Reaktion auf den Fall Essing Die Branche distanziert sich
Andreas Müller, 15.02.2010 15:31 Uhr
In der Affäre um den PR-Berater der LBBW, Norbert Essing, gerät nun auch eine für die Bank tätige Anwaltskanzlei ins Blickfeld. Foto: dpa
In der Affäre um den PR-Berater der LBBW, Norbert Essing, gerät nun auch eine für die Bank tätige Anwaltskanzlei ins Blickfeld. Foto: dpa
Berlin - Die Vorwürfe gegen den PR-Berater Norbert Essing haben auch die Public-Relations-Branche aufgeschreckt. Ihr Organ der freiwilligen Selbstkontrolle, der Deutsche PR-Rat, wird sich am Freitag nächster Woche damit beschäftigen. Dies bestätigte der Vorsitzende des PR-Rates, der frühere BMW-Kommunikationschef Richard Gaul. Man habe dazu von Essing und seinem früheren Mandanten, dem Unternehmer und SPD-Politiker Harald Christ, schriftliche Stellungnahmen erbeten.

Christ wirft Essing vor, er habe ihn verleumdet sowie zu erpressen und nötigen versucht; er lässt deswegen eine Strafanzeige prüfen. Essing weist die Vorwürfe zurück. Ob der PR-Rat am 26. Februar bereits zu einer abschließenden Beurteilung kommt, gilt als ungewiss. Sollte sich die Justiz der Vorgänge annehmen, wären dem Gremium zunächst die Hände gebunden.

Einer der Träger des Rates, die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA), hat sich bereits scharf von den erstmals im "Spiegel" beschriebenen Praktiken distanziert. "Verleumdung und Nötigung sind kriminell und haben mit PR schlicht gar nichts zu tun", sagte der GPRA-Präsident Alexander Güttler; damit wolle man jedoch keine Vorverurteilung im Fall Essing aussprechen.

"Kommunikationsberatung lebt vom Vertrauen"


Zu den Grundsätzen des Verbandes zähle es, "die Persönlichkeitsrechte konsequent zu wahren". Kommunikationsberatung lebe schließlich vom Vertrauen. Möglichen Opfern unseriöser Praktiken bot Güttler ausdrücklich Hilfe an: "Man kann sich jederzeit vertraulich an uns wenden, wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt." Nach Angaben einer Verbandssprecherin hatte bis vorige Woche davon aber noch niemand Gebrauch gemacht.

Die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG), deren Mitglied Essing ist, hält sich zunächst zurück. Je nach Ausgang der Beratung im PR-Rat werde man "im Zuge unserer Verfahrensordnung tätig werden", sagte der Präsident Ulrich Nies. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, hieß es in DPRG-Kreisen, wären elementare Grundregeln der Branche verletzt; dann käme nur ein Ausschluss in Frage. Auch der PR-Berater Moritz Hunzinger begrüßte die Klärung der Vorwürfe. Mit seiner Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, habe Christ "das einzig Richtige getan", sagt Hunzinger.
Kommentare (6)
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FEB
17
Investigativ, 16:22 Uhr

Ethik vs. Essing

Schlimm genug das so ein Krimineller auch noch den Nachwuchs an der Universität Leibzig ausbilden darf und dem Netzwerk der Leibziger Alumni Studenten angehört. http://www.lprs.de/lprs/andereueberuns Da kann man es schon mit Angst zu tun bekommen. Aus diesen Reihen wird er auch nicht angegriffen. Selbst ein Ethikbeauftragter wie Heiko Kretschmer fährt hier lieber Kuschelkurs. Und wo hört man mal was von Thomas Leiff vom Netzwerk Recherche? Eine Mauer des Schweigens in einer undurchsichtigen Branche.

FEB
16
Rainer Daeschler, 09:16 Uhr

Luxus für den Chef

@Jürgen Schmidt, " Was hat so ein PR-Berater zu suchen in einem öffentlich-rechtlichen Unternehmer zu suchen???" Eine gute Frage. Die stellte man sich auch schon bei BA-Chef Florian Gerster, der die WMP Eurocom dafür verpflichtete, die Arbeit des Behördenleiters positiv darzustellen und an vorgesetzte Stellen zu kommunizieren. Es scheint jedoch akzeptiere Praxis, dass Leiter öffentlicher Einrichtungen sich auf Kosten der Allgemeinheit diesen Luxus leisten.

FEB
15
timo kabel, 21:49 Uhr

timo kabel mitgl spd stuttgart ost

In all denn landesbanken sitzen eine menge Bankräuber. diese werden von den politikern munter unterstütz. wennigstens aber gedeckt. man muss wissen, dass der vorstandsvorsitzende der bayern lb zuvor bei "unserer" Landesbank BaWÜ dem fusionsvorstand angehörte. hier missmanagment dort missmanagment. echte gauner. wie sie mit unserem geld umgehn. und wenn wech ist kommt die öffentlichehand und schiebt noch mals einen sack voll "spielgeld" zu verfügung. das ist doch alles bankraub. wozu sich dem risiko eines banküberfalls vor dem dressen aussetzen, wenn man es aus der vorstandsetage so einfach gemacht werden kann. mit der belohnung von boni und rückendeckung von der politik.hier zu lande sogar von der grössten "opositions partei" SPD in person des Genossen Schmiedel. dieser sitzt im Verwaltungsrat der LBBW. allein die Stadt Stuttgart musste knapp 1 milliarde (1.000.000.000) € einbringen. und nun noch S21. Timo kabel mitgl spd stuttgart ost

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