Kritik wegen Rheintalbahn Angleichung der Eisenbahn-Systeme in Europa

Von red/lsw 

Wenn man die Eisenbahnsysteme in Europa angleichen würde, könnten Waren und Fahrgäste von Rastatt aus auch über eine Strecke durch Frankreich an ihr Ziel kommen. Zu diesem Schluss kam der Fahrgastverband Pro Bahn.

Wann die Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt aufgehoben wird, ist noch unklar. Foto: dpa
Wann die Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt aufgehoben wird, ist noch unklar. Foto: dpa

Rastatt - Mit Blick auf die Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt drängt der Fahrgastverband Pro Bahn darauf, Eisenbahnsysteme in Europa anzugleichen. „Hier von Rastatt geht eine Strecke (...) rüber nach Frankreich, die man sofort benutzen könnte“, sagte Gerhard Stolz vom Regionalverband Pro Bahn Mittlerer Oberrhein am Dienstag im Morgenmagazin von ARD und ZDF. „Aber da hat man in den vergangenen Jahren (...) auf europäischer Ebene einfach versäumt, dass man sagt, wir machen die Eisenbahnen kompatibeler untereinander.“ Dadurch sei das deutsche Eisenbahnnetz zweigeteilt in Norden und Süden.

„Kaum fahren Sie über die Grenze passen die Lokomotiven nicht mehr, die Sicherheitssysteme passen nicht mehr, die Stromsysteme sind andere“, sagte Stolz. Er pochte auf eine stärkere Verknüpfung der Systeme. „Eine Möglichkeit, die wir eigentlich im Verkehrswesen immer haben, wenn irgendwo eine Strecke gesperrt wird, dass wir eine Umleitung haben, gibt es hier leider nicht.“

Auch Verkehrsclub Deutschland wirft Bahn schlechte Planung vor

Und auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) wirft der Deutschen Bahn schlechte Planung vor. „Wenn man da so eine große Baustelle hat, dann wäre es selbstverständlich, einen doppelten Boden zu planen“, sagte der Bundesvorsitzende Wasilis von Rauch am Dienstag im Radioprogramm „SWR Aktuell“. „Das heißt: Im Falle eines Unfalls, wie jetzt geschehen, sollte es einen Plan geben, wie man mit der Situation umgehen kann. Und der liegt offensichtlich nicht vor.“ Alternativstrecken seien nicht rechtzeitig ausgebaut worden, monierte er.

Am 12. August waren Wasser und Erdreich in eine Tunnelröhre nur knapp fünf Meter unterhalb der Bahntrasse bei Rastatt eingedrungen, die Gleise sackten ab. Seitdem ist die Strecke zwischen Rastatt und Baden-Baden nicht mehr befahrbar. Es gibt einen Ersatzverkehr. Gleichwohl ist damit eine der wichtigsten Nord-Süd-Trassen in Deutschland nicht mehr nutzbar. Einen Termin für die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs ist offen.