Raidt schreibt Lieber Meister Yoda!
Erik Raidt, 17.10.2010 14:18 Uhr
"Meister Yoda" hat in den vergangenen Tagen schon viel in Stuttgart erreicht. Foto: dpa
"Meister Yoda" hat in den vergangenen Tagen schon viel in Stuttgart erreicht. Foto: dpa
Stuttgart - Seit mehr als 900 Jahren bist Du in den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse verstrickt. Du fuchtelst mit einem Lichtschwert herum, wehrst Blitze mit der bloßen Hand ab und schleuderst sie zurück. Erstmals habe ich Dich als Meister der Jedi-Ritter Anfang der achtziger Jahre in einem jener Star-Wars-Filme bewundert, mit denen ich aufgewachsen bin.

Schon damals warst Du sehr klein. Schätzungen in Fankreisen gehen von 66 Zentimetern aus. Dafür wohnte Dir eine unerschütterliche Ruhe und Weisheit inne. In jenen Tagen spielte sich der Krieg der Sterne in einer weit entfernten Galaxie ab. Heute rumort es neben dem Planetarium.

Zwischenzeitlich glaubte ich, Du seist in ein Schwarzes Loch gestürzt. Beweise für Deine Existenz lieferten nur Talkshowauftritte, in denen Du gütig aus Ledersesseln herausgeblinzelt hast. Nun hast Du Dich mitten unter uns materialisiert. Hier in Stuttgart, wo erneut dunkle und helle Mächte miteinander ringen. Du kamst zu uns, um als Vermittler zwischen dem Imperium und seinem Volk Frieden zu säen.

"Begonnen der Angriff der Klonkrieger hat"


Mich hat es nicht verwundert, dass man Dich anfangs missverstanden hat, als Du von einem "Baustopp" sprachst. Du, verehrter Meister Yoda, hast schon als Leinwandstar durch Deine eigenwillige Grammatik Kultstatus erlangt. Einige Deiner Sprüche passen zur aktuellen Lage: "Begonnen der Angriff der Klonkrieger hat." Oder: "Schwer zu sehen, in ständiger Bewegung die Zukunft ist. Vergessen Du musst, was früher du gelernt."

In den vergangenen Tagen viel schon in Stuttgart Du erreicht hast. Bei ersten Gesprächen mit dem Imperator hast Du Deine Ohren gespitzt, die wie Nord- und Südflügel Deinen Kopf einrahmen. Dann hast Du ein Räucherstäbchen angezündet und ihn in die Gebetsmühle genommen. Deine Worte waren mahnend. "Übersehen Du hast, dass ein Schlagstock nicht wie eine Friedenstaube flattert." Mürrisch blickte der Imperator zu Boden.

Anschließend meditiertest Du mit den grünen Mächten unter einer Platane, die fast so alt war wie Du. Auch hier wähltest Du weise Worte: "Der Imperator einem Juchtenkäfer gleicht - unter hartem Panzer einen weichen Kern er versteckt."

Lieber Yoda, vor Dir liegt ein langer Weg, der gepflastersteint ist mit Gefahren. Möge die Macht mit Dir sein!

Grüße gehen,

freundlich sie sind,

Erik Raidt
Kommentare (14)
Anzeigen
OKT
24
Muahahaha, 15:10 Uhr

Große Probleme

mit Grammatik und Syntax du hast, junger Padawan. Die dunkle Seite des Parteienspektrums, viel Unsinn sie hat gemacht. Die letzte Stunde des Imperiums, gekommen sie bald sein wird. Den Baumanbetern bewusst werden muss, dass manche Pflanzen nicht zum Rauchen bestimmt sind, sie sind. Zeit für Wahrheit und Vernunft endlich gekommen sie ist. Sturmtruppen verloren alle Schlachten sie haben, Polizisten sich daran erinnern, sie sollten, dass Bürger auch sie, sie sind und eigenes Gehirn besitzen sie sollten.

OKT
18
Montesquieu, 13:52 Uhr

merci Raidt

Ich wünsche allen, dass sie angesichts dieser nett gemeinten Satire für ein paar Minuten ihren Zorn und Ärger beiseite legen können und die Gunst des Humors für ein entspanntes Lächeln nutzen. Wer aber dazu nicht im Stande ist, der sei in die dunklen Tiefen des Alls oder - noch schlimmer - in die hinterste Ecke eines Bahnhofstunnels verbannt und von einem dieser riesigen Dünen-Sandwürmer verspeist, auch wenn das zu einer völlig anderen Storyline gehört.

OKT
17
Raidt-Fan, 23:50 Uhr

toll geschrieben

Klasse, Herr Raidt! Die Guten werden gewinnen, und unsere Stadt bleibt lebenswert.

Kommentar-Seite 1  von  5