Raidt schreibt Liebe Höhlenforscher!
Erik Raidt, 05.02.2011 08:21 Uhr
 Foto: dpa
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Liebe Höhlenforscher!

Viele Menschen finden den neuen Tiefbahnhof unterirdisch - für Euch jedoch ist das keine Beleidigung, sondern eine Auszeichnung. Ihr seid erst in Eurem wahren Element, wenn Ihr kein Licht mehr seht, am Ende des Tunnels. Zu Eurer Ausrüstung zählen Stirnlampen, Handschuhe, Steinschlaghelme - und seit neuestem auch Maulkörbe.

Einen Maulkorb benötigt ihr bei künftigen Einsätzen auf der Schwäbischen Alb. Er soll euch kostenlos von der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellt werden. Die Bahn will sich durch Teile der Alb hindurchknabbern. Auf diese Weise entstehen Tunnels, in denen Hochgeschwindigkeitszüge in Dreieinviertelstunden direkt bis nach Shanghai rasen. Mindestens jedoch in 28 Minuten bis nach Ulm.

Der Untergrund lebt


Ihr, liebe Höhlenforscher, wollt den Bohrern bei der Arbeit zusehen. Vielleicht findet sich ja etwas Interessantes. Schon heute ist die Alb voller Wunder - es gibt einen Mörike-Dom, eine Räuberhöhle, eine Schwedenhöhle, Quelltümpel und Fledermäuse, Blaualgen und Käfer. Der Untergrund lebt, in ihm blüht auch die Fantasie: Kein Tropfstein kann davor sicher sein, dass sein Schatten an der Höhlenwand missgedeutet wird. Dort, wo niemals ein Lichtstrahl hinunterreicht, könnte der Mappus-Dom entstehen, die Grube-Gruft, der Platanenwald. Alles ist möglich - in einer Grotte sollen unweit von archaischen Höhlenmalereien auf einer Feuerstelle kürzlich Überreste der FDP gefunden worden sein.

Daher habe ich vollstes Verständnis dafür, dass das Kommunikationsbüro des Bahnprojekts euch Höhlenforscher gerne öffentlich schweigen lassen würde. Eigentlich stelle ich mir das wirklich putzig vor: ein kleiner Maulkorb für Maulwürfe. Ich hoffe nur inständig, dass kein IM Grabowski darunter sein wird.

Viele Grüße, Erik Raidt
Kommentare (11)
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FEB
11
Hanns-H. Kübler, 21:18 Uhr

Raidt schreibt: Liebe Höhlenforscher, schweigt für die Bahn

tja, die Bahn - die kommt voran - mit Tricks und Unverschämtheiten, wie in Zeiten der kleinen BRD diese nie für möglich erachtet wurden. Heute habe ich beim Finanzamt wegen eines kurzen Zahlungs- Aufschubs auftragsgemäß persönlich im Kundencenter vorgesprochen. Ja- beim Finanzamt sind die Steuerzahler in der großen BRD "KUNDEN". Allerdings - als Kunde erhalte ich doch etwas für mein Geld. Ach so - ich erhalte eine Quittung - falsch, das wurde auch schon lange abgeschaft. Also, ich erhalte nichts mehr - auch falsch, ich habe meine Ruhe wenn ich bezahle. Das ist doch auch etwas. Aber was will ich eigentlich damit sagen ? Früher (jetzt komme ich mir vor wie meine Großmutter beim Geschichten erzählen) früher konnte man beim Finanzamt noch persönlich erklären, weshalb ein Zahlungsaufschub angemessen ist. Heute erhält man von der "KUNDEN_Betreuerin" nur die fade Antwort, da könne sie nichts machen, der Computer sei so programmiert. Toll. Persönliche Gründe fallen heute flach. Alles eine Ausgeburt des Ost-Geistes in der Gesetzgebung und in der Verwaltung (Quelle: Berlin) Die Bonner Regierungen handelten nach dem Rheinischen Lebensmotto: "Leve un leve losse". Die Berliner Regierungen/Verwaltungen haben das Motto: "Bürger - schaff und sei nicht faul, zahl dein´ Steuer und halt´s Maul" wieder aus dem Mittelalter zu neuem Leben erweckt. Entsprechend verfährt man auch bei der Bahn AG mit Partnern. Fehlt eigentlich nur noch die Wiedereinführung des Klingelbeutel. Die CDU kommt bestimmt auch noch da drauf zurück - wetten ? Übrigens, dem Finanzamt hat der Zahlungspflichtige die Steuer heute überwiesen, allerdings zu Lasten eines auch für den Fiscus lohnenden Geschäfts. tja - so isch na ao wieder.

FEB
07
Ursula Kirchner, 12:06 Uhr

Naturdenkmale

Irgendwann wird es In Württemberg weder Naturdenkmale noch denkmalgeschützte Häuser mehr geben. Auch die Menschen werden nicht mehr geschützt sein. Die Polizei wird sie verjagen, verletzen, oder festnehmen und einsperren. Die Gerichten werden sie zu hohen Geldstrafen verdonnern. Spitzel werden ihre Veranstaltungen unterwandern. Es wird einige Leute geben, die unglaublich viel Geld haben und die ihre Lebenszeit damit zubringen, unentwegt mit hoher Geschwindigkeit unterwegs zu sein und die in großen Penthousewohnungen leben und für die man Magistralen baut; und es wird andere geben, vor allem alleinstehende Frauen mit Kindern und Alte, die nicht wissen, wie sie über die Runden kommen. Die Luft aber wird immer schlechter werden. Und es wird keine originellen, lustigen, fröhlichen Orte mehr geben, wie die Künstlerwaggons bei den Wagenhallen. Das ist Fortschritt! Das ist Zukunft! Oh Stuttgart, armes liebes schönes Stuttgart, Was tun Dir diese geldgierigen Banausen ohne jede Fantasie an.

FEB
05
Fledermausfreund, 15:18 Uhr

Bahn steht weiter im Weg - jetzt auch den Höhlenforschern

Dieses Unternehmen habe ich wirklich "gefressen". Gleise, Signale und Weichen verlottern lassen. Aber anderen detaillierte Vorschriften machen. Die Höhlenforscher sollten sich nicht darum kümmern. Transparenz ist angesagt, auch wenn die Bahn schon wie Honecker Mauern bauen lässt.

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