Projektleiter warnt Stuttgart 21 könnte noch teurer werden

Von und Thomas Braun 

Stuttgart-21-Projektleiter Hany Azer warnte die Konzernspitze der Deutschen Bahn noch vor der Landtagswahl vor neuen Kostenrisiken.

Zurzeit ruhen die meisten Bauarbeiten für Stuttgart 21. Foto: dpa
Zurzeit ruhen die meisten Bauarbeiten für Stuttgart 21.Foto: dpa

Stuttgart/Berlin - Nach dem vorläufigen Baustopp für Stuttgart 21 drohen dem umstrittenen Großprojekt weitere Unbilden. Projektleiter Hany Azer hat jedenfalls noch kurz vor den Landtagswahlen die Bahnspitze in einem Brandbrief vor einer Verteuerung gewarnt. Die Deutsche Bahn bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung die Existenz des Schreibens. „Ja, es gibt diesen Brief“, sagte Technikvorstand Volker Kefer in Berlin. Darin werde „auf Kostenrisiken hingewiesen“. Dabei gehe es um die geplanten Einsparungen, die für Stuttgart 21 kalkuliert wurden, um den Preis für Stuttgart 21 bei 4,1 Milliarden Euro zu halten. Kefer dementiert aber, dass die Zusatzkosten bis zu eine Milliarde Euro betragen könnten. Der Brief Azers sei an Oliver Kraft, den Chef von DB Netz, gegangen. Er habe eine Kopie erhalten.

Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung ging der Brief von Azer bereits Anfang voriger Woche bei der DB-Spitze ein. Darin werde gewarnt, dass sich die Baukosten von bisher 4,1 Milliarden Euro für S 21 erheblich erhöhen werden. Grund sei eine nötige Neubewertung der Risiken, nachdem die bisherigen Aufträge und Angebote für die einzelnen Bauabschnitte ausgewertet wurden.

Bahn hat bereits 1,5 Milliarden Euro ausgegeben

Die Deutsche Bahn hat für das vorläufig gestoppte Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 schon rund 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Diese Zahl nannte Vorstandschef Rüdiger Grube bei Vorlage des Geschäftsberichts 2010 am Donnerstag in Berlin. Der Vorstand stehe nach wie vor zu dem Vorhaben. Es gebe „zurzeit keinen Grund“ Vorsorge für eine mögliche Aufgabe des Projekts zu treffen, sagte Grube. „Wir sind ja bereits in der Realisierung.“

Vorstandsmitglied Volker Kefer sagte zu dem am Dienstag verkündeten vorläufigen Baustopp: „Wir wollten einfach ein Signal an die neue Landesregierung senden, dass wir auch mit ihr konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Wir schaffen keine neuen Fakten, bis sie sich konstituiert.“ Die neue grün-rote Regierung in Baden-Württemberg soll Mitte Mai im Amt sein.

16 Kommentare Kommentar schreiben

Schuster: Es wird immer deutlicher. Selbst eingfleischte Schuster Fans sollten wach werden. Selbst wenn die Bahn das Projekt aufgeben will- Schuster hält an dem Immobiliendeal fest. Wie ein Autist plappert er immer wieder die halb wahrheiten herunter und um alles in der Welt - er wird gegen seine eigenen Bürger weiter zu Felde ziehen. Hoffentlich ist bald 2012 und Schuster stellt sich wieder zur Wahl.

@ M.A.: Man muss 'Klartest' (oder 'Stresstext') schon entschuldigen. Muss er sich doch jetzt eine neue Stelle suchen, was bei seiner Qualifikation kein leichtes Spiel ist. Schliesslich will er ja nicht der Allgemeinheit auf der Tasche liegen...:-)

@klartext: ... soll das eine Drohung sein?

kein Kommentar: Damit niemand in Versuchung kommt mir Abwesenheit zu unterstellen, melde ich mich hier nochmals. Aus beruflichen Gründen ist es mir derzeit leider nicht möglich intensiv Kommentare zu schreiben. Ich komme aber wieder, darauf könnt ihr wetten.

Echt? Wieso das denn?: grübel grübel kopfkratz ...

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