Planungen für Nesenbach-Kanal Bahn „überrascht“ von Kritik

Von Thomas Braun 

Nach der massiven Kritik städtischer Behörden an den Auswirkungen der geänderten Baupläne für den Nesenbach-Abwasserkanal im Zuge von Stuttgart 21 deutet die Bahn Verhandlungsbereitschaft an.

Das Bauverfahren für den Nesenbach-Abwasserkanal (in der Grafik der rote Strich, der das Baufeld 19/20 kreuzt) ist umstritten. Foto: Achim Zweygarth
Das Bauverfahren für den Nesenbach-Abwasserkanal (in der Grafik der rote Strich, der das Baufeld 19/20 kreuzt) ist umstritten.Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Deutsche Bahn hält die von ihr beim Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung eingereichten Pläne für den Bau des Nesenbach-Abwasserkanals für optimal. „Die Bahn ist der festen Überzeugung, dass nach Abwägung aller Parameter, aller Vor- und Nachteile, die jetzt angedachte Variante zum Bau des Nesenbachdükers für alle Beteiligten – auch die Stadt und die SSB – die beste ist“, teilte das S-21-Kommunikationsbüro am Freitag mit. Man sei mit Blick auf die vorbereitenden Gespräche „auch überrascht über die jüngsten Einwendungen“ städtischer Ämter. Gleichwohl zeigte sich das Kommunikationsbüro kompromissbereit.

Laut Bahn ist der Zeitplan nicht in Gefahr

Man wolle versuchen, „einen gangbaren Weg zu finden, so dass am Ende eine Lösung realisiert wird, die für alle Beteiligten zufriedenstellend ist“, heißt es in der Pressemitteilung. Sollte man sich in den kommenden Wochen nicht auf eine solche Lösung verständigen, werde die Bahn ihre ursprünglich geplante und bereits genehmigte Variante zum Bau des Nesenbach-Abwasserkanals umsetzen. Das Kommunikationsbüro, das eigentlich mit einer Baugenehmigung für Ende Januar gerechnet hatte, betonte zugleich, durch die eingetretene Verzögerung befinde sich das Bauvorhaben „nicht auf einem kritischen Weg“.

Wie berichtet, hatten gleich mehrere städtische Ämter in ihrer Stellungnahme an das Eisenbahn-Bundesamt zum geänderten Bauverfahren für den Abwasserkanal massive Bedenken geltend gemacht. So sei etwa der geplante Wegfall von Fahrspuren rund um den Gebhard-Müller-Platz nicht hinnehmbar, heißt es in den Einwendungen des Amts für öffentliche Ordnung. Das Amt kritisierte, dadurch entstünden unter anderem erhebliche Staus beim Ausfahrt aus dem Wagenburgtunnel. Das Amt für Umweltschutz wiederum bemängelt fehlende neutrale Expertisen zum Mineralwasserschutz und bisher nicht beantragte geschweige denn genehmigte Eingriffe in das sogenannte Heilwasserschutzgebiet.

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79 Kommentare Kommentar schreiben

Florian Spitzer, 00:01 Uhr ...da sich zunächst kein Bauunternehmen an das Himmelfahrtskommando Nesebachdüker herangetraut hatte...: Klar doch, der Düker ist ein "Himmelfahrtskommando" an den sich niemand traut, die jährlich 4% steigenden Fluggastzahlen sind "sinkend" und eine Messe die im einen Jahr 14 Millionen Gewinn macht und im nächsten 1 Million Verlust ist ein "Rohrkrepierer".

Züblin: wir werden ja sehen, ob sich ausgrechnet das einzige Bauunternehmen, welches wenigstens einen minimalen Bezug zu Stuttgarter hat, sich anschickt das Mineralwasser zu versauen. Es könnte in etwas so abgelaufen sein: da sich zunächst kein Bauunternehmen an das Himmelfahrtskommando Nesebachdüker herangetraut hatte, hat man Züblin mit dem Paket Trog+Düker geködert mit dem Versprechen, diese eine Planänderung noch locker durchzukriegen. Naiv & gierig, wie diese Baufirmen nunmal sind, hat man sich auf die Aussagen der Bahn verlassen im Glauben, dass das alles so abgenickt werden wird. Nun wird es aller Voraussicht nach eben nicht abgenickt und wir dürfen gespannt sein, wie Züblin, die ja das volle Risiko trägt, damit umgeht und evtl. in die Stuttgarter Geschichte eingeht... also wenn sich Bad-Cannstatt, dann nur noch Cannstatt nennen darf.

Gisela Müller, 15:23 Uhr „dan cortez“ – Eigentor für Frau Füller? Selten so gelacht: Aha, Aufklärungsrestitenter, Rolf real alias Gisela Müller alias... Wenn Sie lachen, dann ja sicher über Monika Füller und den geposteten Artikle, aus dem ich lediglich zitiert habe. Denken Sie mal drüber nach.

„dan cortez“ – Eigentor für Frau Füller? Selten so gelacht: Gewohnt trivial eines „dan cortez“, die Schuld eines möglichen Baustillstandes auf die S21-Gegner zu schieben. Geht es tatsächlich NUR um Montagsdemos? Ich dachte, daß die nun auf dem Marktplatz stattfinden? Gerne lasse ich Sie weiter alleine zum Nachgrübeln über meine Worte.

Marie Laveau, 18:38 Uhr Ein interessanter Artikel aus dem Jahr 2011 zum Thema "Nesenbachdüker": Stimmt. ich zitiere aus Ihrem link: "Ein Bauunternehmen hatte etwa darum gebeten, eventuelle Baustillstände, die sich etwa durch Proteste oder politische Entscheidungen gegen das umstrittene Bahnprojekt ergeben, entsprechend vergütet zu bekommen." und "Nach Informationen der StZ hat die Bahn die Vergabe auch mit Rücksicht auf die Landtagswahl im März 2011 platzen lassen." Das sind aber keine besonders soliden Belege dafür, dass die Unternehmen den Düker wegen technischer Probleme nicht bauen wollte, Vielmehr will keiner das Risiko politisch bedingten Baustillstands und der Behinderungen durch S21 Gegner tragen. Ein Eigentor Frau Füller.

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