Rekordergebnis bei Dürr Dürr ist bis 2013 ausgelastet

Inge Nowak, 21.02.2012 19:37 Uhr

Stuttgart - Bei Dürr stehen auch in diesem Jahr die Zeichen auf Wachstum. Der Umsatz soll 2012 um mindestens fünf Prozent auf dann mehr als zwei Milliarden Euro zulegen. Der Auftragseingang soll bei gut zwei Milliarden Euro liegen. Und die Ebit-Marge (das Ergebnis vor Steuern und Zinsen bezogen auf den Umsatz) zwischen 5,5 und sechs Prozent betragen. Dies sei eine „konservative Prognose“, sagte Dürr-Finanzchef Ralph Heuwing bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Stuttgart. Es gebe „Luft nach oben“.

Davon ist auszugehen. Denn der Lackieranlagenhersteller aus Bietigheim-Bissingen saß Ende vergangenen Jahres auf einem „komfortablen“ Auftragsbestand (Vorstandschef Ralf Dieter) von mehr als 2,1 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 58 Prozent entspricht. Damit seien die Kapazitäten bis ins Jahr 2013 ausgelastet, kündigte Dieter an. Er deutete aber an, dass 2011 ein Ausnahmejahr war. So hohe Zuwächse seien 2012 nicht zu erwarten. Viele Autohersteller, die Aufträge im Krisenjahr verschoben hatten, hätten sie im vergangenen Jahr nun nachgeholt. Die Belegschaft soll in diesem Jahr um etwa 300 Personen aufgestockt werden – vor allem im Ausland. Im Inland soll es etwa 50 Einstellungen geben, kündigte Dieter an.

Die Mitarbeiter bekommen Prämie

Von den Rekorden bei Umsatz und Gewinn, die der Anlagenbauer im vergangenen Jahr verbuchen konnte, sollen die Mitarbeiter profitieren. Die rund 2000 Beschäftigten in Deutschland, die nach Tarif bezahlt werden, können mit einer Erfolgsbeteiligung von 1500 Euro rechnen. Zuletzt hatten sie für 2008 eine Prämie von 500 Euro erhalten. Auch die Beschäftigten bei den Auslandsgesellschaften sollen am Erfolg beteiligt werden – die Zahlung sei allerdings sehr unterschiedlich und hänge vom Ergebnis in den jeweiligen Ländern ab.

Profitiert hat das Unternehmen im vergangenen Jahr von der positiven Entwicklung des US-amerikanischen Marktes. Positiv wirkte sich aber vor allem der anhaltende Kapazitätsaufbau in China und anderen aufstrebenden Ländern aus. 65 Prozent des Auftragseingangs kämen mittlerweile aus diesen Ländern; auf China allein entfällt ein Drittel aller Bestellungen. Deshalb sollen die Kapazitäten in dem Land ausgebaut werden. Im kommenden Jahr soll in Shanghai ein Standort für den Bereich Maschinenbau in Betrieb genommen werden. Insgesamt verfüge Dürr dann in China über eine Fläche von 63 000 Quadratmetern. Im Vergleich: der Stammsitz in Bietigheim hat eine Fläche von 68 000 Quadratmetern.

Neue Montagehalle in Bietigheim geplant

Aber auch in Bietigheim stehen Baumaßnahmen an. Geplant ist eine neue Montagehalle. Man sei in Gesprächen mit der Stadt Bietigheim, sagte Vorstandschef Dieter. Mehr wollte er nicht verraten. Im Herbst 2009 wurde die Firmenzentrale in Bietigheim bezogen, Dürr ist mittlerweile Eigentümer. Im Herbst 2011 war der Konzernsitz, der bisher geleast war, für 51,4 Millionen Euro zurückgekauft worden. Dennoch verfügt der einst hoch verschuldete Anlagenbauer über Barmittel von fast 300 Millionen Euro (Stand Ende 2011).

Wachsen will das Unternehmen, das etwa 85 Prozent seines Umsatz mit der Automobilindustrie tätigt, nicht nur aus eigener Kraft, sondern auch durch Zukäufe. Es seien aber wie gehabt eher kleinere Akquisitionen geplant. Rund 30 Millionen Euro hat Dürr in den vergangenen Jahren für Akquisitionen ausgegeben.