Reisemesse CMT Südwesten punktet mit Kultur und Natur
Andrea Koch-Wiedmann, 17.01.2012 11:27 Uhr
Sportlich unterwegs und die Kultur im Blick: Touristen radeln an der Sankt-Georgs-Kirche auf der Reichenau vorbei. Foto: dpa
Sportlich unterwegs und die Kultur im Blick: Touristen radeln an der Sankt-Georgs-Kirche auf der Reichenau vorbei. Foto: dpa
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Stuttgart - Auf den Lorbeeren des vergangenen Jahres will sich Alexander Bonde (Grüne) nicht ausruhen. Das Land werde wohl mit einem Rekordergebnis von mehr als 45 Millionen Übernachtungen 2011 das "beste Ergebnis aller Zeiten" erreichen, sagte Bonde. Er ist als Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz auch für den Tourismus zuständig und obendrein Präsident des Landestourismusverbands. Noch fehlten zwar die Zahlen vom Dezember, doch in elf Monaten wurden Zuwächse von 6,8 Prozent bei den Ankünften und 4,7 Prozent bei den Übernachtungen verzeichnet.

Besonders beliebt war Urlaub in Baden-Württemberg bei den ausländischen Gästen (Plus neun Prozent). Die grün-rote Landesregierung will in der Tourimuspolitik neue Akzente setzen. Bonde kündigte auf der Reisemesse CMT in Stuttgart an, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit werde das Leitmotiv. Als erstes Bundesland entwickle Baden-Württemberg einen Nachhaltigkeitscheck für touristische Ziele, ein Siegel, mit dem den Urlaubern werbewirksam gezeigt werden könne, dass Wert auf naturnahe, ressourcenschonende, barrierefreie Angebote gelegt werde.

Die Verbindung von Kultur- und Naturtourismus

Die Details für diesen Check, der als Modell zunächst nur ausgewählten Zielen angeboten wird, sollen bis Sommer erarbeitet werden. "Immer mehr Menschen wollen ihren Urlaub naturnah und ressourcenschonend gestalten", begründete Bonde die Absicht. Der "grüne Süden", ein Vorhaben der Tourismus Marketing GmbH, hat diesen Trend schon vorweggenommen und einen ersten Katalog zu umweltfreundlichen Reisen für den Südwesten aufgelegt. Bonde sieht in "Natur und Kultur" gar die "Erfolgsgaranten für den Tourismus in Baden-Württemberg".

Die unterschiedlichsten Naturlandschaften, Sportangebote in freier Natur wie Wandern, Skilaufen, Segeln, Paddeln oder Radfahren, die Angebote in den Heil- und Thermalbädern sowie die zahlreichen Museen, historischen Ausgrabungsstätten, das Weltkulturerbe Kloster Maulbronn, Musicals oder Opernhäusern seien die besondere Stärke des Reiselandes Baden-Württemberg. Die Verbindung von Kultur- und Naturtourismus "auf höchstem Niveau" solle ausgebaut werden.

Der Südwesten könne damit auch im Wettbewerb mit nationalen und internationalen Reisezielen punkten, ist sich Bonde sicher. Ein Nationalpark im Nordschwarzwald, wo in einem "kleinen Gebiet die Natur Natur sein darf", brächte weitere internationale Aufmerksamkeit. Laut Studien von Dennis Hürten, dem Geschäftsführenden Gesellschafter der Beratungsgesellschaft Trendscope, interessierten sich 57 Prozent der sogenannte Aktiv- oder Natururlauber auch für kulturelle Angebote, und immerhin 40 Prozent der Kultururlauber auch für die Natur.

Erfolgsfaktor regionale Küche

Im Südwesten könnte man diese hervorragend verbinden - mit Radtouren zu Schlössern oder Burgen, mit einem Besuch bei den Pfahlbauten und anschließendem Segeltörn auf dem Bodensee. Und die Alb, so schwärmte der studierte Geograf, sei überdies geologisch so einzigartig wie der Grand Canyon. Mit naturnahem Tourismus könnten positive Werte transportiert werden, erklärte Peter Schmid, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga).

Das habe sich nach der Einführung des Biosphärengebiets Schwäbische Alb gezeigt, wie er selbst als Inhaber eines Hotels in Bad Urach erfahren habe. Erfolgsfaktor sei die regionale Küche, aber auch die Zertifizierung nach einem freiwilligen Umweltmanagement. In ganz Baden-Württemberg haben sich nur 30 Hotels diesem Audit gestellt. "Das ist sehr wenig", sagt Schmid.

Kultur und Natur spielen auch für den Heilbäderverband eine große Rolle. Mit 2,5 Millionen Gesundheitsgästen und 11,5 Millionen Übernachtungen hat sich laut dem Präsidenten Ekkehart Meroth die Lage in den 56 Kur- und Heilbädern stabilisiert. Nachhaltigkeit wollte Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald, auch auf die Ausbildung junger Menschen bezogen wissen. Im Gastgewerbe habe bereits der Kampf um Schulabgänger begonnen.

Kommentare (4)
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JAN
18
sam.boskop, 14:04 Uhr

siegel

leider gibt es eine inflationäre entwicklung bei güte- und qualitätssiegeln. die aussagekreft ist teilweise eher als zweifelhaft zu bezeichnen. und trotzdem, wenn ein unternehmen sich ernsthaft mit den checklisten auseinandersetzt und versucht seine ökologie und ökonomie zu verbessern, hilft das. der liter sprit, den ich mit dem auto nicht verfahre hilft meinem geldbeutel und der co2- belastung. wer diesen denkansatz begriffen hat, wird eine win- win- win situation generieren. er selbst hat einen höheren gewinn, der gast muß nicht mehr bezahlen und die natur hat auch etwas davon. und manchmal muß man dafür etwas investieren und mit höheren amortiationszeiten als 11 monaten rechnen. aber manchmal sparen schwaben lieber, koste es was es wolle. zum glück nicht alle.

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JAN
17
schwäbische alb, 16:08 Uhr

tourismus

wie sagte doch kretschmann: Im touribereich arbeiten mehr menschen als in der automobilindustrie!

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JAN
17
Martin, 13:36 Uhr

Juhu!

... noch ein Siegel mehr was keiner braucht!

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