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Rems-Murr-Kreis Dicke Eisdecken erlauben eine Rutschpartie
Oliver Hillinger, 09.02.2012 20:45 Uhr
Ein Balanceakt auf dem Welzheimer Feuersee Foto: Gottfried Stoppel
Ein Balanceakt auf dem Welzheimer Feuersee Foto: Gottfried Stoppel
"Das Betreten des Eises ist ein lebensgefährliches Risiko."
Warnung der Stadt Murrhardt

Rems-Murr-Kreis - Sibirische Winde aus dem Osten, nachts Temperaturen von tiefer als zehn Grad Minus: Der Winter, der in diesem Jahr ein Spätzünder war, hat die Seen im Rems-Murr-Kreis wintersporttauglich gemacht. Längst sind deren Wasserflächen gefroren, zudem hat die Eisdecke wegen der lang anhaltenden Kälte eine tragfähige Stärke von mehr als zehn Zentimetern, was zum Schlittschuhfahren einlädt. Die Kufenspuren auf etlichen der Eisflächen zeigen, dass dies bereits eifrig ausprobiert wird.

Allerdings gibt es für das Eislaufen keine generelle behördliche Freigabe. Aus dem Landratsamt heißt es, man sei zwar unter Umweltgesichtspunkten für die Gewässer zuständig, nicht jedoch für das Schlittschuhlaufen. Auch der Wasserverband Kocher-Lein, der etliche geflutete Hochwasserbecken auf Alfdorfer und Welzheimer Gemarkung betreibt, hält sich in der Sache zurück. „Auf eigene Gefahr“ könne man das probieren, heißt es aus der Geschäftsstelle im Rathaus von Abtsgmünd (Ostalbkreis). Zuständig dafür, die Seen offiziell frei zu geben oder zu sperren, seien allerdings die jeweiligen Gemeinden.

Welzheim mit gleich zwei Seen

Legt man diesen strengen Maßstab an, dann ist das Eislaufen nur an wenigen Stellen offiziell gestattet. Am rührigsten ist dabei die Stadt Welzheim, die gleich zwei Seen vorweisen kann. Zum einen den Feuersee, der den Vorteil bietet, sich mitten im Ort zu befinden. Als der ehemalige Löschtümpel vor Jahren rundum erneuert wurde dachte die Stadtverwaltung an die Eisläufer: Ein treppenartiger Zustieg und zwei Flutlichtmasten wurden ebenfalls angelegt. „Es waren etwa 50 bis 60 Leute auf dem Eis“, hat der Stadtsprecher Uwe Lehar am Mittwoch von seinem Bürofenster aus beobachtet. Von Eishockeyspielern bis zu Kindern, die mit normalen Schuhen auf Rutschpartie gingen, sei alles vertreten gewesen. Die Eisdecke werde gemessen, und Gefahr bestehe ohnehin keine, weil der See maximal 1,30 Meter tief sei. Direkt nebenan ist ein Café, das warme Getränke auch außen ausschenke. Wer es lieber naturnäher mag, den verweist Lehar auf die Natureisbahn beim Aichstrutsee, die von der Arbeitsgemeinschaft Loipen angelegt und betreut wird. Auch diese Eisbahn ist abends bis 19 Uhr beleuchtet, in einem ehrenamtlich betriebenen Kiosk wird Punsch für Kinder und Glühwein ausgeschenkt.

Nur wenige Seen offiziell frei gegeben

Ebenfalls offiziell frei gegeben ist der Plüderhausener Badesee, der sich zudem in verkehrsgünstiger Lage direkt neben der B 29 befindet. Er bietet eine große Eisfläche und einen Kiosk. In der Regel habe dieser bei Eislaufwetter geöffnet, dies sei jedoch Sache des Pächters, so das Rathaus.

Im Waiblingen hat die Feuerwehr dieser Tage den Eisläufern den Boden bereitet. Die Brühlwiese, die sich direkt beim Bürgerzentrum befindet, wurde von der Feuerwehr geflutet. Wenn es frostig bleibe, könnten am heutigen Freitag die Eisläufer dort ihre Runden drehen,erklärt die Stadt.

Von den übrigen Kommunen im Kreis gibt es keine ausdrückliche Empfehlung zum Schlittschuhlaufen. Man messe die Eisdecken der Badeseen nicht, heißt es aus Alfdorf. Der Feuersee und der Parksee seien zum Eislaufen ungeeignet, heißt es aus Schorndorf. Und die Stadt Murrhardt warnt sogar ausdrücklich davor, das Eis ihres Feuersees zu betreten. Unter dessen Eisfläche befinde sich ein mit Luft gefüllter Hohlraum. Das Betreten könne „ein lebensgefährliches Risiko“ sein.

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