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Pop-Up-Store Dürrlewang Neuer Laden hat nicht das erhoffte Sortiment

Alexandra Kratz, 30.01.2013 14:08 Uhr

Stuttgart-Vaihingen - Vor einigen Wochen hat an der Osterbronnstraße 50 ein sogenannter Pop-up-Store eröffnet. Dahinter steht das Modehaus Breuninger, wie der Pressesprecher des Unternehmens, Christian Witt, bestätigt. Der Laden sieht aus wie ein billiges Second-Hand-Geschäft. An mobilen Garderoben hängen mehr oder weniger sortiert unzählige Kleidungsstücke. Im vorderen Bereich steht ein großes Regal, in dem allerlei Kram vom Schüsselchen bis zur Kuhglocke angeboten wird.

„Für uns ist es ein Altwaren-Verkauf“, sagt Witt. In dem Laden würden Sachen mit kleineren oder auch größeren Fehlern angeboten, die sich in einem normalen Breuninger-Geschäft nicht mehr verkaufen lassen. Viel hat das Unternehmen nicht in die Räume investiert. Es gehe eher darum, Waren, die das Unternehmen sonst wahrscheinlich nur noch entsorgen würde, doch noch an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Das sei sowohl wirtschaftlich als auch moralisch sinnvoll, sagt Witt. Zudem nutze Breuninger diese Läden als Projekte für seine Auszubildenden.

In dem sogenannten Pop-up-Store kann jeder einkaufen gehen. Vorausgesetzt er weiß, wo es gerade einen solchen gibt. Denn Breuninger macht für diese Art von Läden keine Werbung. Es gibt dort auch keine Breuninger-Tüten oder sonst irgendetwas, was auf das renommierte Warenhaus im Hintergrund hinweisen würde. Über die Öffnungszeiten informieren lediglich ein paar Din-A-4-Zettel an der Eingangstür. „Und die Zeiten sind auch immer variabel“, sagt Witt. Derzeit gilt, dass der Laden donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet hat.

Die Bietigheimer Wohnbau hat Interesse an dem Grundstück

Zur Eigenart der Pop-up-Stores gehört auch, dass sie nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Breuninger hatte seinen Altwaren-Verkauf bislang in Sindelfingen. Die Räume an der Osterbronnstraße hat das Unternehmen vorerst bis Oktober gemietet. Wie das Modehaus auf die leer stehenden Räume in Dürrlewang aufmerksam wurde, kann Witt nicht genau sagen.

Torsten von Appen weiß, dass sich die Dürrlewanger an dieser Stelle einen anderen Laden gewünscht hätten. „Das ist jetzt sicher nicht die erhoffte Zwischenlösung“, sagt der Stadtteilmanager. An der Osterbronnstraße war lange Zeit der Lebensmittelmarkt Nah und Gut beheimatet. Im August 2012 hatte dieser jedoch dicht gemacht. Damit hatte sich die Nahversorgung für die rund 5000 Menschen im Stadtteil von heute auf morgen dramatisch verschlechtert. In einem Schreiben von OB Wolfgang Schuster vom Oktober hieß es: „Die Stadt ist bemüht, einen Nachfolgebetrieb anzusiedeln. Insbesondere wird das Ziel verfolgt, Verbesserungen hinsichtlich der Nahversorgung für diesen zentralen Bereich zu erwirken.“

Seit Längerem bekannt ist, dass die Bietigheimer Wohnbau großes Interesse an dem Grundstück hat. Dem Vernehmen nach kann sie es aber noch nicht ihr Eigen nennen. Sicher ist indes, dass die Bietigheimer Wohnbau Großes plant und in ihr Konzept auch die Gebäude an der Osterbronnstraße 52 und 54 einbezogen hat. Das Unternehmen liebäugelt damit, einen Lidl zu bauen. Die Stadt lehnt das nicht grundsätzlich ab. Sie hat aber auch deutlich gemacht, das die typische, einstöckige Lidl-Kiste mit einem großen oberflächigen Parkplatz nicht gewollt ist.

Stattdessen darf der Discounter nur als mehrstöckiges Gebäude in Kombination mit Wohnungen und sozialen Einrichtungen errichtet werden. „Wir sind weiter an einer großen Lösung dran. Das ist auch das Hauptinteresse des Eigentümers“, sagt von Appen. Die Verhandlungen würden weiter vorangetrieben. „Es gibt aber keine neuen Erkenntnisse“, so von Appen.

Pop-Up-Stores

Nur für kurze Zeit: Wie der Name schon sagt, eröffnen Pop-up-Stores plötzlich und unerwartet irgendwo ohne jede Vorankündigung und Werbung. Meist sind die Läden in einem etwas abgelegenen und manchmal auch heruntergekommenen Gebäude untergebracht. Allen gemein ist, dass die Geschäfte nach kurzer Zeit wieder verschwinden, manchmal schon nach ein paar Tagen, manchmal erst nach einigen Monaten. Wo sich gerade ein Pop-up-Store befindet, ist in der Regel nur durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu erfahren.

Ein Konzept für viele: Das Label "Commes des Garçons" war eines der ersten, das einen solchen Pop-up-Store eröffnete, und zwar 2004 in Berlin. Inzwischen ist das Konzept weit verbreitet. Vereinzelt gibt es sogar Pop-up-Restaurants. Da es für Gastronomiebetriebe aber zwingend eine gewisse Ausstattung braucht, sind diese deutlich schwieriger einzurichten.