Plagiatsaffäre Annette Schavan tritt zurück

dpa, 09.02.2013 13:57 Uhr

Berlin - Die Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) tritt zurück. Das gab Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in Berlin nach einem Treffen mit Schavan bekannt. Zugleich teilte sie mit, dass die bisherige niedersächsische Wissenschaftsministerin Johanna Wanka Nachfolgerin werden soll.

Die Universität Düsseldorf hatte Schavan am Dienstag wegen „vorsätzlicher Täuschung“ in ihrer Promotionsarbeit den Doktortitel entzogen. Schavan will dagegen klagen.

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Nach ihrer Unterredung mit Merkel im Kanzleramt sagte Schavan, sie habe weder abgeschrieben noch getäuscht. „Die Vorwürfe treffen mich tief.“ Sie wolle mit ihrem Rücktritt Belastungen für das Amt und die Bundesregierung vermeiden. „Das Amt darf nicht beschädigt werden.“ Nun wolle sie sich auf ihr Bundestagsmandat konzentrieren.

Die Kanzlerin sagte, Schavan habe ihren Rücktritt am Freitagabend angeboten. Sie habe ihn „sehr schweren Herzens“ angenommen. Merkel bescheinigte Schavan außerordentliche Leistungen in ihrem Ministeramt.

Die 57-jährige Schavan gilt als enge Vertraute Merkels und war seit 2005 Bundesbildungsministerin. Erste Plagiatsvorwürfe gegen sie waren Ende April 2012 anonym im Internet aufgetaucht.

Schavan hatte Plagiate und eine Täuschungsabsicht in ihrer 1980 verfassten Doktorarbeit stets bestritten und die Prüfung durch die Uni selbst mitangeregt.

 
 
Kommentare (16)
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FEB
09
Micael Veit, 18:27 Uhr

Ein Fass ohne Boden

Ein wahrer Erfolg für die Opposition und die Kritiker - Annette Schavan ist zurückgetreten. Was neben der CDU dabei jedoch auch und viel größeren Schaden erlitten hat, sind unsere Hochschulen. Diese ziehen sich mit der Entscheidung der Düsseldorfer Universität nämlich selbst in Zweifel. Die eigentliche Frage ist dabei, warum die Arbeiten von Schavan und Co nicht schon zum damaligen Zeitpunkt genauer geprüft wurden, und welche Faktoren bei der Qualität einer Arbeit wirklich eine Rolle spielen. Und, tragen die heute so kritischen Doktoren der verschiedenen Unis ihre Titel tatsächlich zu Recht? Genaugenommen müssten nun die Dissertationen aller Doktoren - nicht nur der der Politiker - genauer unter die Lupe genommen werden. Betrogen und kopiert wird und wurde überall; und es ist viel zu einfach einen ungeliebten Minister durch einen (scheinbar) unrechtmäßig verliehenen Titel loszuwerden. Wenn man nicht so sehr damit beschäftigt wäre sich über die kopierten oder fehlerhaften Arbeiten von zu Guttenberg, Schavan und Koch-Mehrin und den daraus entstehenden Konsequenzen zu freuen, würde man erkennen, dass mit diesen Entscheidungen die Büchse der Pandorra geöffnet wurde. In einer gerechten Welt würden mit dieser 'Prüfbewegung' die falschen Doktoren an allen Unis entlarvt und ihres Amtes enthoben werden. Ob dies im Sinne unserer Hochschulen und unserer Studenten ist/wäre, ist zweifelhaft. Natürlich soll und muss Betrug aufgedeckt werden; doch dieses Exempel nur an Politikern zu statuieren (die sich durch diesen Titel - anders als ihre akademischen Pendants - meist keinen beruflichen Vorteil verschaffen), ist heuchlerisch und falsch.

FEB
09
Muh, 15:32 Uhr

supi

noch ein Schumschläger weniger, wo werden die bei der CDU eigentlich gezüchtet? Naja jetzt hat sie ja Zeit sich zusammen mit Guttenberg zu schämen, von mir aus auch ruhig 'öffentlich'!

FEB
09
Schwarz, 15:12 Uhr

Nach Guttenberg, Wulff und Schavan:

http://www.youtube.com/watch?v=4tjFTzP7jdQ Bei der Regierungserklärung im Bundestag lehnt Angela Merkel eine Bürgerbefragung zu Stuttgart 21 ab und macht die Landtagswahl 2011 zur Abstimmung über das Projekt. ..' Für die Bundestagswahl 2013 gilt das Gleiche!

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