Juni vergangenen Jahres Staatssekretär im Kultusministerium und sitzt seit 2006 im Landtag. Er wurde zuerst in Mannheim-Nord direkt gewählt; nachdem es dort innerhalb der Partei Verwerfungen gegeben hat, vertritt er seit 2011 Ettlingen. Auch er wollte in Mannheim OB werden, musste Peter Kurz bei der Kandidatur aber den Vortritt lassen. Zweiter SPD-Interessent ist der Karlsruher Sozialbürgermeister Martin Lenz. Der 50-Jährige ist seit 2009 Dezernent in Karlsruhe.
Irritiert über den SPD-Vorstoß reagierten die Grünen. Sie wurden von dem Personalangebot überrascht. Dabei habe es Absprachen gegeben, einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Die Verkehrsstaatssekretärin und Grünen-Gemeinderätin in Karlsruhe, Gisela Splett, und der Umwelt- und Gesundheitsdezernent Klaus Stapf haben wenig bis keine Ambitionen, für die Grünen ins Rennen zu gehen.


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