Peter Glaser blickt in die Kristallkugel Furiose Fehlprognosen

Von Peter Glaser 

Hier geht es in Zukunft um die Zukunft. Das StZ-Hausorakel Peter Glaser befragt einmal die Woche die Kristallkugel nach dem, was morgen oder übermorgen sein wird – und manchmal auch nach der Zukunft von gestern. Dazu als Bonus: der Tweet der Woche!

„Das Spam-Problem wird innerhalb der nächsten zwei Jahre beseitigt sein”, glaubte Bill Gates noch im Januar 2004. Foto: dpa
„Das Spam-Problem wird innerhalb der nächsten zwei Jahre beseitigt sein”, glaubte Bill Gates noch im Januar 2004.Foto: dpa

Hier geht es in Zukunft um die Zukunft. Das StZ-Hausorakel Peter Glaser befragt einmal die Woche die Kristallkugel nach dem, was morgen oder übermorgen sein wird – und manchmal auch nach der Zukunft von gestern. Dazu als Bonus: der Tweet der Woche!

Der kluge Volksmund weiß es lange schon: Vorhersagen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Für die nachträglich festgestellten Irrtümer in vielen Prognosen scheint sich übrigens, ähnlich wie bei Horoskopen, niemand weiter zu interessieren. Sie können aber immerhin der Unterhaltung dienen.

Eine kleine Sammlung:

• „Es gibt nichts Neues mehr. Alles, was man erfinden kann, ist schon erfunden worden.“ (Charles H. Duell, Commissioner des US-Patentamts, 1899)

• „Mit YouTube werden wir nicht weit kommen. Es gibt da einfach nicht genug Videos, die ich sehen möchte.” (Steve Chen, Mitgründer von YouTube, im März 2005. Zu der Zeit gab es auf YouTube etwa 50 Videos. Zwei Jahre später wurde YouTube von Google gekauft - für 1,65 Milliarden Dollar).

• „Das Spam-Problem wird innerhalb der nächsten zwei Jahre beseitigt sein”, so Bill Gates im Januar 2004 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. – Gegenwärtig laufen täglich geschätzt 200 Milliarden Spam-Mails durchs Netz, etwa 90 Prozent des weltweiten Mail-Verkehrs.

• „Theoretisch und technisch mag das Fernsehen denkbar sein, aber kommerziell und finanziell sehe ich es als unmöglich an – es ist müßige Zeitverschwendung, davon zu träumen”, sagte Lee De Forest im Jahr 1926. De Forest war Erfinder, hielt über 180 Patente und gilt als Vater des amerikanischen Radios.

• „Das Fernsehen wird es nicht lange geben, weil die Leute es bald über haben werden, jede Nacht auf eine Holzkiste zu starren”, sagte die Hollywood-Größe Darryl Zanuck im Jahr 1946.

• „Was, Sir? Sie wollen ein Schiff gegen den Wind fahren lassen, indem Sie unter seinem Deck ein Feuer anzünden? Ich habe keine Zeit, mir solchen Unsinn anzuhören.” – Napoleon Bonaparte über den Vorschlag des amerikanischen Ingenieurs Robert Fulton, die britische Flotte mit Dampfschiffen zu schlagen.

• „Was kann absurder sein als die Vorstellung, dass ein Fahrzeug zweimal schneller als die Postkutsche fährt?”, schrieb die Zeitschrift „The Quarterly Review” im Jahr 1825.

• Auf dem ersten Vorstandstreffen der Bell Telephone Company im Jahr 1877 wurde eine Bemerkung des damaligen US-Präsidenten Hayes über das Telefon erwähnt: „Eine erstaunliche Erfindung. Aber wer sollte sie jemals benutzen wollen?”

• „Die Übertragung von Dokumenten durch Telefondrähte ist zwar prinzipiell möglich, aber die dazu erforderliche Apparatur wäre so teuer, dass das niemals in die Praxis umgesetzt werden wird”, schrieb der britische Physiker und Futurist Dennis Gabor 1962 über das, was später einmal das Fax werden sollte.

• „Während der Rechner ENIAC mit 18.000 Vakuumröhren ausgerüstet ist und 30 Tonnen wiegt, sind für die Zukunft Computer denkbar, die nur 1.000 Vakuumröhren haben und nur 1,5 Tonnen wiegen, hieß es in dem Magazin „Popular Mechanics” im März 1949.

Und jetzt: zurück in die Vergangenheit.

Jede Woche sucht Peter Glaser seinen Lieblingstweet aus dem weltweiten Gezwischter aus. Diese Woche:

 

Wenn Sie Peter Glaser einen "Tweet der Woche" vorschlagen wollen, kontaktieren Sie ihn unter @peterglaser.

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