Raidt schreibt Lieber Filder-Phallus!

Erik Raidt, 06.12.2012 16:00 Uhr

Stuttgart - Auf nicht mehr nachzuvollziehenden Wegen hat ein Ausgrabungsbericht aus der Zukunft unsere Wissenschaftsredaktion erreicht. Bei dem Papier handelt es sich um das Abschlussdokument einer archäologischen Expedition, die dereinst im Jahr 3711 auf der sogenannten Filderebene nach den Überresten einer längst versunkenen Zivilisation fahnden wird. Die wichtigsten Thesen und Befunde liegen der Stuttgarter Zeitung vor:

„Unweit jener bereits bekannten früheren Großpopulation am Nesenbach ist nun ein herausragender neuer Fund gelungen. In einer Tiefe von rund 30 Metern entdeckten Grabungsteams auf den Fildern Spuren der in der Fachwelt bereits bekannten Stuttgarter Hochkultur. Es handelt sich um einen gewaltigen Hohlkörper, der unzweifelhaft die Form eines Phallus besitzt. Daraus kann nur der Schluss gezogen werden, dass es sich bei dem Fund um die Überreste einer Tempelanlage mit kultischem Charakter handelt.

Überreste von Laugengebäck

Details der Ausgrabungen stützen diese These: Grabungsexperten fanden in den antiken Ruinen Überreste eines Laugengebäcks, das in jener Zeit von den Bewohnern der Großpopulation am Nesenbach verehrt wurde. Erinnert sei an den spektakulären Fund einer riesigen Tafel mit einer aufgedruckten Brezel. Der kultische Charakter des Filder-Phallus wird durch den Fund von Aufzügen unterstrichen. Es ist davon auszugehen, dass früher Magier in diesen Aufzügen hinauf- und hinunterfuhren und durch diesen Akt den Übergang von der Ober- in die Unterwelt symbolisierten.

Der Fundort legt nahe, dass die Kultstätte auf die in dieser Region besonders fruchtbare Erde verweist. Die Urschwaben bauten hier unter anderem das Filderspitzkraut an, dessen Ernte sie jeweils im Herbst mit regelrechten Orgien feierten, in denen sie sich der Zügellosigkeit und dem wildem Tanz hingaben. In diesem Zusammenhang könnte dem Filder-Phallus eine Erntedank-Funktion zugekommen sein.

Alles, bloß kein Bahnhof!

Noch hat der Superfund jedoch nicht alle seine Geheimnisse preisgegeben. Fachleute untersuchen derzeit eine uraltes Display, auf dem nach dem Anschluss an das Stromnetz folgende Botschaft aufleuchtete: ,Der ICE Peter Ramsauer verspätet sich heute leider um voraussichtlich 55 Minuten.‘ Ferner werden Überreste alter Akten ausgewertet, in denen von einer Rohrer Kurve und einem Filderdialog die Rede ist. Um was es sich dabei handelte, ist unklar. Als völlig abwegig gilt die Außenseitermeinung einiger versponnener Archäologen, es habe sich gar nicht um eine Kultstätte, sondern um einen unterirdischen Bahnhof gehandelt.“

Beste Grüße, Erik Raidt