Protest im Netz
"Die Organisation geht schneller"
Christiane Wild,
01.09.2010 13:14 Uhr
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Foto: dpa
Stuttgart - Der Stuttgarter Politologe Dieter Fuchs spricht über Formen des Protests und wie das Internet diese verändert hat.
Eine ganz entscheidende: Durch das Internet ist es viel leichter mit den politisch Verantwortlichen in Kontakt zu treten, es ist einfacher an Informationen zu einem Thema zu kommen und sie zu verteilen. Mit Gleichgesinnten kann man sich viel schneller austauschen, mit Bekannten genauso wie mit Leuten, die man noch nicht kennt. Ein Protest lässt sich mithilfe des Internets leichter organisieren.
Flugblätter waren schon bei den Protesten der 68ern nicht besonders effektiv, daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Sehr wichtig ist dagegen nach wie vor die Mund-zu-Mund-Propaganda. Stuttgart 21 ist ein Thema, über das die Leute auch tagsüber bei der Arbeit oder im Supermarkt reden.
Die Bereitschaft zum Protest war ja nie ganz weg. Die jüngere Generation ist heute aber pragmatischer als früher.
Doch, ganz neu ist bei Stuttgart 21, dass auch das Bürgertum auf die Straße geht. Zur grundsätzlichen Bereitschaft, sich für Überzeugungen einzusetzen kommt, dass diese Kreise gut informiert sind und sich unmittelbar betroffen fühlen. Die negativen Begleiterscheinungen einer jahrelangen Baustelle wie Lärm, Schmutz und Stau spielen hier eine Rolle. Sicherlich kann man auch von einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber der Politik und gegenüber Großprojekten sprechen.
Neben vielfältigen anderen Argumenten spielt das sicher eine Rolle. An den Nutzen den künftige Generationen unter Umständen aus dem Projekt ziehen, denkt ein Teil der älteren Gegner demnach nicht. Der einzige Beweggrund für den Protest ist der Egoismus aber sicher nicht.
Gruppen, die sich auf Facebook gegen Stuttgart 21 positionieren, Internetseiten, die für das Projekt werben - Protest sieht heute recht anderes aus als früher. Was für eine Rolle spielt das Internet für die Protestkultur?
Eine ganz entscheidende: Durch das Internet ist es viel leichter mit den politisch Verantwortlichen in Kontakt zu treten, es ist einfacher an Informationen zu einem Thema zu kommen und sie zu verteilen. Mit Gleichgesinnten kann man sich viel schneller austauschen, mit Bekannten genauso wie mit Leuten, die man noch nicht kennt. Ein Protest lässt sich mithilfe des Internets leichter organisieren.
Haben sich die klassischen Formen wie die Mund-zu-Mund-Propaganda und Flugblätter damit erledigt?
Flugblätter waren schon bei den Protesten der 68ern nicht besonders effektiv, daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Sehr wichtig ist dagegen nach wie vor die Mund-zu-Mund-Propaganda. Stuttgart 21 ist ein Thema, über das die Leute auch tagsüber bei der Arbeit oder im Supermarkt reden.
Die Protestkultur schien in den letzten Jahren fast eingeschlafen. Erleben wir durch Stuttgart 21 ihre Wiederbelebung?
Die Bereitschaft zum Protest war ja nie ganz weg. Die jüngere Generation ist heute aber pragmatischer als früher.
Also nichts Neues an der Protestfront.
Doch, ganz neu ist bei Stuttgart 21, dass auch das Bürgertum auf die Straße geht. Zur grundsätzlichen Bereitschaft, sich für Überzeugungen einzusetzen kommt, dass diese Kreise gut informiert sind und sich unmittelbar betroffen fühlen. Die negativen Begleiterscheinungen einer jahrelangen Baustelle wie Lärm, Schmutz und Stau spielen hier eine Rolle. Sicherlich kann man auch von einem grundsätzlichen Misstrauen gegenüber der Politik und gegenüber Großprojekten sprechen.
Aus den Reihen der Befürworter hört man den Vorwurf, die Älteren seien aus einem gewissen Egoismus gegen Stuttgart 21.
Neben vielfältigen anderen Argumenten spielt das sicher eine Rolle. An den Nutzen den künftige Generationen unter Umständen aus dem Projekt ziehen, denkt ein Teil der älteren Gegner demnach nicht. Der einzige Beweggrund für den Protest ist der Egoismus aber sicher nicht.
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