Pressesprecherflucht im Rathaus
Mehr Einfluss für Bürochefin?
Thomas Braun,
09.03.2010 18:30 Uhr
Der Aufgabenbereich von Wolfgang Schusters Büroleiterin Andrea Klett-Eininger soll weiter aufgewertet werden. Foto: Steinert
""Mein Job ist es nicht,
Everybody’s Darling
zu sein.""
Andrea Klett-Eininger, OB-Büroleiterin
Dass Schuberts Nachfolgerin Katrin Lebherz nun schon nach wenigen Wochen das Handtuch geworfen hat, hat nach ihrer Auffassung ausschließlich private Gründe. "Frau Lebherz und ich stehen keineswegs auf Kriegsfuß", betont Andrea Klett-Eininger. Dass sie sich innerhalb des Rathauses in ihrer Funktion als persönliche Referentin nicht nur Freunde gemacht hat, räumt Klett-Eininger, Ehefrau des Esslinger Landrats Heinz Eininger, ein: "Mein Job ist es nicht, Everybody's Darling zu sein." Eine solche Rolle bringe es automatisch mit sich, "dass man mal dem einen oder anderen auf die Füße tritt." Das Image einer "Leuteschinderin" wolle sie sich aber nicht ankleben lassen.
Kritik an Schusters mangelnder Präsenz im Rathaus
Manche im Rathaus halten ohnehin nicht Klett-Eininger, sondern ihren Chef Wolfgang Schuster für den Hauptverantwortlichen der Misere. Der SPD-Stadtrat und Kreischef Andreas Reißig kritisiert dessen mangelnde Präsenz im Rathaus, und auch für den Grünen-Fraktionschef Werner Wölfle ist die häufige Abwesenheit Schusters ein Manko: "Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse halt auf dem Tisch." Aber auch in der CDU klagt man hinter vorgehaltener Hand darüber, dass der OB nicht regiere, sondern häufig seiner Entourage das Feld überlasse. Das Rathaus sei in einem "desolaten Zustand".
Wolfgang Schuster wollte auf Anfrage die Vorwürfe nicht kommentieren. Womöglich muss sich der Oberbürgermeister freilich demnächst im Gemeinderat für seine Personalpolitik rechtfertigen. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung plant Schuster, die Stelle und den Aufgabenbereich seiner Büroleiterin, die bereits das Thema Bildungspartnerschaft unter sich hat, weiter aufzuwerten. "Da bekommen wir dann eine Quasi-Bürgermeisterin", witzelt man bereits im Rathaus.
Die Pressesprecherstelle hingegen soll demnächst neu ausgeschrieben werden. "Auch rathausinterne Bewerber sind willkommen", so Andrea Klett-Eininger.
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Unterste Schublade
So leicht wie bei Öttinger - dem nichts Weltliches fremd ist - wird man bei unserem zukünftigen Ex-OB nicht fündig werden, noch nichtmal in der untersten Schublade. Wo man auch sucht, nur gääähnende Leere, alte Akten und Staub. Einzig, es gibt da ein paar angestossene Modelle. Einst standen sie auf Hochglanz poliert in seiner Vitrine im Rathaus : Den Trump-Tower, z.B.. Im Bett liegt ein "Nackenhörnchen" in Form eines ICE. Auf dem Boden zwei Stapel aus Hochglanzbroschüren : Einer mit Investoren und einer mit Fernreisen. Das war`s dann aber schon......
Bürochefin und andere Leittiere
Das Gerangel um Posten hat so sein Geschmäckle. Hier unterscheidet sich der öffentliche Dienst von Hierarchieebenen in Privatunternehmen offensichtlich kaum. Es wäre jedoch angebracht, dass-wie so oft gesagt wird die Kompetenz -fachlich und persönlich-über den Verbleib einer Person in bestimmten Funktionen entscheiden sollen. Das vermisse ich in diesem Fall. Es wird nicht näher hierrauf in diesem Artikel eingegangen. Die Funktion eines Pressesprechers ist immens wichtig, um sich in der Öffentlichkeit dazustellen. Nach außen wird oftmals Harmonie verkauft, innen sieht es-wie man sehen kann-anders aus. Leider....
Mehr Einfluß für Bürochefin
Schuster hat das Werk seines Vorgängers ohne Bruch fortgesetzt, die Stuttgarter Stadtverwaltung war schon vorher unter Rommel, der eher als Feingeist denn als verläßlicher oder gar seriöser Verwaltungschef auf sich aufmerksam gemacht hat, desolat und bestätigt den Spruch, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. Es ist darüber bezaubernd zu sehen, dass die allgemeine Haushaltslage offensichtlich vor der Rathausspitze halt macht und dort scheinbar unbegrenzt Geld für Stellen da ist, die bislang kein Mensch ernsthaft gebraucht hat. Beruhigend ist es, dass Schuster es bereits ausklingen läßt und er damit wohl im übernächsten Jahr alles mögliche machen aber nicht mehr antreten wird.