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Stuttgart - Nachdem die grausamen Vorwürfe gegen unseren Bundespräsidenten dieser Tage vollends im gellenden Empörungsschrei gipfelten, dass er sich sogar gelegentlich gratis durchs Münchner Oktoberfest gewulfft haben soll, gibt es jetzt erstmals auch eine gute Nachricht: Zumindest beim Geburtstag von Uli Hoeneß hat Christian Wulff nicht kostenlos mitgeschnorrt.
Die Party war letzten Freitag, und die 475 Gäste können alle froh sein, dass sie nicht Bundespräsident sind, so haben sie sich im Münchner Postpalast verköstigen und verwöhnen lassen bis an den Rand der vorsätzlichen Vorteilnahme, nur eine begehbare Geburtstagstorte hat zum Überfluss noch gefehlt - und gratis war sogar die Laudatio, in der Kalle Rummenigge den Jubilar als "Vater Teresa vom Tegernsee", "Nelson Mandela von der Säbener Straße" und "Mutter aller Manager" heiligsprach.
Die wirklich wichtigen Dinge
Spätestens an der Stelle kann der Bundespräsident jetzt aufatmen: Die Wulff-Wochen sind beendet, ab sofort regiert wieder der Bayern-Präsident, jedenfalls besinnen wir Deutschen uns ab Freitag zurück auf die drei wirklich wichtigen Dinge: Fußball, Fußball und Fußball. Zur Untermauerung dieser Fakten hat Hoeneß seinen Sechzigsten gleich zweimal gefeiert - und auf Schalke werden sie sich jetzt spontan an die alte Legende Ernst Kuzorra erinnern: Der wurde sogar zweimal beerdigt, weil der damalige Präsident Eichberg zur Kranzniederlegung zu spät kam, aber unbedingt mit aufs Foto wollte. So wichtig ist Fußball.
Endlich geht es wieder los, und gleich mit dem Paukenschlag Gladbach gegen Bayern. Das war ja kein Leben mehr, Weihnachten und Neujahr ohne Bundesliga, kein Fallrückzieher, kein Bayern-Theater, kein Interview mit dem Friseur von Jermaine Jones, dem gebrochenen Zeh von Marco Reus oder der Neuen von Lothar Matthäus - unter Entzugserscheinungen sind wir scharenweise ins seelische Loch der blutleeren Langeweile gestürzt, und unser alter Rodelkönig Schorsch Hackl hat beim Schneeschippen in Bischofswiesen sogar Streit mit dem Nachbarn gekriegt, und eine Eisenstange übers Hirn. Ohne Fußball ist jeder Tag lang. In unserer unerträglichen Tristesse schippen wir vor lauter Verzweiflung Schnee, ärgern uns über den Nachbarn, über Griechenland, die Vierschanzentournee oder den Abbruch des Südflügels am Stuttgarter Bahnhof, und bevor wir gar nicht mehr wissen, wie wir die Zeit vernünftig totschlagen sollen, flüchten wir uns notfalls in die Frage, wer besser war, Wulff oder Heinrich Lübke - nur weil Letzterer nach Wembley 66 zu Uwe Seeler tütelig sagte: "Der Ball war drin."


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Winterpause
Lieber Herr Beck, Ihre Gedanken zu Geburtstagsfeiern, Winterpause und Schneeschippen sind willkommene Abwechslung in trister, fussballoser Zeit. Nun unterstelle ich, dass Ihnen ebenfalls noch in Erinnerung ist, wie die Winterpause auf DRängen von Uli Höness eingeführt wurde!? Sicher tat er dies in Kenntnis, dass er seinen Geburtstag 2012 außerhalb des Spielbetriebs zurückgezogen feiern kann. Schwäbische Bescheidenheit ist halt nachhaltig. Es bleibt überdies mehr Zeit zur Bewältigung schwäbischer Kehrwoche all over the world! Wann feiern Sie Ihren 60sten? Herzliche Grüße
Es lebe der Fußball
Ganz egal wie der Artikel gemeint sein soll. Ich kucke wirklich lieber die Sportschau als eine Sendung in der man sich 1h darüber unterhält ob der Präsident auf dem Oktoberfest umsonst ein Göckele für 5,50 verdrückt hat. Es ist mir auch Wurscht ob sein Kredit um nen halben Prozentpunkt abweicht. Der Typ ist Präsident und deshalb ist seine Kreditwürdigkeit halt besser als die eines hauptberuflichen S21-Demonstranten. Kuckt euch mal alle anderen Präsis um uns rum an. Der Typ ist im Vergleich zu Sarkozy, Berlusconi, Bush, Obama usw. ein Heiliger. Und während der Italiener 17-jährige Nutten beglückt, der Ex-Ami besoffen durch die Welt rennt und der Franzose sich um italienische Mode-Divas kümmert isst unserer halt ein Göckele für umme. Da diskutiere ich lieber darüber ob´s Elfer war oder nicht. Es lebe der Fußball, den ich zumindest ernster nehmen kann als die Politik und die möchtegern-moralischen Medien die darüber urteilen.