Protest gegen Stuttgart 21 Wunderkerzen brennen für den Landesvater

Von Barbara Grüssinger 

Tausende Gegner von Stuttgart 21 sind am Freitag vom Bahnhof in den Schlossgarten gezogen. Nicht jeder Redebeitrag kam gut an.  

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Stuttgart - Ein Jahr nach Beginn der Abrissarbeiten am Hauptbahnhof haben sich am Freitag Tausende Stuttgart 21-Gegner auf dem Platz vor dem ehemaligen Nordflügel versammelt. Laut Veranstalter verfolgten 5500 Demonstranten die Beiträge zum Motto "Viel zerstört - nichts gewonnen"; die Polizei zählte 4000 Personen. Bonatz-Enkel Peter Dübbers erinnerte die Zuhörer an die historische Bedeutung des Bahnhofs als "Wahrzeichen der Stadt" und forderte weiteren Widerstand, um den Südflügel zu erhalten. Rednerin Carola Eckstein von "Ingenieure 22 für den Kopfbahnhof", kritisierte insbesondere die Planung für den Nesenbach-Düker. Die Idee, den Bachverlauf in die Erde zu verlegen sei "ein Dokument kompletter Realitätverweigerung."

Nicht nur positiv wurde die Rede Daniel Renkonens, Landtagsabgeordneter der Grünen, aufgenommen: Beifall fand sein Versprechen, dass die Regierung alles tun werde "dass dieses Milliardengrab zugeschüttet wird". Empörte Rufe folgten jedoch der Ankündigung, dass man die Absprache mit dem Koalitionspartner einhalte. "Wir haben eine Volksabstimmung vereinbart. Daran werden wir uns halten müssen." Im Anschluss an die Kundgebung zogen die Teilnehmer friedlich durch die Innenstadt zum Schlossgarten, wo sie Kerzen und Wunderkerzen mit dem Schriftzug "Kretschmanns Wunder" anzündeten.

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106 KommentareKommentar schreiben

Was ist denn hier los?: Da schreibt ein Rollstuhlfahrer über seine Schwierigkeiten, sich im Berliner Hauptbahnhof fortzubewegen, und manche haben nichts besseres zu tun, als seinen Erfahrungsbericht zu verunglimpfen und seine Person gleich mit dazu. Was soll das? Ich bin Zivi und habe täglich mit Gehbehinderten zu tun. Als in der Mobilität eingeschränkte Person hat man es schon schwer genug. Versucht man sich dann noch Gehör zu verschaffen, wird man von anderen gleich beleidigt, nur weil es ihnen nicht passt, wenn ein paar Worte nicht in ihr ideologisches Weltbild passen. Ein paar Sachargumente wären da hilfreicher.

An alle Schlauen, die mal schnell nach angeblicher Behindertenfreundlichkeit des Berliner Hauptbahnhofs gegoogelt haben: Ich bin selbst Rollsrtuhlfahrer, und hätte mir gewünscht, man hätte den Berliner Hauptbahnhof behindertenfreundlich gebaut. Mit lieben Grüßen nach Stuttgart an alle schwäbischen Schlaumeier.

@ (S)Ketchup - Dann mal her mit dem NAchweis, dass unter dem Nesenbach bereits ein Düker verläuft: Sie haben keine Ahnung, reißen aber die Klappe auf. Es gibt unter dem Nesenbach keinen Düker. Immer schön her mit dem Beweis. Ich warte.

@ Andrea: 'Glauben Sie etwa auch, dass man Rollstuhlfahrer gegen deren Willen vor einer Demo herschieben kann? In welcher Welt leben Sie?' Andrea, ich glaube nicht, ich weiß ! Und warum ? Weil ich im Gegensatz zu Ihnen nicht über Behinderte rede sondern mit Ihnen. Deshalb nochmals: ihr versteckt Euch hinter Behinderten. Ihr nutzt das Mitleid der Menschen für Behinderte aus, nach dem Motto: wenn diese armen Behinderten Menschen gegen S21 sind, dann muss ja wohl was dran sein. Inzwischen ist das übrigens Thema Nr 1 unter Behinderten in Stuttgart, wir mögen zwar mitleiderregend in unseren Rollstühlen sitzen, aber doof sind wir noch lange nicht ! Das ist auch der Grund, weshalb man von den Hunderten von Behinderten in Stuttgart immer nur 10 auf Euren Veranstaltungen sieht. Dabei geht es Ihnen vorrangig gar nicht um die Sache selbst, nein, als Außenseiter der Gesellschaft genießen sie vielmehr das Gefühl, einmal dazuzugehören, einmal ein Teil der Gesellschaft zu sein. Und das nutzt ihr in beschämender und perfider Art aus. Hört auf damit !!!!!!!!!!!

Frank, das tut weh......: Wer den Berliner Haupthahnhof unterstellt, er sei nicht Behindertenfreundlich, der ist endweder dumm oder uninformiert oder spielt hier nur die Rolle eines Behinderten, lieber Frank. Dummheit möchte ich Dir nicht unterstellen, Uninformiertheit schon eher, die dritte Möglichkeit greift bei Dir wohl am ehesten. Was typisch ist für Euch Gegner. Ihr tut so, als hättet Ihr Ahnung, und ihr tut so, als ob Ihr die Interessen von Behinderten vertretet, was in höchstem Maße schäbig ist. Eine kleine Abendlektüre sei Dir herzlichst empfohlen http://nullbarriere.de/berlin-hauptbahnhof.htm

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