Pressesprecherflucht im Rathaus
Mehr Einfluss für Bürochefin?
Thomas Braun,
09.03.2010 18:30 Uhr
Der Aufgabenbereich von Wolfgang Schusters Büroleiterin Andrea Klett-Eininger soll weiter aufgewertet werden. Foto: Steinert
""Mein Job ist es nicht,
Everybody’s Darling
zu sein.""
Andrea Klett-Eininger, OB-Büroleiterin
Katrin Lebherz will sich zu den Gründen ihrer Kündigung selbst nicht äußern - dafür tun dies andere umso ausführlicher. Schon ihr Vorgänger Markus Schubert sei an den Strukturen und Personen innerhalb der Stabsstelle Kommunikation verzweifelt, heißt es im Rathaus. Seine ureigene Aufgabe als OB-Sprecher habe er nur eingeschränkt wahrnehmen können, weil ihm gleichzeitig auch die Verantwortung für den Internetauftritt der Stadt sowie für das Amtsblatt oblag. Schubert hatte noch vor seinem Ausscheiden nach einem Dreivierteljahr Dienstzeit dem OB eine Trennung von Stabsabteilung und Pressesprecher abgerungen - die Stelle eines Stabsstellenleiters ist bereits ausgeschrieben. Gleichwohl hatte der NDR-Journalist wie auch andere Mitarbeiter der Verwaltung darüber geklagt, wie schwierig es sei, "ungehindert" Zugang zum Rathauschef zu bekommen. Diese Kritik zielte auch auf die Rolle von Schusters Büroleiterin Andrea Klett-Eininger, der man ein hohes Bedürfnis nach Kontrolle nachsagt. Auch Katrin Lebherz hat dem Vernehmen nach mangelnde Rückendeckung moniert.
Persönliche Referentin hat sich nicht nur Freunde gemacht
Andrea Klett-Eininger wehrt sich gegen die Vorwürfe: Sie habe sich mit Schubert keineswegs Scharmützel um Zuständigkeiten geliefert und ihn auch nicht "hinausgeekelt". Markus Schubert habe vielmehr gemerkt, dass er "als Pressesprecher nicht alles machen kann, was man vielleicht gerne machen möchte". Die Zusammenarbeit zwischen ihr und Schubert sei vertrauensvoll verlaufen - auf Basis einer klar abgegrenzten Aufgabenverteilung: "Ich habe mich nicht in seinen Job als Pressesprecher eingemischt und er sich nicht in meinen."
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So leicht wie bei Öttinger - dem nichts Weltliches fremd ist - wird man bei unserem zukünftigen Ex-OB nicht fündig werden, noch nichtmal in der untersten Schublade. Wo man auch sucht, nur gääähnende Leere, alte Akten und Staub. Einzig, es gibt da ein paar angestossene Modelle. Einst standen sie auf Hochglanz poliert in seiner Vitrine im Rathaus : Den Trump-Tower, z.B.. Im Bett liegt ein "Nackenhörnchen" in Form eines ICE. Auf dem Boden zwei Stapel aus Hochglanzbroschüren : Einer mit Investoren und einer mit Fernreisen. Das war`s dann aber schon......
Bürochefin und andere Leittiere
Das Gerangel um Posten hat so sein Geschmäckle. Hier unterscheidet sich der öffentliche Dienst von Hierarchieebenen in Privatunternehmen offensichtlich kaum. Es wäre jedoch angebracht, dass-wie so oft gesagt wird die Kompetenz -fachlich und persönlich-über den Verbleib einer Person in bestimmten Funktionen entscheiden sollen. Das vermisse ich in diesem Fall. Es wird nicht näher hierrauf in diesem Artikel eingegangen. Die Funktion eines Pressesprechers ist immens wichtig, um sich in der Öffentlichkeit dazustellen. Nach außen wird oftmals Harmonie verkauft, innen sieht es-wie man sehen kann-anders aus. Leider....
Mehr Einfluß für Bürochefin
Schuster hat das Werk seines Vorgängers ohne Bruch fortgesetzt, die Stuttgarter Stadtverwaltung war schon vorher unter Rommel, der eher als Feingeist denn als verläßlicher oder gar seriöser Verwaltungschef auf sich aufmerksam gemacht hat, desolat und bestätigt den Spruch, dass der Fisch vom Kopf her stinkt. Es ist darüber bezaubernd zu sehen, dass die allgemeine Haushaltslage offensichtlich vor der Rathausspitze halt macht und dort scheinbar unbegrenzt Geld für Stellen da ist, die bislang kein Mensch ernsthaft gebraucht hat. Beruhigend ist es, dass Schuster es bereits ausklingen läßt und er damit wohl im übernächsten Jahr alles mögliche machen aber nicht mehr antreten wird.