Porsche Panamera und Mercedes-AMG GLE 63 Coupé Der seltsame Fall der in Stuttgart geklauten Luxusautos

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Auf dem Stuttgarter Killesberg sind innerhalb weniger Tage zwei teure Sportwagen gestohlen worden. Einer tauchte später wieder auf – auf dem Standstreifen einer Autobahn nach Prag. Und es gibt noch andere Merkwürdigkeiten.

Von einem Mercedes fehlt jede Spur. Foto: Daimler
Von einem Mercedes fehlt jede Spur.Foto: Daimler

Stuttgart - Sind in der Landeshauptstadt wieder auf Luxusfahrzeuge spezialisierte Autoknackerprofis unterwegs? Die Stuttgarter Polizei kann das seit dem Diebstahl eines 160.000 Euro teuren Porsche Panamera und dem eines weißen Mercedes-AMG GLE 63 Coupé im Wert von mehr als 130.000 Euro innerhalb weniger Tage nicht mehr ausschließen. Beide Fahrzeuge waren auf dem Killesberg am Straßenrand geparkt. „Kein Laie stiehlt einfach mal so solche Autos, da müssen höchst professionelle Autoknacker am Werk gewesen sein“, meint Polizeisprecher Jens Lauer.

Selbst denen aber dürfte bei dem Porsche-Coup ein Fehler unterlaufen sein. Denn der am 24. Januar in der Hermann-Plauer-Straße auf dem Killesberg gestohlene Sportwagen wurde mehrere hundert Kilometer weit entfernt auf der Autobahn nach Prag auf dem Standstreifen entdeckt. „Offenbar haben die Diebe das Fahrzeug verlassen, nachdem der Tank leer war“, so Lauer. Man gehe allerdings nicht davon aus, dass die Diebe mit dem sportlichen Wagen lediglich eine Spritztour geplant hätten.

Die zwei Tatorte liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt

Da sei wohl etwas schiefgelaufen, vermuten die Experten der Polizei. Die Ermittler wissen auch noch nicht, wie die Täter das Triebwerk des Sportwagens gestartet haben. Sämtliche Schlüssel des Fahrzeugs befänden sich nämlich nach wie vor in den Händen des rechtmäßigen Eigentümers. „So ein Porsche lässt sich aber auch nicht so einfach unter dem Armaturenbrett kurzschließen“, betont Lauer. Dafür benötige man sehr spezielle Kenntnisse über die Motorelektronik.

Für den polizeilichen Verdacht, dass wieder auf Luxuswagen spezialisierte Autoknacker in der Landeshauptstadt unterwegs sein könnten, spricht auch, dass der AMG-Mercedes am Sonntag ebenfalls auf dem Killesberg entwendet wurde. Der zweite Tatort, der Adolf-Fremd-Weg, ist nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, an dem die Porsche-Knacker wenige Tage zuvor zugeschlagen hatten.

Bereits 2014 Diebstahlsserie in Sillenbuch und Degerloch

Bereits Mitte 2014 hatte es in Stuttgart eine Diebstahlserie gegeben, bei der zehn SUVs der Marken Range Rover und Honda im Wert von jeweils von mehreren zehntausend Euro in Sillenbuch und Degerloch gestohlen worden waren.

Die Polizei ging damals davon aus, dass es sich um eine überregional agierende Bande handelt, die gestohlene Fahrzeuge nach Osteuropa schafft. Dort seien Geländewagen und SUV sehr stark gefragt, erklärte damals ein Sprecher der Stuttgarter Polizei. Man gehe davon aus, dass es dort einen ausgeprägten Schwarzmarkt für gestohlene geländegängige Fahrzeuge gebe.

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4 KommentareKommentar schreiben

Achgottchen: Soll hier etwa der Eindruck erweckt werden nur weil es sich um Spitzenmodelle 2er Premuimhersteller handelt wären die Automatisch vor Diebstahl geschützt? Das Gegenteil ist der Fall, es ist egal ob man einen Polo oder S-Klasse fährt, mit sog. "Polenschlüssel" und anderen elektronsichen Helferlein ist die Karre innerhalb von 60 Sekunden abfahrbereit. Das ist auch kein neues Phänomen sondern seit mind. 10 Jahren gängige Praxis. Warum Gesetzgeber & Versicherungen noch immer die Elektronische Wegfahrsperre als sicher erklären, erschliesst sich mir nicht. Lediglich die Hersteller & Werkstätten profitieren, das kann jeder bestätigen der mal einen Schlüssel verloren hat, was für ein Aufwand (und kosten)!

Domm gsoffa?: Ja, es ist schon ne moderne und ungewöhnliche Zeit, in der wir uns befinden. Das wäre nicht passiert, hätte der Eigentümer fürsorglich einen gefüllten Reservekanister im PKW deponiert. Übel, ne dicke Karre zu stehlen und dann fehlt einem das nötige Kleingeld zum tanken. Jetzt weiß man wenigstens, wie weit man mit einer Tankfüllung kommt. Das kann jetzt in die Datenbank des Herstellers, ohne Gefahr laufen zu müssen, für den Verkauf in den USA auf die Nese zu fallen! Man muss auch Mist positiv betrachten, sonst rastet man nur unnötig aus. Gruß vom Motzkigele

Keyless gone...: Es gibt eine Erklärung: "Keyless gone" (c't 26/2015, S. 80),

keyless gone: wie wärs mit diesem Hack: http://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-26-Autodiebe-tricksen-kontaktlose-Schliesssysteme-aus-3013915.html

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