Opel Umwandlung in Aktiengesellschaft
dpa, 06.01.2011 14:48 Uhr
 Foto: dpa
Foto: dpa
Rüsselsheim - Opel hakt die Krise ab. "Wir gehen mit Zuversicht ins neue Jahr. Wir haben 2010 die Trendwende geschafft", jubelt Marketing-Direktorin Imelda Labbé und hebt die Verkaufserfolge des Meriva und der neuen Astra-Modelle hervor. Damit habe der Hersteller im Dezember in Deutschland mit einem Marktanteil von mehr als zehn Prozent das beste Monatsergebnis seit Mai 2006 erzielt.

Freilich ist auch in Rüsselsheim noch längst nicht alles Gold, was glänzt. Insgesamt verkaufte Opel 2010 mit 233.498 Neuwagen fast ein Drittel (31 Prozent) weniger Neuwagen als im zugegeben starken Abwrackjahr 2009. Und auch Gewinne sind für die Rüsselsheimer weiterhin Zukunftsmusik, während die Konkurrenz von VW über Mercedes bis BMW in Asien und Amerika punktet.

Die Zahlen belegen: Noch sind die Verluste immens und die Markenanteile überschaubar. Doch davon lassen sich weder Management noch Betriebsrat die Zuversicht nehmen. Denn der Trend stimmt. Neuen Schwung auf dem Weg zum Erfolg versprechen sie sich zudem von der am Mittwoch erfolgten Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft: "Die AG ist die angemessene Rechtsform für ein bedeutendes Industrieunternehmen in der Größenordnung von Opel", freut sich Opel-Chef Nick Reilly: "Damit können wir gegenüber bedeutenden Wettbewerbern aus der Automobilindustrie auf Augenhöhe agieren."

Aktiengesellschaft als Signal für Neuanfang


Auch Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, der Opel in den vergangenen Jahren mehrfach am Abgrund sah, versprüht wieder Optimismus: "Wir sind zurück in der Spur." Für ihn ist die AG- Umwandlung das Signal für einen Neuanfang, die den Arbeitnehmern insbesondere bei Produkt- und Investitionsplanung im Aufsichtsrat mehr Mitbestimmung sichert. Franz hatte den Schritt als Symbol für mehr Eigenverantwortung gefordert und die Sanierungsbeiträge der Belegschaft in Milliardenhöhe daran geknüpft.

Ob strategische Entscheidungen wie erhofft künftig tatsächlich vermehrt in Rüsselsheim getroffen werden, muss sich aber erst noch zeigen. Zweifel sind angebracht, glaubt Experte Ferdinand Dudenhöffer: "Opel ist eine 100-prozentige Tochter von GM und wird wie eine 100-prozentige Tochter geführt. Ob das in der Form einer GmbH oder AG geschieht, macht wirtschaftlich keinen Unterschied."

Dass die Mutter durchzugreifen verstehe, zeige ein Blick in die Vergangenheit: "Der Unterschied von der Opel AG vor 2005 zur Opel GmbH nach 2005 ist noch nicht mal durch ein Rasterelektronenmikroskop wahrzunehmen." Opel müsse sich auf seine Produkte, sein Image, seine Handelsorganisation und seine Innovationen konzentrieren und nicht auf Nebenkriegsschauplätzen versuchen, den Markt zu gewinnen. "Kein Kunde kauft einen Opel deshalb, weil jetzt AG draufsteht."

Kommentare (0)
Anzeigen