Protest gegen Stuttgart 21
Demonstration vor der Staatskanzlei
Wolfgang Schulze-Braunschmidt; alle Fotos: Palmer,
01.09.2010 18:51 Uhr
Laut trötend haben Stuttgart-21-Gegner am Mittwoch vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gegen das Milliarden-Bahnprojekt demonstriert. Foto: Steinert
Stuttgart - Der Widerstand gegen Stuttgart21 hat am Mittwoch das Staatsministerium erreicht: Am Nachmittag forderten mehr als 1.500 Demonstranten vor der Villa Reitzenstein einen Baustopp. "Mappus, tritt unsere Argumente nicht mit Füßen", riefen die Gegner vor dem Amtssitz des nicht anwesenden Ministerpräsidenten. Als Zeichen des Protests gegen das Bahnprojekt warfen sie Schuhe mit angehefteten Argumenten über die Mauer. Dann legten sie eine Schweigeminute für den Bonatz-Bahnhof ein. Anschließend war es mit der Ruhe vorbei: "Mappus raus!" und "Oben bleiben" schallte es durch die ansonsten beschauliche Richard-Wagner-Straße. "Mappus muss endlich kapieren, dass die Mehrheit der Stuttgarter dieses Projekt nicht will", erklärte ein Redner der Parkschützer. "Sie kommen an uns nicht mehr vorbei." Man erwarte, dass es die versprochenen Gespräche gebe, "aber ohne Tricksereien".
Wenig später zog der Demonstrationszug in Richtung Schlossplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden sollte. Als unterwegs bekannt wurde, dass die Abrissarbeiten am Nordflügel massiv fortgesetzt würden, wollten die Demonstranten zum Hauptbahnhof ziehen. Da die Polizei aber auf der genehmigten Route bestand, wurde die Demonstration aufgelöst. Kurz danach wuchs die Zahl der Demonstranten am Nordflügel. Dort kam es laut Polizei zu einem Gerangel und zu einer Blockade der Heilbronner Straße. Dabei wurden die Stadträte Hannes Rockenbauch (SÖS) und Thomas Adler (Linke) vorübergehend festgenommen.
Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart21 hat am Mittwoch seine Vertreter für Gespräche mit den Befürwortern von Stuttgart21 genannt. Neben Gangolf Stocker von der Initiative "Leben in Stuttgart", Gerhard Pfeifer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Klaus Arnoldi vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Sabine Lacher vom Fahrgastverband "Pro Bahn" soll daran auch ein Vertreter der Parkschützer teilnehmen.
Stocker forderte als Bedingung für Gespräche ein Ende der Abrissarbeiten. Für die Grünen im Land hatte Fraktionschef Winfried Kretschmann bereits am Dienstag erklärt, dass es für ein erstes Vorgespräch keine Vorbedingungen geben dürfe. Bei den Bauarbeiten wird nach Angaben des Aktionsbündnisses gegen Auflagen verstoßen. Stocker erklärte, er habe bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen das Eisenbahnbundesamt und die Abbruchfirma erstattet. Letztere setze am Nordflügel alte Bagger und Lastwagen ein, obwohl nur schadstoffarme Maschinen zum Einsatz kommen dürften.
Stadträte vorübergehend festgenommen
Wenig später zog der Demonstrationszug in Richtung Schlossplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfinden sollte. Als unterwegs bekannt wurde, dass die Abrissarbeiten am Nordflügel massiv fortgesetzt würden, wollten die Demonstranten zum Hauptbahnhof ziehen. Da die Polizei aber auf der genehmigten Route bestand, wurde die Demonstration aufgelöst. Kurz danach wuchs die Zahl der Demonstranten am Nordflügel. Dort kam es laut Polizei zu einem Gerangel und zu einer Blockade der Heilbronner Straße. Dabei wurden die Stadträte Hannes Rockenbauch (SÖS) und Thomas Adler (Linke) vorübergehend festgenommen.
Vertreter für Runden Tisch benannt
Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart21 hat am Mittwoch seine Vertreter für Gespräche mit den Befürwortern von Stuttgart21 genannt. Neben Gangolf Stocker von der Initiative "Leben in Stuttgart", Gerhard Pfeifer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Klaus Arnoldi vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Sabine Lacher vom Fahrgastverband "Pro Bahn" soll daran auch ein Vertreter der Parkschützer teilnehmen.
Stocker forderte als Bedingung für Gespräche ein Ende der Abrissarbeiten. Für die Grünen im Land hatte Fraktionschef Winfried Kretschmann bereits am Dienstag erklärt, dass es für ein erstes Vorgespräch keine Vorbedingungen geben dürfe. Bei den Bauarbeiten wird nach Angaben des Aktionsbündnisses gegen Auflagen verstoßen. Stocker erklärte, er habe bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen das Eisenbahnbundesamt und die Abbruchfirma erstattet. Letztere setze am Nordflügel alte Bagger und Lastwagen ein, obwohl nur schadstoffarme Maschinen zum Einsatz kommen dürften.
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