Protestanten in Stuttgart Kirchen in Sorge wegen AfD

Von vv 

Auch der evangelische Stadtdekan Soren Schwesig sieht bei der Alternative für Deutschland (AfD) ein Gesinnungsproblem. Im Gegensatz zur katholischen Kirche in der Stadt möchte Schwesig aber keine Wahlempfehlung geben.

Søren Schwesig macht der Stimmungswandel in der Bevölkerung im Blick auf die Flüchtlinge Sorgen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Søren Schwesig macht der Stimmungswandel in der Bevölkerung im Blick auf die Flüchtlinge Sorgen.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Nach dem katholischen Stadtdekan Christian Hermes hat sich nun auch der evangelische Stadtdekan Søren Schwesig zur Alternative für Deutschland (AfD) geäußert. Wie berichtet hat Hermes bei der Stadtdekanatsratssitzung die AfD als mit christlichen Grundüberzeugungen nicht vereinbar bezeichnet. „Eine solche Partei ist keine Alternative für unser Land“, hatte Hermes gesagt.

Ihm mache das Vokabular aus dem AfD-Parteiprogramm Sorgen, so Schwesig. „Das sind rechtspopulistische Thesen, die in dem Wahlprogramm zu lesen sind“, sagt der evangelische Stadtdekan. „Die einseitig negative Bezeichnung von Flüchtlingen widerspricht der Forderung der Bibel, Menschen in Not gastfreundlich zu begegnen“, nennt er ein Beispiel. Die Äußerung der AfD-Chefin Frauke Petry zum Schusswaffengebrauch habe ihn zudem „wahnsinnig geärgert und erschrocken“.

Stadtdekan spricht von einem „Gesinnungsproblem“

Wenn jetzt ihr Vize Jörg Meuthen sage, das sei ein Kommunikationsproblem, dann stelle sich für ihn die Frage, „ob das nicht ein Gesinnungsproblem ist“. Kirche habe die Aufgabe, sich gegen jegliche Form der extremistischen Strömungen zu äußern, wenn sie Grundüberzeugungen des kirchlichen Lebens widersprechen. Als Stadtdekan werde er aber keine Wahlempfehlung abgeben, betont Schwesig. „Das müssen unsere Mitglieder selbst entscheiden.“

Sorgen macht Schwesig der Stimmungswandel in der Bevölkerung im Blick auf die Flüchtlinge. Über Themen wie Aufnahmekapazitäten, Integrationsprobleme und auch Rückführungen von Flüchtlingen müsse man diskutieren – „aber vernünftig und in Ruhe“, sagt der Stadtdekan.