Porsche-Gestüt Rechtsaufsicht wird eingeschaltet
Anja Tröster, 31.08.2010 16:59 Uhr
Ob im Landschaftsschutzgebiet Mönchsloh irgendwann Pferde gezüchtet werden, ist fraglich. Foto: dpa
Ob im Landschaftsschutzgebiet Mönchsloh irgendwann Pferde gezüchtet werden, ist fraglich. Foto: dpa


Eine dieser Stimmen gehört dem Verband Region Stuttgart (VRS). "Das Projekt ist mit den Zielen unseres aktuellen Regionalplans nicht vereinbar", sagt Dorothee Lang, die Sprecherin des Verbandes. Darauf habe man sowohl das Böblinger Landratsamt als auch das Rathaus in Weil der Stadt hingewiesen. Dennoch sei die Genehmigung erteilt worden, sagt Lang. Dabei sieht der Regionalplan an der Stelle, an der Claudia Porsche gerne einmal Pferde züchten möchte, einen schützenswerten Grünzug vor. Weil weder das Landratsamt noch die Verwaltung von Weil der Stadt auf diesen Einwand eingegangen seien, erklärt Dorothee Lang, habe der VRS das Regierungspräsidium auf die offensichtlichen Versäumnisse in dem Verfahren hingewiesen.

Der Regionalverband misst dem Schutz dieser Grünzüge eine große Bedeutung zu. Das zeigt besonders deutlich die inzwischen aktualisierte Fassung des Regionalplanes, die nur noch vom Wirtschaftsministerium abgesegnet werden muss, bevor sie in Kraft tritt. In dem neuen Regelwerk wurden die Schutzbestimmungen gegenüber der bisherigen Fassung verschärft. "Erweiterungen bestehender Infrastruktur" seien zwar ausnahmsweise zulässig, heißt es dort. Grundsätzlich dürften die Grünzüge aber "keiner weiteren Belastung durch Bebauung" ausgesetzt werden.

Beim Landratsamt wollte niemand Stellung nehmen


Bürgermeister Straub weist die Kritik des Regionalverbandes von sich: Von der Stellungnahme der Region habe er erst erfahren, nachdem er die Baugenehmigung unterschrieben hatte, sagte er am Montag auf Anfrage. Er habe sich auf die Einschätzung des Landratsamtes verlassen, dass der Grünzug nicht von regionaler Bedeutung sei, rechtfertigt sich Straub. Beim Landratsamt war am Montag Nachmittag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Sollte das Regierungspräsidium die Bedenken des Regionalverbandes teilen, dann könnte das Gestüt erst realisiert werden, wenn die Bauherren in einem sogenannten Zielabweichungsverfahren klären, was höher zu bewerten ist: Ihr Projekt oder der Landschaftsschutz. "Wenn ich Antragsstellerin wäre, würde ich mir dann einen Platz suchen, an dem ich willkommen wäre", sagte Bürgermeister Straub am Montag.
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