Postcard Walks Stuttgart mal anders

Martin Elbert, 29.11.2012 15:36 Uhr

Stuttgart- Zugegeben, die Tage sind nichts für kurze wie längere Spaziergänge durch die Stadt. Da kann man zur Motivation nur die alte Läuferleier ausgraben: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung. Und vielleicht gibt es ja doch jemanden, der auch bei grauer Regenbrühe und 5 Grad seine Stadt auf eine ganz besondere Art und Weise neu entdecken will.

Stuttgart Arttours bietet nämlich seit kurzem das Entdeckungsprojekt „Postcard Walks“ der Londoner Künstlerin Andrea Greenwood an. Das Konzept ist fast so einfach wie Servietten werfen im neuen „Partygriechen“ Cavos: Auf dem Flohmarkt werden alte Postkarten erstanden, die an Stuttgarter adressiert waren (also mitunter noch an 7000 irgendwas, die älteren Stadtkinder erinnern sich).

Diese Adressen sind die Fixpunkte für einen Spaziergang durch das heutige Stuttgart und zunächst scheinbar gewöhnliche Gebäude fügen sich abseits der gängigen Sightseeing-Objekte wie ein großes Puzzle zu einer spannenden Tour zusammen. „Anstatt ein Endprodukt für die Touri-Branche zu entwickeln, ist die Postkarte ein Werkzeug um die Stadt anders wahrzunehmen und den Touristen zu einem besonderen Ort zu führen“, erklären die Veranstalter ihr neues Citytour-Konzept.

 

Postcard Walk verbindet auf eine entschleunigte Art und Weise die Vergangenheit mit der Gegenwart. Die Spaziergänger treffen auf die Empfänger der Postkarten oder die Leute, die heutzutage unter den Adressen zu finden sind und versuchen mehr über die Hintergründe der Karte zu erfahren. Wer hat die Karte geschrieben? Wer war der Empfänger? Wie war das Verhältnis zwischen Sender und Empfänger? An was erinnert man sich? Ein Schwätzchen hier, ein Schwätzchen dort – und schon hat man in ein paar Stunden mehr über Stuttgart und seine Menschen erfahren also sonst irgendwie möglich.