Pegida-Hymne Amazon spendet Erlös an Flüchtlinge

Von red/dpa 

Kurz vor Weihnachten hatte die islamfeindliche Organisation Pegida eine Hymne veröffentlicht. Wenn Pegida-Fans das Werk nun beim Online-Händler Amazon kaufen, tun sie unfreiwillig Gutes für Flüchtlinge.

Pegida-Kundgebung in Dresden Foto: dpa
Pegida-Kundgebung in DresdenFoto: dpa

München - Der Online-Händler Amazon will nach eigenen Angaben seine Einnahmen aus dem Verkauf der sogenannten Pegida-Hymne an Flüchtlinge spenden. „Die Erlöse von Amazon aus dem Verkauf dieses Songs gehen an eine gemeinnützige Organisation zur Unterstützung von Flüchtlingen“, heißt es auf der Webseite des Online-Verkaufportals neben dem Lied.

Das fünf Minuten lange Stück steht schon mehrere Tage auf der TOP-100-Liste bei Amazon. Der Internet-Händler hatte mit dem Verkauf des Liedes „Gemeinsam sind wir stark!“ zum Preis von 1,29 Euro in den sozialen Netzwerken eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

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10 Kommentare Kommentar schreiben

Betrug und Verarsche!: Amazon halt! Wer das noch gut heißt, der muss nen Sprung im Gebälk haben. Das wäre ungefähr so, als würde ich gegen die Waffenindustie sammeln gehen und nachher die Sammelbpchse bei Heckler & Co. abliefern! Sorry, Ziel verfehlt! Gruß vom Motzkigele

Pfiffige Aktion!: Noch besser: Politisch Ursachen für Flucht, Ungerechtigkeit und Erdausbeutung behandeln! (Gemeckert und gehetzt wird schon genug). Erhard Eppler hat das alles vor 40 Jahren vorausgesagt. Nur eine Partei lernte wirklich daraus und zog Konsequenzen für ihre Politik - und das war nicht die seinige.

Dieses...: Unternehmen, das ja mit politischer wie öffentlich-finanzieller Unterstützung dafür gesorgt hat, das in D jede Menge "neue Arbeit" entsteht, die zum Leben aber nicht mehr für die Rente reicht, das mit dafür sorgt, das in den FGZ der Republik der Leerstand nicht weniger werden wird. Dieses Unternehmen "spendet" also den Erlös des geistigen Dünnpfiffs eines Volksverhetzers an eine Flüchtlingshilfe. Die Dummheit in Verbindung mit Umsatz kennt keine Grenzen.

Sie: wissen, wie hoch der Einstiegs-Stundenlohn auch für unqualifizierte Arbeiter bei Amazon ist?

Soweit ich Kenntnis habe...: ist in den versch. "Logistikzentren" von A...n der Einstiegslohn zw. 9 und knapp 10 Euro brutto. Tariflohn wäre aus vielerlei Hinsicht wünschenswert. Und was meinen Sie mit unqualifiziert? Klar, diese Arbeit ist eher körperlich als geistig ausgerichtet.

Herr Krauß: ich schätze Ihre Kommentare sehr. Ich gehe mit Ihnen auch konform, dass ein Bruttoarbeitslohn von 9-10€/Std. zum Leben zu wenig aber zum Sterben zuviel sind. Aber: A.....n ist leider heutzutage kein Einzelfall sondern weit verbreitet. Kleines Beispiel: meine Tochter, Abi, machte Ausbildung zur Industriekauffrau unter Lehrzeitverkürzung mit Schnitt 1,? bei einem Telekommunikationsunternehmen. Übernahme? Ja nicht aber beim magentafarbenen Lehrherrn, sondern dem firmeneigenen Leiharbeitsunternehmen: Anfangsgehalt als Industriekauffrau wie bei Amazon. Endgehalt nach 3 Jahren auf derselben Stelle: 10,66 €/Std. ( Lehrkräftemangel? ).

Frau Fink....: grundsätzlich sehe ich die Politik, unsere Politik seit Kohl, seit Schröder und seit Merkel in der politisch.gesetzgeberischen Verantwortung. Und ich sehe uns Elterngeneration in der Verantwortung, wenig bis nichts dagegen gehalten zu haben. Seit mehr als 20 Jahren gibt es gigantische Kreditexplosionen auf dem Planeten, aber kaum Wachstum dazu. Im Moment wie seit Jahren erleben wir in allen möglichen Bereichen der Arbeitswelt, die Umwälzung ganzer Branchen in die Onlinewelt, im Einzelhandel jedweder Colour brechen sukzessive Selbstständigkeiten weg, die durch Online-Versender "ersetzt" werden. In der Musikbranche wird mit dem Verkauf von CDs kaum noch Geld generiert. Streamingdienste übernehmen Monopolstellungen, die Künstler in aller Regel sehen Portokassenbeträge davon die eben auch für nichts im Leben wirklich ausreichen. I.a.R. erleben wir undurchsichtig wie dubios zusammengestrickte Unternehmen mit illustren Namen also, die sich an den weltweiten Börsen Kapital besorgen, um Ihre jahrelangen Miesen im Geschäft so lange kompensieren zu können, bis sie ihre Marktanteile quasi zum Marktführer gesteigert haben und Renditen auswerfen. Bei Steueranteil in diesen Zeiten. Im selben Zeitraum gehen eben auch deswegen abertausende von gut bezahlten Arbeitsplätzen in Richtungen, wie Sie es für Ihre Tochter beschrieben haben. Und sagen Sie mal Ihrer Tochter, Sie soll beim schwedischen Möbelgiganten Aeki nichts mehr kaufen, da die ebenfalls quasi Ihre Gewinne so gut wie steuerfrei über Holland aus Europa ausschleusen. Und, und, und. Ein gutes neues Jahr wünsch ich.

Herr Krauß: ich beobachte diese ganze Entwicklung von sozialer Marktwirtschaft zur marktkonformen ( marktradikalen? ) Demokratie auch schon seit sehr langer Zeit mit Sorge. Dem etwas entgegensetzen? Schwierig, sofern man nicht an einer Politkarriere interessiert ist, weil man sich nicht verbiegen lassen will. Als einziger ist da der Einfluss relativ gering - weshalb ich oft einsamer Rufer in der Wüste war. Leider behielt ich meistens recht. Mein Beitrag ist außerdem, nicht in diesem "Geiz ist geil"- System mitzuspielen und dies auch an meine Kinder weitergegeben zu haben, außerdem alles zu hinterfragen und stets kritisch abzuwägen. // Mit der Inneneinrichtung meiner Kinder vom schwedischen Möbelgiganten haben Sie aber trotzdem zumindest teilweise Recht - für ein ordentliches Bett / Matratze jedoch haben beide je ca. 1/5 ihres Etats bei Fachanbietern ausgegeben. // Ich könnte hier noch Vieles erörtern, aber vorerst wünsche ich auch Ihnen nur das Allerbeste für das neue Jahr.

Es: sind überall mindestens €10. Einstiegsgehalt wohlgemerkt. Und die Tätigkeit in den Logistikzentren ist sicherlich körperlich anstrengender als ein Bürojob. Einer besondere Qualifikation bedarf es dafür aber nicht. Eine mehrwöchige Anlernphase ist ausreichend. Dafür sind €10 und mehr sogar überdurchschnittlich. Und es ist Tariflohn. Nur Verdi möchte gerne einen anderen. Die große Mehrheit der Beschäftigten interessiert sich übrigens nicht für Verdi.

Diese Spende lohnt sich: Gibt es doch dafür kostenlose Werbung zumindest in der Stuttgarter-Zeitung.

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