Ostfildern Ausreißerinnen brauchen Ruhe

Von ber 

Die beiden Mädchen aus Ostfildern, die in der Nacht zum Donnerstag von einem Großaufgebot gesucht worden waren, werden nicht sofort von der Polizei befragt. Sie sollen sich erst einmal von dem Schrecken erholen.

An dieser Tankstelle haben sich die Kinder mit Süßem eingedeckt. Foto: Heinz Heiss
An dieser Tankstelle haben sich die Kinder mit Süßem eingedeckt.Foto: Heinz Heiss

Ostfildern-Nellingen - Die beiden zehn und elf Jahre alten Schülerinnen aus Ostfildern (Kreis Esslingen), die am Mittwochabend vermisst gemeldet worden sind und am Donnerstagmittag wieder aufgetaucht sind, brauchen Schonung. Zumindest in den nächsten Tagen würden die Mädchen in Ruhe gelassen, erklärte der Sprecher der Polizeidirektion Esslingen, Michael Schaal, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Mädchen sind von der Nacht, die sie allein im Wald verbracht haben, und der folgenden Aufregung offenbar mitgenommen. Auch aus Rücksicht auf das Alter der Mädchen halte sich die Polizei zurück.

Das elfjährige Mädchen hatte den Mittwochnachmittag zu Hause bei ihrer jüngeren Freundin im Ortsteil Nellingen verbracht. Kurz vor 19 Uhr waren die Mädchen plötzlich verschwunden. Ein Foto einer Überwachungskamera zeigte die beiden gegen 19.30 Uhr noch beim Einkaufen in einer Tankstelle am östlichen Ortsrand. Dann verlor sich die Spur der beiden Mädchen. Die gegen 22 Uhr alarmierte Polizei reagierte mit einem Großeinsatz, an dem Hunderte von Beamten im Einsatz waren. Mit einer Reiterstaffel und Hundeführern suchte die Polizei nach den Kindern. Die Menschen im Ort wurden befragt, Flugblätter mit Fotos der Mädchen verteilt, Felder und Wälder durchkämmt.

Groß war die Erleichterung, als die Vermissten am Donnerstag gegen 12.45 Uhr wieder auftauchten. Glücklicherweise bewahrheiteten sich die Befürchtungen nicht, die Schülerinnen könnten Opfer einer Straftat geworden sein. Wie sich herausstellte, hatten sie sich am Vormittag in einer Tiefgarage in der Nähe ihrer Wohnungen versteckt. Der Polizei erzählten die Mädchen, dass sie am Mittwochabend noch Ponys füttern gewesen seien. Anschließend hätten sie die Nacht im Wald verbracht. Warum sie das taten, ist weiter unklar. Wie die Polizei herausfand, hatten sich die Mädchen nach der Nacht im Wald nicht mehr nach Hause getraut und sich deshalb in der Tiefgarage versteckt.

  Artikel teilen
7 KommentareKommentar schreiben

@Klaus: Hoffentlich zahlt das der Steuerzahler! Wenn zwei Kinder plötzlich verschwinden finde ich gut, dass sofort intensiv danach gesucht wird. Da sollten doch nicht die Eltern auf den Kosten sitzen bleiben, denn sonst würde man sich in Zukunft dreimal überlegen, wann man sein Kind vermisst meldet. Und dann ist es vielleicht zu spät... Das ist doch etwas ganz anderes als bei irgendwelchen Facebook-Parties, wo der Polizeieinsatz meiner Meinung nach wirklich von den Veranstaltern getragen werden muss. Aber bei vermissten Kindern soll der Einsatz weiterhin vom Staat (Steuerzahler) getragen werden, ganz klare Sache!

Steuerzahler: In diesem Fall zahle ich als Steuerzahler gerne mit!

Großeinsatz?: Ich denke es ist egal, ob und wann ein Großeinsatz für die Sicherheit unserer Kinder notwendig ist. Ich erwarte von unserer Gesellschafft dies als Minimum, Kinder sind unser höchstes Gut! Ich stelle mir nur die Frage, warum der Einsatz erfolglos war? Alles wurde getan um die Mädchen zu finden, es gab keine Erfolge, und beide waren die Nacht über im Wald? Wo wurde dann gesucht? MfG Manuel Scharf

hoffentlich...: ...bezahlt das der Steuerzahler, Klaus! Leider wird er auch den EnBW Deal bezahlen, auch, wenn Mappus und Konsorten verurteilt werden sollten. Hier kann man über Geld reden. Die Kosten für den Sucheinsatz sind Peanuts im Vergleich zum Schaden, den das Land durch den EnBW Deal erlitten hat. Bei zwei kleinen Mädchen ist es einfach nur gut, dass sie unversehrt sind, und dass sie leben. Wie kann man hier über Geld reden? Was für eine Ethik haben sie?

@klaus - wer denn sonst?: Klar zahlen wir das, denn dafür haben wir ja die Gesetzeshüter. Wenn morgen ihr Kind fehlt, würde ich doch auch gerne zahlen und noch glücklicher wäre ich, zu erfahren, dass Ihr Kind wieder wohlbehalten zu Hause ist. Stellen Sie sich doch mal vor, es wäre ein grausige Entdeckung gemacht worden! Oder wie sieht es aus, wenn Sie an Demenz erkrankt sind und nicht mehr nach Hause finden! Das ist halt so und hoffentlich bleibt das auch so, denn so egoistisch und eingefahren darf und sollte man niemals zu denken beginnen.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.