Stalkerprozess am Landgericht in Stuttgart Angeklagter schweigt zu Vorwürfen

Von George Stavrakis 

Am Landgericht hat am Dienstag der Prozess gegen einen 47 Jahre alten Mann begonnen, der seine Exfreundin aus Filderstadt (Kreis Esslingen) so sehr nachgestellt haben soll, dass sie sich schließlich in ihrer Verzweiflung erhängt hat. Am ersten Verhandlungstag sagte der Angeklagte nichts zu dem Vorwurf. Möglicherweise will er später Stellung nehmen.

Die Richter prüfen, ob der Mann die Frau in den Tod getrieben hat. Foto: dpa
Die Richter prüfen, ob der Mann die Frau in den Tod getrieben hat.Foto: dpa

Am 9. November 2015 hat sich eine 43 Jahre alte Frau in Filderstadt (Kreis Esslingen) erhängt. Zuvor war sie von ihrem Ex-Freund monatelang terrorisiert worden. Der Stalker hatte die Trennung nicht wahrhaben wollen und die Frau mit Beschimpfungen und Drohungen überzogen. Selbst die Eltern und eine Kollegin des Opfers hatte der Mann massiv bedroht und belästigt. Seit Dienstag muss sich der 47-Jährige vor dem Landgericht verantworten. Die Anklage lautet unter anderem auf Nachstellung, also Stalking, mit Todesfolge.

Damit betritt die 1. Schwurgerichtskammer juristisches Neuland. Ein solcher Prozess sei bundesweit noch nicht geführt worden, so der Verteidiger. Die Richter müssen prüfen, ob das Stalking des Angeklagten zu dem Suizid der Frau geführt hat.

Am ersten Prozesstag hat der 47-jährige gebürtige Hamburger lediglich Angaben zu seiner Person gemacht. Ob er sich später auch zu den Vorwürfen äußert, ist unklar. Der ehemalige Zeitsoldat war Mitte der neunziger Jahre wegen seiner inzwischen geschiedenen Frau nach Filderstadt gekommen. Er soll auch eine weitere Frau nach der Trennung belästigt und erpresst haben. Der Prozess wird am 23. Februar fortgesetzt.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Eine Liste mit findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention steht hier.

  Artikel teilen
2 Kommentare Kommentar schreiben

So ungeschützt ist die Frauenwelt: Wo hatte diese Frau eine Anlaufstelle? Wie viel Schutz hätte ihr die Polizei wirklich bieten können? Sind stärker psychisch krank? Wenn ja, warum werden Sie nicht weggesperrt? Eine Bekannte von mir wird seit Jahren vo einem Stalker belästigt! Er betritt sogar ohne einen Schlüssel von der Wohnung zu haben, ihre Wohnung, lebt stundenweise darin, hinterlässt zwar z.B. eine nasse Duschkabine, aber keinerlei Fingerabdrücke von sich. Kleidung und Unterwäsche werden zerschnitten, Private Gegenstände entwendet oder ausgetauscht. Machtlos steht sie nun der Polizei gegenüber. Vom Psychologen hat sie sich nun ein Attest holen müssen, um zu beweisen, dass sie noch ganz sauber ist. Jetzt wurde Anzeige gegen unbekannt gestellt, die Beamten jedoch belächelten den Besuch und forderten die Bekannte auf, genauer zu Hause nach den angeblich verschwundenen Dingen zu suchen. Selbst ei e überwachingsanlage wurde manipuliert und die Aufzeichnungs Kassette entwendet. Ein Zustand, der zum Wahnsinn führen kann. Hilfe? Fehlanzeige! Zum Glück ist der Lebenspartner Zeuge, der selbst zuvor dachte, dass seine Freundin doch leicht über reagiert. Für die Polizei nun zwei Deppen, die angeblich nicht dicht sind. Wem das passiert, ist hilflos der Gefahr ausgeliefert. Man vermutet nun, dass der Stalker mal bei einem Schlüsseldienst gearbeitet haben muss, oder gar selbst mal so ein Unternehmen besessen hatte. Gruß vom Motzkigele

ach sie arme frau: ich kenne zwei fälle in denen die exfrauen ihre exmänner so fertig gemacht haben, dass der eine selbstmord beging und der andere wegen schwerer körperverletzung an eben seine ex im knast sitzt. ich weiß, männer sind natürlich böse und frauen von natur aus gut. und als frau muss man immer gegen die männer und für die frauen sein. ist aber nicht so.

Artikel kommentieren

Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.