E-Zigarette Die umstrittene Alternative zum Tabak

Von Rainer Kurlemann 

E-Zigaretten können helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen. Doch sind sie wirklich weniger schädlich? Wir beantworten diese und weitere Fragen rund um den elektrischen Glimmstängel.

Am besten, man raucht überhaupt nicht. Wenn es denn sein muss, scheinen E-Zigaretten etwas weniger schädlich zu sein als herkömmliche Rauchwaren.Foto:Fotolia/Ezume Images Foto:  
Am besten, man raucht überhaupt nicht. Wenn es denn sein muss, scheinen E-Zigaretten etwas weniger schädlich zu sein als herkömmliche Rauchwaren. Foto:Fotolia/Ezume Images

Stuttgart - Die Geräte können helfen, sich das Rauchen abzugewöhnen. Doch sind sie wirklich weniger schädlich? Wir beantworten diese und weitere Fragen rund um den elektischen Glimmstängel.

Sind E-Zigaretten gesundheitsschädlich?
Im Vergleich zum Nichtrauchen ganz eindeutig. Die Inhaltsstoffe können Allergien auslösen, schädigen die Lunge und stehen teilweise unter Krebsverdacht. Die Forscher können das Risiko aber noch nicht genau bewerten. Bei den meisten Substanzen im bunten Gemisch der Liquids wurde bisher die Gesundheitsgefahr bei Hautkontakt oder am Arbeitsplatz untersucht. Ihre Wirkung könnte aber in der E-Zigarette viel schädlicher sein, weil sie mit dem Dampf direkt in der Lunge fein verteilt werden. Frank Henkler vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sagt zudem, dass eine allgemeine Bewertung unmöglich ist, weil sich die Inhalte selbst beim gleichen Aroma teilweise deutlich unterscheiden. Die BfR-Forscher fordern deshalb eine Vereinheitlichung durch Reglementierung.
Sind E-Zigaretten besser als Tabak?
Bei dieser Frage ist die deutsche Öffentlichkeit schlecht informiert. In Umfragen sagen die Deutschen, sie halten E-Zigaretten für ähnlich ungesund wie Tabak oder sogar für gesundheitsschädlicher. „Aber der bestimmungsgemäße Konsum von E-Zigaretten ist deutlich ungefährlicher als Tabakrauchen“, sagt Frank Henkler. Der Grund liegt vor allem an den vielen Giften, die beim Verbrennen des Tabaks entstehen. Die Dampfer zitieren gern eine offizielle britische Studie, nach der E-Zigaretten sogar 95 Prozent weniger schädlich seien. An diesem Wert gibt es aber sehr große Zweifel. „In die Bewertung flossen 14 Kriterien ein“, erklärt Suchtforscher Heino Stöver von der FH Frankfurt, „doch für die meisten dieser Kriterien liegen selbst nach der Einschätzung der britischen Expertengruppe nicht genug wissenschaftliche Daten vor.“
Können Raucher ihr Gesundheitsrisiko durch Dampfen senken?
Dieser Gedanke liegt nahe. Aber für starke Raucher entpuppt sich der Gesundheitsvorteil durch die E-Zigarette als Milchmädchenrechnung. Wer sein tägliches Pensum von 15 Zigaretten oder mehr durch das Dampfen halbieren kann, fühlt sich zwar gesünder, weil Hustenreiz und Kurzatmigkeit abnehmen. „Aber das Risiko für Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringert sich dadurch nicht“, erklärt Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Denn auch, wer nur wenig raucht, schädigt seine Gesundheit erheblich. Bei den tabakbedingten Krebsarten gehe durch die Halbierung der täglichen Dosis nur das Risiko für Lungenkrebs zurück, sagt Schaller.