Raidt schreibt
Liebe Trau Dich!
Erik Raidt,
15.01.2011 12:55 Uhr
Heiraten ist nichts für Feiglinge. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Im Nachhinein erscheint es mir unbegreiflich, dass die Menschen früher heiraten konnten, ohne vorher auf einer Hochzeitsmesse gewesen zu sein. Am Wochenende ist es wieder so weit, dann wogen die Massen im Dreivierteltakt durch die Liederhalle. Du, liebe Trau Dich, weckst die schönsten Erwartungen: Wer als Frosch hereinhüpft, soll als Prinz herauskommen.
Meistens läuft es im Leben blöderweise genau andersherum. Schon der Weg vor den Traualtar ist steinig wie nie. Einst genügte es, Anträge mit Aldi-Schampus zu veredeln und Schwiegerväter durch die Vorlage eines unbefristeten Arbeitsvertrags zu bestechen. Heute stellen sich komplexere Fragen: Sollte man den Trauring in einem Wochenendseminar selbst schmieden? Ist eine Küchenwundermaschine auf dem Hochzeitstisch ein Zeichen für den Fortschritt im Kampf der Geschlechter oder verdammt chauvinistisch? Und wie sagt man auf romantische Weise, dass man einen Ehevertrag will?
Nur wenige Frösche sind so schlau, dass sie eine Exit-Strategie besitzen, wenn sie sich auf die holprige Landstraße der Liebe wagen. Die Hochzeitsmesse hat für sie eigens ein kleines Reservat eingerichtet. Es nennt sich Männerlounge und bietet den gestressten Exemplaren Tischkicker, Dartscheiben und Billardtische. Aus Deiner Perspektive, liebe Hochzeitsmesse, ist das dann eine artgerechte Haltung.
Doch kein Messerundgang hilft weiter, wenn am Tag X plötzlich alles aus dem Ruder läuft: Niemand kann die Brautleute dagegen absichern, dass zu später Stunde ein hoffnungslos betrunkener Onkel aufsteht, um dem Paar lauthals einen "Stall voller Kinder" zu wünschen. "Eines reicht nicht, damit das klar ist!"
Heiraten ist nichts für Feiglinge. Wer bei der Trau Dich der Wahrheit ins Auge blicken will, kann sich fortbilden. Zum Beispiel bei Pfarrer Johannes Bräuchle, dem aus den Schlichtungsgesprächen zu Stuttgart 21 bekannten Hobbybahnvorstand. Bräuchle spricht über das Thema "Bis dass der Tod uns scheidet". Diesen Schlichtungstermin erreichen allerdings längst nicht alle. Der Hafen der Ehe kann auch ein Tümpel sein.
Freundliche Grüße, Erik Raidt
Meistens läuft es im Leben blöderweise genau andersherum. Schon der Weg vor den Traualtar ist steinig wie nie. Einst genügte es, Anträge mit Aldi-Schampus zu veredeln und Schwiegerväter durch die Vorlage eines unbefristeten Arbeitsvertrags zu bestechen. Heute stellen sich komplexere Fragen: Sollte man den Trauring in einem Wochenendseminar selbst schmieden? Ist eine Küchenwundermaschine auf dem Hochzeitstisch ein Zeichen für den Fortschritt im Kampf der Geschlechter oder verdammt chauvinistisch? Und wie sagt man auf romantische Weise, dass man einen Ehevertrag will?
Nur wenige Frösche sind so schlau, dass sie eine Exit-Strategie besitzen, wenn sie sich auf die holprige Landstraße der Liebe wagen. Die Hochzeitsmesse hat für sie eigens ein kleines Reservat eingerichtet. Es nennt sich Männerlounge und bietet den gestressten Exemplaren Tischkicker, Dartscheiben und Billardtische. Aus Deiner Perspektive, liebe Hochzeitsmesse, ist das dann eine artgerechte Haltung.
Doch kein Messerundgang hilft weiter, wenn am Tag X plötzlich alles aus dem Ruder läuft: Niemand kann die Brautleute dagegen absichern, dass zu später Stunde ein hoffnungslos betrunkener Onkel aufsteht, um dem Paar lauthals einen "Stall voller Kinder" zu wünschen. "Eines reicht nicht, damit das klar ist!"
Heiraten ist nichts für Feiglinge. Wer bei der Trau Dich der Wahrheit ins Auge blicken will, kann sich fortbilden. Zum Beispiel bei Pfarrer Johannes Bräuchle, dem aus den Schlichtungsgesprächen zu Stuttgart 21 bekannten Hobbybahnvorstand. Bräuchle spricht über das Thema "Bis dass der Tod uns scheidet". Diesen Schlichtungstermin erreichen allerdings längst nicht alle. Der Hafen der Ehe kann auch ein Tümpel sein.
Freundliche Grüße, Erik Raidt
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