Pegida in Karlsruhe Polizei muss Hauptbahnhof abriegeln

Von SIR/dpa 

Zum dritten Mal sind Pegida-Anhänger in Karlsruhe auf die Straße gegangen. Ihnen entgegen stellen sich rund doppelt so viele Gegendemonstranten. Als Pegida-Demonstranten die Heimreise antreten, muss die Polizei zeitweise der Bahnhof abriegeln.

Bereits vergangene Woche waren Pegida-Demonstranten in Karlsruhe auf die Straße gegangen. Foto: dpa
Bereits vergangene Woche waren Pegida-Demonstranten in Karlsruhe auf die Straße gegangen.Foto: dpa

Karlsruhe - Mehrere hundert Polizisten haben die dritte Woche in Folge einen Aufmarsch der islamkritischen Pegida-Bewegung in Karlsruhe gesichert. Laut Polizei versammelten sich etwa 300 Menschen mit Deutschlandfahnen und dem Ruf „Wir sind das Volk“ in der Innenstadt. Beobachter schätzten die Teilnehmerzahl geringer ein. Bis zu 600 Gegendemonstranten bedrängten die Pegida-Anhänger; meist blieb es bei hitzigen Wortgefechten zwischen beiden Seiten.

Die Pegida-Anhänger zogen diesmal nur über drei Straßenzüge zu einem Platz, an dem sie wieder umkehrten, weil angrenzende Straßen von Gegendemonstranten blockiert waren. Bei ihrem ersten Aufzug waren sie noch bis zum Schloss gelaufen. Bei Zusammenstößen mit Gegendemonstranten setzten Polizisten vereinzelt Pfefferspray ein.

Die Beamten sicherten auch die Abreise von Teilnehmern der Pegida-Kundgebung mit der Bahn. Dafür wurde der Hauptbahnhof zeitweise von einer Polizeikette abgeriegelt, so dass Reisenden der Zugang versperrt war.

Vier Gegendemonstranten festgenommen

Vier Gegendemonstranten wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Ein fünfter wurde unter dem Vorwurf festgenommen, bei einer Demonstration gegen Rechtsextremisten in Pforzheim am 23. Februar einen Polizisten verletzt zu haben.

In der vergangenen Woche waren bei Zusammenstößen der Polizei mit Gegendemonstranten mindestens vier Menschen verletzt und zehn festgenommen worden. Der Veranstalter der Pegida-Kundgebung in Karlsruhe kündigte den nächsten Aufzug für den 23. März an. Dann wollen auch die Gegendemonstranten wieder auf die Straße gehen.

Die Pegida-Bewegung nahm ihren Anfang im Herbst 2014 in Dresden und fand auch zwei deutlich kleinere Ableger in Baden-Württemberg: neben Karlsruhe auch in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Ihre Anhänger wenden sich unter anderem gegen die Aufnahme von Armutsflüchtlingen, gegen eine von ihnen gesehene „Islamisierung des Abendlands“ sowie gegen die Berichterstattung der Medien - in Karlsruhe wurden wieder Sprechchöre wie „Lügenpresse“ skandiert.

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1 KommentarKommentar schreiben

Bringt was?: Ich frage mich allgemein immer wieder, was eine Demonstration und eine Gegen-Demontration bezwecken soll? Oft kommt es mir so vor, als sind Protestanten davon überzeugt, dass ihre Meinung die einzig richtige ist, und sie es unbedingt kundtun müssen, vielleicht wird sogar der ein oder andere bekehrt. Für mich haben so Protestanten schon etwas sektenhaftes, und eine ziemlich geringe Toleranz anderen Menschen gegenüber. Mir persönlich würde es nie in den Sinn kommen, gegen Bestimmte Menschengruppen zu demonstrieren, denken die, dass die dadurch weniger werden? Wer hat am Ende etwas davon? Es erweckt bei mir den Eindruck, als gehe es einfach darum zu randalieren und seine Aggressionen abzubauen.

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