Bis zu sieben Sitze in nahezu jede erdenkliche Position schieben, klappen, versenken – im Opel Zafira zählt das seit der Markteinführung der ersten Modellgeneration im Jahre 1999 zu den Grundeigenschaften und scheint bis heute ein wichtiges Kaufkriterium zu sein. Eine höchstmögliche Flexibilität des Innenraums ohne mühevollen Sitzausbau ist der entscheidende Vorteil des Vans aus Rüsselsheim und hat den Wettbewerb dazu bewogen, sich ebenfalls möglichst raffinierte Klappsitze einfallen zu lassen.
Was Familien gefällt, soll nun auch Geschäftsleute erfreuen: Der neue Opel Zafira trägt den Beinamen Tourer und hat zusätzlich zum dreireihigen Flex-7-Sitzkonzept (Aufpreis 700 Euro) eine spezielle Lounge-Bestuhlung (Aufpreis 295 Euro) an Bord: Aus dem Siebensitzer wird damit im Handumdrehen ein Viersitzer mit fürstlichen Platzverhältnissen in der zweiten Reihe. Ein pfiffiger Klapp- und Drehmechanismus verwandelt die Rückenlehne des Mittelplatzes in eine komfortable Armlehne für die Passagiere auf den beiden äußeren Sitzen, die sich wiederum auf einer Schiene bis zu 28 Zentimeter in Längsrichtung verschieben lassen. Da sie zusätzlich jeweils fünf Zentimeter zur Fahrzeugmitte gleiten können, kommt man in den Genuss von reichlich Bein- und Schulterfreiheit. Ob zukünftig tatsächlich Geschäftstreffen vermehrt im Auto stattfinden, wird sich zeigen. Wenn der Zafira Tourer mit Panorama-Frontscheibe und Glasdach (Aufpreis 1300 Euro) ausgestattet ist, stimmt zumindest auf allen Sitzen die Aussicht. Darüber freuen sich gewiss auch mitreisende Kinder.
Fünf oder sieben Sitze – oder beides? Während es die Konkurrenz zunehmend mit der Taktik versucht, ein Modell in zwei unterschiedlichen Längen anzubieten, geht Opel einen anderen Weg: Der 4,47 Meter lange Vorgänger wird nicht eingestellt, sondern läuft im Bochumer Werk als Zafira Family vom gleichen Band wie der knapp 20 Zentimeter längere Zafira Tourer. Weil der Neue standardmäßig als Fünfsitzer und mit etwas weniger Extras ausgeliefert wird, ist der Einstiegspreis bei beiden gleich: 22950 Euro. In Rüsselsheim rechnet man damit, vom Family im nächsten Jahr etwa 10000 Exemplare abzusetzen – der Tourer soll ab 14. Januar 2012 dreimal so viel verkauft werden.
Äußerlich unterscheidet sich das neue Modell stark vom bisherigen Zafira. Von mehr Mut zeugt vor allem die Frontpartie mit den vom Ampera bekannten Bumerang-Scheinwerfern. Die an den Insignia erinnernden Konturen an den Flanken nehmen dem Van in der Seitenansicht etwas an Höhe. Die Dachlinie fällt nach hinten leicht ab, was in Verbindung mit dem langen Radstand und den auf der Schulter stehenden Außenspiegeln zu einem geschmeidigeren Gesamtbild führt. Im Inneren des Tourer gibt es nicht nur hübsches Design und flexible Sitze, sondern auch über 30 Fächer und Ablagen und etwas mehr Kofferraum. Im Siebensitzer sind es jetzt 152 Liter, im Fünfsitzer 710 Liter, die Ladekante liegt mit 65 Zentimetern knapp sechs Zentimeter höher als bisher.
Während man in anderen Ländern aufgrund von Tempolimit und Steuerregelungen gerne zu schwächer motorisierten Modellen greift, werden hierzulande vornehmlich der neue 140-PS-Turbobenziner und der stärkste Diesel mit 121 kW (165 PS) unter der Tourer-Haube landen. Beide Triebwerke sind mit Sechsgang-Handschaltung oder Sechsstufen-Automatik (Aufpreis 650 Euro) bestellbar. Beim handgeschalteten Diesel gehört das Start-Stopp-System zur Serie, beim Otto ist eine Zuzahlung von 355 Euro fällig. Auf ersten Testfahrten mit dem Selbstzünder fielen die gute Geräuschdämmung und die sorgfältig abgestimmte Lenkung auf. Eine ganze Reihe elektronischer Assistenten machen die Fahrt sicherer: Die 60 Meter weit voraus blickende Kamera erkennt Fahrspur, Verkehrszeichen und reguliert nachts die Leuchtweite der Scheinwerfer; ein zusätzliches Radargerät überwacht den Bereich von 150 Meter vor dem Auto und liefert die nötigen Daten für Abstandstempomat, Abstandswarner und automatische Notbremsung.


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