Raidt schreibt
Lieber Verkehrsverbund!
Erik Raidt,
29.01.2011 10:03 Uhr
Luxus ist möglich, auch in der bescheidensten Hütte. Dafür braucht es nicht mehr als ein Jahresabo für Stadtbahnen und Busse. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Mit Deiner Werbekampagne, der ich derzeit an kaum einer Stadtbahnhaltestelle ausweichen kann, definierst Du den Luxus neu.
Meine bisherigen Vorstellungen von Luxus speisen sich aus den gnadenlosen Enthüllungen privater Fernsehsender über das Leben der Ferres, Maschmeyers und artverwandter Chi Chis und Chihuahuas. Dies paart sich mit der brutalen Gewissheit, dass über der Tür dieser Fünf-Sterne-Komfortzone für Menschen wie mich dieses Schild hängt: "Ich muss leider draußen bleiben."
Du, lieber Verkehrsverbund, belehrst uns Nullachtfünfzehner jetzt jedoch augenzwinkernd eines Besseren. Luxus ist möglich, auch in der bescheidensten Hütte. Dafür braucht es nicht mehr als ein Jahresabo für Stadtbahnen und Busse. Für diejenigen unter uns, die diese Zwölfmonatsflatrate buchen, öffnen sich paradiesische Welten: Nie wieder müssen sie in diese als Tankstellen getarnten modernen Abpumpstationen, bei denen das Geld direkt von der Zapfsäule eingesaugt wird. Nie wieder Parkplatzdrama, nie wieder Nervenzusammenbrüche nach dem Werkstattbesuch à la "ich wollte keinen Neuwagen, ich wollte nur den Kotflügel richten lassen".
Stattdessen: Luxus pur in Deinen mobilen Penthouseabteilen, die mich jedesmal aufs Neue an den Orientexpress erinnern - wenn ich an einer Dönerbude vorbeifahre. Du, lieber Verkehrsverbund, sagst es ja selbst - "wer mit dem neuen Abo spart, kann sich halt was leisten".
Dein Bild von Luxus hat sich bei mir eingebrannt. Ohne Auto, aber mit Abo, könnte ich einer Frau mit Mireille-Mathieu-Frisur einen gewaltigen Hummer servieren. An meinen Wänden würden Katzenbilder und Hirschgeweihe hängen. Ich hätte einen Dackel, der vor lauter Geilheit auf den Hummer am Tisch Männchen macht, und würde dem luxuriösen Anlass angemessen eine burgundrote Weste tragen.
Wie das wäre? Total durchgeknallt. Und natürlich atemberaubend luxuriös.
Mit freundlichen Grüßen, Erik Raidt
Meine bisherigen Vorstellungen von Luxus speisen sich aus den gnadenlosen Enthüllungen privater Fernsehsender über das Leben der Ferres, Maschmeyers und artverwandter Chi Chis und Chihuahuas. Dies paart sich mit der brutalen Gewissheit, dass über der Tür dieser Fünf-Sterne-Komfortzone für Menschen wie mich dieses Schild hängt: "Ich muss leider draußen bleiben."
Du, lieber Verkehrsverbund, belehrst uns Nullachtfünfzehner jetzt jedoch augenzwinkernd eines Besseren. Luxus ist möglich, auch in der bescheidensten Hütte. Dafür braucht es nicht mehr als ein Jahresabo für Stadtbahnen und Busse. Für diejenigen unter uns, die diese Zwölfmonatsflatrate buchen, öffnen sich paradiesische Welten: Nie wieder müssen sie in diese als Tankstellen getarnten modernen Abpumpstationen, bei denen das Geld direkt von der Zapfsäule eingesaugt wird. Nie wieder Parkplatzdrama, nie wieder Nervenzusammenbrüche nach dem Werkstattbesuch à la "ich wollte keinen Neuwagen, ich wollte nur den Kotflügel richten lassen".
Stattdessen: Luxus pur in Deinen mobilen Penthouseabteilen, die mich jedesmal aufs Neue an den Orientexpress erinnern - wenn ich an einer Dönerbude vorbeifahre. Du, lieber Verkehrsverbund, sagst es ja selbst - "wer mit dem neuen Abo spart, kann sich halt was leisten".
Dein Bild von Luxus hat sich bei mir eingebrannt. Ohne Auto, aber mit Abo, könnte ich einer Frau mit Mireille-Mathieu-Frisur einen gewaltigen Hummer servieren. An meinen Wänden würden Katzenbilder und Hirschgeweihe hängen. Ich hätte einen Dackel, der vor lauter Geilheit auf den Hummer am Tisch Männchen macht, und würde dem luxuriösen Anlass angemessen eine burgundrote Weste tragen.
Wie das wäre? Total durchgeknallt. Und natürlich atemberaubend luxuriös.
Mit freundlichen Grüßen, Erik Raidt
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VVS
Werbung solle ja polarisieren, aber diese Kampagne ist einfach nur blöd. Da sieht man doch deutlich, wie weit die Verantwortlichen bei der Bahn und beim VVS doch von den Bürgerinnen und Bürgern im Ländle weg sind.
Wahrer Luxus
wäre es, einigermaßen pünktlich und verlässlich befördert zu werden. Aus Hummer mach ich mir gar nichts und einen Dackel hab ich auch nicht.