Öney zu "Charlie Hebdo"-Attentat Anschlag auch Angriff auf den Islam

Von SIR/dpa 

Auch in Baden-Württemberg ist die Bestürzung über den Terrorangriff auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" groß. Integrationsministerin Öney sagte: "Nichts schadet dem Islam und den Muslimen mehr als der radikale Islamismus."

Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) Foto: dpa
Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD)Foto: dpa

Stuttgart - Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sieht in dem Terror-Anschlag von Paris auch einen Angriff auf den Islam. „Nichts schadet dem Islam und den Muslimen mehr als der radikale Islamismus“, sagte sie am Freitag in Stuttgart. „Nichts spielt rechtsextremen und islamfeindlichen Gruppen mehr in die Hände, wie aktuelle Umfragen belegen. Das dürfte auch den vielen friedliebenden Muslimen in Europa klar sein.“

Die beiden mutmaßlichen Attentäter auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ gelten als islamistische Terroristen, einer hat nach US-Medienberichten ein Ausbildungslager der Terrorgruppe Al-Kaida durchlaufen. „Mein Beileid gilt Frankreich und den Angehörigen der Opfer dieses barbarischen Akts“, sagte Öney.

Kretschmann: "Anschlag auf Demokratie"

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte den Terrorangriff einen "Anschlag auf die Demokratie“. Die abscheuliche Tat habe alle getroffen. Sie habe ausgerechnet in der Stadt stattgefunden, in der während der Französischen Revolution die Rechte Meinungs- und Pressefreiheit geboren worden seien. Diese Rechte müssten geschützt werden.

Islamische Glaubensverbände in Baden-Württemberg verurteilten den Anschlag scharf. „Das war auch ein Anschlag auf die Situation der Muslime in Deutschland“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg (IGBW), Muhittin Soylu.

Der Landeschef der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), Erdinc Altuntas, zeigte sich schockiert und bestürzt. „Muslime und Nicht-Muslime müssen denjenigen den Nährboden entziehen, die die Religion für ihre Zwecke missbrauchen. Wir müssen für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden einstehen.“

Bei dem Anschlag auf das religionskritische Magazin in Paris hatten Terroristen am Mittwoch zwölf Menschen getötet und elf verletzt.