""Mein Job ist es nicht,
Everybody’s Darling
zu sein.""
Andrea Klett-Eininger, OB-Büroleiterin
Stuttgart - Für die einen ist es ein Symbol für die Ratlosigkeit im Rathaus, für die anderen eine rein privat motivierte Angelegenheit: Mit Katrin Lebherz verliert Oberbürgermeister Wolfgang Schuster bereits den dritten Pressesprecher innerhalb eines Jahres - und das nach rekordverdächtiger Dienstzeit von nur sechs Wochen. Einer anderen Position in seiner direkten Umgebung will der Rathauschef dagegen mehr Befugnisse zugestehen - die seiner persönlichen Referentin Andrea Klett-Eininger. In ihr sehen viele die eigentliche Ursache für die vielen Personalwechsel.
Katrin Lebherz will sich zu den Gründen ihrer Kündigung selbst nicht äußern - dafür tun dies andere umso ausführlicher. Schon ihr Vorgänger Markus Schubert sei an den Strukturen und Personen innerhalb der Stabsstelle Kommunikation verzweifelt, heißt es im Rathaus. Seine ureigene Aufgabe als OB-Sprecher habe er nur eingeschränkt wahrnehmen können, weil ihm gleichzeitig auch die Verantwortung für den Internetauftritt der Stadt sowie für das Amtsblatt oblag. Schubert hatte noch vor seinem Ausscheiden nach einem Dreivierteljahr Dienstzeit dem OB eine Trennung von Stabsabteilung und Pressesprecher abgerungen - die Stelle eines Stabsstellenleiters ist bereits ausgeschrieben. Gleichwohl hatte der NDR-Journalist wie auch andere Mitarbeiter der Verwaltung darüber geklagt, wie schwierig es sei, "ungehindert" Zugang zum Rathauschef zu bekommen. Diese Kritik zielte auch auf die Rolle von Schusters Büroleiterin Andrea Klett-Eininger, der man ein hohes Bedürfnis nach Kontrolle nachsagt. Auch Katrin Lebherz hat dem Vernehmen nach mangelnde Rückendeckung moniert.
Persönliche Referentin hat sich nicht nur Freunde gemacht
Andrea Klett-Eininger wehrt sich gegen die Vorwürfe: Sie habe sich mit Schubert keineswegs Scharmützel um Zuständigkeiten geliefert und ihn auch nicht "hinausgeekelt". Markus Schubert habe vielmehr gemerkt, dass er "als Pressesprecher nicht alles machen kann, was man vielleicht gerne machen möchte". Die Zusammenarbeit zwischen ihr und Schubert sei vertrauensvoll verlaufen - auf Basis einer klar abgegrenzten Aufgabenverteilung: "Ich habe mich nicht in seinen Job als Pressesprecher eingemischt und er sich nicht in meinen."