Prozess gegen Black Jackets Harte Fronten im Gerichtssaal
Lukas Jenkner, 11.03.2010 10:40 Uhr
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Die 42 Verteidiger der 21 Angeklagten monieren, dass ihre Mandanten während der Verhandlungstage Fußfesseln tragen müssen. Foto: dpa
Die 42 Verteidiger der 21 Angeklagten monieren, dass ihre Mandanten während der Verhandlungstage Fußfesseln tragen müssen. Foto: dpa


Die Kammer sei zwar der Auffassung, dass durch die Internetseite des Landgerichts und die Medienberichte im Vorfeld des Prozesses ausreichend darauf hingewiesen worden sei, wann und wo die Verhandlung stattfinde, sagte Rieberg. Gleichwohl nahm die Kammer am Mittwoch erneut die Personalien der Angeklagten auf und ließ die Anklage vom Oberstaatsanwalt ein zweites Mal verlesen, um "einen etwaigen Verstoß zu heilen", so die Richterin.

Nach den ersten Verhandlungstagen dürfte feststehen, dass der Prozess von der 2. Kammer nur sehr mühsam zu führen sein wird. Bisher haben die Verteidiger viele Gelegenheiten genutzt, um sich zu beschweren und etwaige Verfahrensfehler zu rügen. Zurückgewiesen wurde inzwischen ein Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin und eine Beisitzerin. Ein Verteidiger hatte moniert, dass sein Mandant bei Besuchen von Freunden und Verwandten in der Haft von den Richterinnen schlechter behandelt werde als die Mitangeklagten, und er deshalb kein Vertrauen auf ein faires Verfahren habe.

Jeder Verhandlungstag kostet 20.000 Euro


Auch die Sicherheit des Prozesses bleibt für die Justiz eine Herausforderung. Am Mittwoch versammelten sich mehrere Dutzend Mitglieder und Sympathisanten der Black Jackets aus dem ganzen Land vor dem Mehrzweckgebäude in Stammheim. Viele trugen schwarze Bomberjacken mit dem Aufdruck "Forever Friends" und dem Symbol der Gruppe, einem Pitbull, auf dem Rücken. Wegen der großen Zahl von Besuchern dauern die Sicherheitskontrollen am Eingang sehr lange, bisher begannen die Verhandlungen jeweils mit mehr als einer Stunde Verspätung. Im Gerichtssaal sind jegliche Jacken und sonstige Gegenstände, die mit den Black Jackets in Zusammenhang gebracht werden können, verboten.

Bisher sind in dem Prozess mehr als 60 weitere Verhandlungstage bis Dezember anberaumt. Beobachter schätzen, dass wegen des immensen Aufwandes jeder Verhandlungstag rund 20.000 Euro kostet.
Kommentare (3)
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MRZ
14
bekien, 15:35 Uhr

Fußkettchen out?

Menschen, die auf harte und perverse Weise sich provilieren, Gott und die Welt zum Zittern bringen, haben keine Rechte. Solche sollten ganz schnell unser Land verlassen müssen und in ihrem Heimatland verurteilt werden. Das ist meine ehrliche und offene Meinung. Sollche spielen doch in unserem Land mit den Gesetzeshütern nur Katz und Maus! Raus und zwar ganz schnell!!!! Die kosten uns unnötig viel, viel Geld!

MRZ
11
Moe, 16:05 Uhr

Aber wenn`s nun mal Männer waren und sind?

Reg dich nicht auf! Wenn eben nur Männer an der Tat beteiligt waren und nun angeklagt sind, dann stimmt die Formulierung doch.

MRZ
11
Thomas Melber, 11:44 Uhr

Mehr Neutralität!

"Die Männer" - als Mann fühle ich mich verunglimpft. Bitte das nächste Mal geschlechterneutral von "Personen" schreiben.