""Wir kommen mit großem Schwung aus der Krise.""
Daimler-Chef Dieter Zetsche
Stuttgart - Nach einem kräftigen Gewinnsprung im zweiten Quartal hat Daimler seine Erwartungen für das Gesamtjahr deutlich angehoben. Der Stuttgarter Autokonzern peilt nunmehr für 2010 einen Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von sechs Milliarden Euro an. Bisher rechnete Daimler mit einem Gewinn von mehr als vier Milliarden Euro. "Wir haben versprochen, dass Daimler mit großem Schwung aus der Krise kommen wird. Die Quartalszahlen bestätigen dies", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche in einer Telefonkonferenz.
Das Unternehmen hatte bereits vor zwei Wochen vorab mitgeteilt, dass der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern im zweiten Quartal 2,1 Milliarden Euro erreichte nach einem Verlust von einer Milliarde im Vorjahr. Der Umsatz kletterte von 19,6 Milliarden Euro im Vorjahr auf 25,1 Milliarden Euro. Auch für das gesamte Jahr wird ein deutlicher Umsatzanstieg erwartet, der aber nicht beziffert wird. "Unsere Strategie zahlt sich aus. Wir haben in allen Geschäftsfeldern eine sehr dynamische Entwicklung", bilanzierte Zetsche.
Das absatzstärkste Quartal aller Zeiten
Der mit Abstand wichtigste Gewinntreiber des Konzerns sind die Personenwagen der Marke Mercedes-Benz. Die Marke mit dem Stern hat von April bis Juni das absatzstärkste Quartal aller Zeiten verbuchen können. Der Absatz kletterte um 24 Prozent auf 314.400 Fahrzeuge. Besonders gefragt war dabei die erneuerte E-Klasse. Der Absatz im Segment der E-Klasse konnte auf 97.000 Wagen fast verdoppelt werden. Zusätzlichen Schwung in China verspricht sich das Unternehmen von einer verlängerten Variante der E-Klasse, die speziell für diesen wichtigen Markt produziert wird.
Besonders stark gefragt war im zweiten Quartal auch die S-Klasse, die nach Angaben des Unternehmens weltweit Marktführer blieb. Insgesamt stiegen die Verkäufe im Luxussegment von Mercedes-Benz um 48 Prozent auf 21.500 Wagen. Weil die E-Klasse und die Luxuswagen zugleich auch als die profitabelsten Autos der Marke mit dem Stern gelten, hat der Absatzschub auch zu einem Gewinnsprung geführt. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern der Mercedes Car Group, zu der auch Smart und Maybach gehören, erreichte im zweiten Quartal 1,38 Milliarden Euro. Daimler-Chef Zetsche wies darauf hin, dass neben dem Absatzschub auch die im vergangenen Jahr erreichten Kostensenkungen zur Ertragsverbesserung beigetragen haben. Zudem habe man bessere Preise erzielt. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartung für die Mercedes Car Group deutlich angehoben. Nunmehr wird für das Gesamtjahr 2010 ein Ebit von vier Milliarden Euro angestrebt. Im zweiten Quartal erreichte die Mercedes Car Group eine Umsatzrendite vor Steuern von 9,8 Prozent und kam damit nahe an das Ziel von zehn Prozent, das nach den bisherigen Planungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 erreicht werden soll.
Mitarbeiterzahl könnte leicht zunehmen
Die starke Nachfrage führt dazu, dass die Pkw-Werke Sindelfingen, Rastatt und Bremen im zweiten Quartal voll ausgelastet waren und auch für das zweite Halbjahr Zusatzschichten vereinbart worden sind. Auch im Zulieferwerk Untertürkheim wurde bereits samstags gearbeitet. Die Zahl der Mitarbeiter werde in diesem Jahr sowohl in Deutschland als auch weltweit stabil bleiben oder leicht zunehmen, kündigte Zetsche an. Zur Jahresmitte beschäftigte Daimler weltweit 257.658 Mitarbeiter, das ist eine leichte Zunahme gegenüber dem Vorjahr.
Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Ertragslage des Konzerns hat auch die Lastwagensparte beigesteuert, die nach einer tiefen Krise weltweit wieder in Fahrt kommt. Die Trucks verbuchten im zweiten Quartal einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 300 Millionen Euro nach einem Verlust von einer halben Milliarde im Vorjahr. Für das gesamte Jahr wurde das Gewinnziel auf eine Milliarde Euro deutlich angehoben.