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Organischer Übergang in einem gut bestellten Haus

"Strohgäu Extra", vom 18.01.2012 02:46 Uhr
Korntal-Münchingen Der neue Geschäftsführer der Brüdergemeinde setzt auf Kommunikation als Führungsstil. Von Daniel Völpel

Weiterer Wechsel bei der evangelische Brüdergemeinde Korntal (BGK): nachdem im Oktober Klaus Andersen sein Amt als weltlicher Vorsteher angetreten hatte, hat nun zum 1. Januar Thomas Woschnitzok die Geschäftsführung von Wolfgang Lorenz übernommen. Gestern stellte die BGK ihren neuen Verwaltungschef in Korntal vor, am 29. Januar wird er offiziell eingeführt.

Mit Blick auf die Note 1,1, die der Pflege-TÜV dem Altenzentrum kürzlich verliehen habe, sagte Thomas Woschnitzok dabei: "Es freut mich sehr, dass ich ein so gut bestelltes Haus übernehmen darf." Den Wechsel in der Geschäftsführung bezeichnete er als "organischen Übergang". So habe er seinem Vorgänger im letzten Quartal 2011 über die Schulter blicken dürfen. Der Vater von vier Kindern lebt auf Stuttgarter Gemarkung, ist aber seit 1999 Mitglied der Brüdergemeinde. Gemeinsam mit seiner Frau bot er bereits bisher ehrenamtlich Eheseminare in der Gemeinde an. 32 Jahre lang arbeitete der gelernte Bankkaufmann und diplomierte Bankbetriebswirt in seiner Branche. Nach eigenen Angaben war Woschnitzok als Direktor beim LBBW-Konzern unter anderem für kirchliche Organisationen zuständig. "Die Themen, die diese Einrichtungen beschäftigen, haben mich immer bewegt", erklärte der 55-Jährige. Im Einstellungsprozess bei der BGK habe er sich deshalb überlegt, "könnte es sein, dass Gott mich vorgesehen hat, weil ich über die entsprechende Berufserfahrung verfüge". Aus dem säkularen Bereich wisse er: "Man muss die Menschen mögen, um erfolgreich zu sein", sagte Woschnitzok. Weil für ihn Kommunikation das A und O ist, nahm er bereits an sechs Weihnachtsfeiern teil. Seine Startphase nutzt er für Vier-Augen-Gespräche mit Verantwortlichen in den Einrichtungen. "Das ist der Führungsstil, den ich bevorzuge und der wird hier gerne gesehen."

Als eines seiner wichtigsten Ziele nannte Woschnitzok, die Einrichtungen enger zu verzahnen und so Synergien zu schaffen. Außerdem will er die ehrenamtliche Diakonie stärken, wie sie etwa über den Telefondienst Helpline organisiert wird.

Wolfgang Lorenz, der 1989 ebenfalls aus der Bankenbranche in die Geschäftsführung in die Brüdergemeinde wechselte, erinnert sich in seiner Zeit vor allem an Großbauten: Gegen den Widerstand der Bürgerinitiative für den Institutsgarten habe man Anfang der 90er-Jahre für rund 30 Millionen D-Mark das Altenzentrum gebaut. Erst mit Fördermitteln des Landes konnte das Zentrum realisiert werden. "Das war für mich eine wichtige Fügung Gottes, dass die Zusage gekommen ist, weil der Bau an dieser Stelle nicht unumstritten war", so Lorenz. In der Folge seien der Saalgarten als Grünzug und Wohnhäuser entstanden.

Als Erfolg wertet es Lorenz außerdem, dass die Koexistenz mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Landeskirche durch Verträge verbessert wurde. 2004 wurden die Einrichtungen der Brüdergemeinde neu strukturiert. Die Grundsätze zur Unternehmensführung, die in Lorenzens Ära eingeführt wurden, will sein Nachfolger ausbauen und um einem Leitbild für die Führungskräfte ergänzen. Das biblische Menschenbild und die Aufgaben in Mission und Diakonie stehen für ihn dabei im Vordergrund, so Thomas Woschnitzok.

Übergabe Die Verabschiedung von Wolfgang Lorenz und die Einsetzung von Thomas Woschnitzok als Geschäftsführer der BGK findet am Sonntag, 29. Januar, statt. An den Gottesdienst im Großen Saal um 10 Uhr schließt sich ein Empfang im Gemeindezentrum an.

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